Spannender Richtungswechsel Wolke Hegenbarth spielt in der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante" (ab Do., 02.12., 19.25 Uhr) eine Polizeimeisterin

Ein Schritt in die richtige Richtung: Wolke Hegenbarth zieht's ins Krimifach - bei "Notruf Hafenkante" spielt sie nun erstmals eine Polizistin.
19.11.2010, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Anna Julia Höhr

Ein Schritt in die richtige Richtung: Wolke Hegenbarth zieht's ins Krimifach - bei "Notruf Hafenkante" spielt sie nun erstmals eine Polizistin.

Wolke Hegenbarth hat Großes vor: Privat absoluter Krimifan, war die rheinische Frohnatur beruflich bislang fast ausschließlich in Komödien ("Mein Leben und ich") im Einsatz. Doch das wird sich jetzt ändern. Mit ihrer Gastrolle in der ZDF-Erfolgsserie "Notruf Hafenkante" (immer donnerstags, 19.25 Uhr) macht die 30-Jährige einen großen Schritt in die richtige Richtung: In neun Folgen greift sie ab 2. Dezember zur Waffe - und spielt erstmals in ihrer Karriere eine Polizistin. Bereits die Vorbereitung für die neue Rolle verlief vielversprechend. Hegenbarth hospitierte drei Tage bei der Hamburger Polizei und empfahl sich eindrucksvoll fürs Krimifach: "Die gesamte Truppe bescheinigte mir großes Schießtalent", lacht die hübsche Südafrika-Liebhaberin. Ein Talent, das für ihren Geschmack gerne öfter zum Einsatz kommen darf.

Noch heute ist Wolke Hegenbarth ganz aufgeregt, wenn sie von ihren Erlebnissen mit der hanseatischen Polizei berichtet. Die Worte sprudeln nur so aus ihr heraus, die braunen Augen strahlen. Es ist ganz deutlich zu spüren: In der Kölnerin brennt ein Krimifeuer. Bei ihrer dreitägigen Hospitanz hielt sie zum ersten Mal eine scharfe Waffe in der Hand - ein aufregendes Gefühl: "Das hatte mit meinem eigenen Leben so gar nichts zu tun, ich fand das wirklich sehr interessant." Geschossen wurde in der Übungshalle natürlich auf Zielscheiben: "Ich bin eine totale Pazifistin." Eine Pazifistin, die durchaus Gefallen am fremden Berufsbild fand. Wolke Hegenbarth als Polizistin? Die Akteurin konnte sich das damals durchaus vorstellen, liebt ihren eigenen Beruf aber viel zu sehr, um dauerhaft den Dienst an der Waffe anzutreten: "Ich habe großen Respekt vor dem, was die Polizisten leisten. Ein Jobwechsel ist nicht geplant", lächelt sie.

Der muss ja auch gar nicht sein. Hegenbarth ist schließlich Schauspielerin und kann sich daher am Set als Polizistin austoben. Liebend gerne würde sie das öfter tun, doch sechs Jahre in der RTL-Comedyserie "Mein Leben und ich" haben Spuren hinterlassen: "Wenn man mit so einem Format anfängt, ist es nur natürlich, dass man mit Komödien identifiziert wird", weiß der Karnevalsmuffel, der zunehmend Lust auf Neues bekommt: "Ich mache sehr gerne Komödien, aber wenn man lange etwas gemacht hat, würde man eben einfach gerne auch mal andere Dinge ausprobieren - das geht doch sicher auch einem Kommissar nach ein paar Jahren beim 'Tatort' so." Da ist es, Hegenbarths Stichwort. "Da eine Rolle zu bekommen, ist natürlich ein absoluter Traum", schwärmt die Liebhaberin schwedischer Kriminalromane, die am liebsten den Kölner "Tatort"-Kommissaren bei der Arbeit zuschaut: "Da bin ich schon ein bisschen lokalpatriotisch", lacht sie.

Selbstverständlich ist ihr anhaltend stark ausgeprägter Bezug zur Domstadt nicht. Allein der Beruf sorgt dafür, dass die ehemalige "Let's Dance"-Teilnehmerin immer neue Städte kennenlernt. Während der Dreharbeiten zu "Notruf Hafenkante" lebte sie beispielsweise in Hamburg - und fand Gefallen an den Nordlichtern: "Das hanseatische Understatement finde ich richtig gut." Das Herz hängt aber an Köln. "Viele meiner Freunde leben hier, das gibt man nicht so einfach auf", sagt sie. Gegen vorübergehende örtliche Untreue hat Hegenbarth aber nichts einzuwenden. Ihre freie Zeit verbringt sie daher auch gerne in Kapstadt, der Heimat ihres Mannes Justin. Der Südafrikaner hatte - bis auf die normalen Umstellungsschwierigkeiten am Anfang - keine Probleme, sich in Deutschland zu integrieren. Wolke Hegenbarth hat dafür eine einfache Erklärung: "Justin hat Deutsch gelernt, das ist die Grundvoraussetzung. Wenn man die Landessprache nicht spricht, kann man sich nicht integrieren."

Im Laufe der Zeit hat sich die Schauspielerin zu einer echten Südafrika-Liebhaberin entwickelt. Auch Heiligabend feierte Hegenbarth mit ihrem Mann schon in Südafrika - die große Weihnachtsstimmung blieb allerdings aus: "Bei 30 Grad ist das halt schwierig", lacht die Design-Liebhaberin und sagt: "Das ist aber kein Problem, weil ich sowieso nicht so sehr an Weihnachten hänge." Auch auf den alljährlichen Kaufwahn in der beschaulichen Zeit kann Hegenbarth gut und gerne verzichten: "Meine Freundinnen und ich haben das ganz unkompliziert gelöst: Entdecken wir zufällig etwas, das uns spontan an die andere erinnert, wird's gekauft, ansonsten gibt's halt erst zum Geburtstag wieder etwas."

Das Thema Geburtstag spielte in diesem Jahr bei Wolke Hegenbarth eine große Rolle: Die Serien-Polizistin wurde 30 Jahre alt. Für viele Frauen ist das der Anlass für eine handfeste Krise - nicht so bei Hegenbarth. Sie ist heute viel gelassener als früher und weiß die Vorteile ihres Alters zu schätzen: "Ich fühle mich angenehm erwachsen, werde eher als gestandene Person wahrgenommen." Auch im Hinblick auf ihre Rollenwünsche erscheint ihr das Alter als Vorteil: "Gewisse Dinge kann man mit 20 eben noch nicht spielen." So könnte 2011 einiges auf die sympathische Weltenbummlerin zukommen. Ein Bambi für Wolke Hegenbarth? Die Schauspielerin sagt schmunzelnd: "Work in progress!"

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+