Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Gesetz noch in diesem Jahr
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

EU-Staaten bringen Verbot von Einweg-Plastik auf den Weg

31.10.2018 1 Kommentar

Strohhalmen
Die Bundesregierung unterstützt den Vorschlag der EU-Kommission für ein Verbot bestimmter Wegwerf-Artikel aus Plastik wie Wattestäbchen und Trinkhalme. (Ralf Hirschberger / dpa)

Das Aus für Plastikteller, Strohhalme und andere Kunststoff-Wegwerfprodukte in Europa rückt immer näher. Die EU-Staaten stimmten am Mittwoch für das geplante Verbot von Einwegplastik. Das Europaparlament hatte sich bereits vor gut einer Woche dafür ausgesprochen. Bis Ende des Jahres sollen nun die finalen Verhandlungen zwischen beiden Seiten abgeschlossen werden.

Die EU-Kommission hatte im Mai vorgeschlagen, Einmalgeschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und andere Wegwerfartikel aus Plastik zu verbannen. Sie legte sich damit mit der Kunststoffbranche an, die laut Behördenangaben 2015 einen Umsatz von 340 Milliarden Euro machte und 1,5 Millionen Menschen beschäftigte. Verboten werden sollen jedoch nur Gegenstände, für die es aus Sicht der Kommission bereits Alternativen gibt.

Mehr zum Thema
Probleme mit dem Plastikmüll: Es gibt keinen Planeten B
Probleme mit dem Plastikmüll
Es gibt keinen Planeten B

Plastikmüll wird weltweit immer mehr zu einem Problem. Innerhalb von 40 Jahren hat sich die ...

 mehr »

Die EU-Kommission verspricht sich dadurch große Umweltvorteile. Die Maßnahmen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, hieß es. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen. Die Kommission begründet den Vorstoß vor allem mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastik.

"Plastik-Müll verschmutzt unsere Flüsse, Strände und Ozeane. Daher wollen wir Plastik-Produkte, für die es gute Alternativen gibt, verbannen", sagte nun die österreichische Umweltministerin Elisabeth Köstinger. Österreich hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne.

Die Kommission hatte vorgeschlagen, die Hersteller bestimmter Wegwerfartikel an den Kosten für die Umweltsäuberung zu beteiligen. Die EU-Staaten wollen nun noch darüber hinausgehen: Nicht nur die Hersteller, sondern auch Firmen, die betreffende Einweg-Produkte importieren beziehungsweise verkaufen, sollen demnach zur Kasse gebeten werden.

Mehr zum Thema
Teil 1 des Selbstversuchs: In Bremens plastikfreiem Himmel
Teil 1 des Selbstversuchs
In Bremens plastikfreiem Himmel

Eine Woche ohne Plastik: Geht das? Am ersten Tag des Selbstversuchs bricht unser Autor gleich seine ...

 mehr »

Deutschland scheiterte hingegen mit einem Änderungsvorstoß. Der EU-Kommission zufolge sollen Deckel von Einwegflaschen aus Kunststoff künftig mit der Flasche verbunden sein, damit sie nicht einzeln in der Umwelt landen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte gefordert, dass Staaten diese Verpflichtung mit einem Pfandsystem vermeiden können. Ein Großteil der Pfandflaschen werde mit Deckel zurückgegeben, hieß es vom Ministerium zur Begründung. Unter den EU-Staaten fand sich dafür jedoch keine Mehrheit.

Schulze begrüße die Entwicklung vom Mittwoch. "Ich hoffe auf eine zügige Einigung, so dass wir das Paket noch in diesem Jahr beschließen und ab dem nächsten Jahr mit der Umsetzung in Deutschland starten können", sagte sie.

Mehr zum Thema
EU-Parlament stimmt für Verbot: Plastikbecher sind künftig tabu
EU-Parlament stimmt für Verbot
Plastikbecher sind künftig tabu

Das EU-Parlament hat für ein Verbot von Plastiktrinkhalmen und Co. gestimmt. Nun kommt es darauf ...

 mehr »

Bei dem Kommissionsvorschlag handelt es sich um eine EU-Richtlinie, die Mitgliedstaaten haben dabei nach der finalen Einigung in der Regel zwei Jahre Zeit, die entsprechenden Vorgaben in nationales Recht umzusetzen.

Kritik an den Plänen kam hingegen von der FDP-Bundestagsfraktion. "Die EU versucht mit dem Plastik-Verbotskatalog ihr eigenes Politikversagen bei der Bekämpfung von Plastikmüll in den Meeren zu kaschieren. Strohhalme zu verbieten und sartgleichzeitig Plastikmüll in großem Stil unter der Erde zu verbuddeln ist kein schlüssiges Konzept", sagte die umweltpolitische Sprecherin Judith Skudelny. Sie fordere ein umfassendes EU-Deponierungsverbot sowie die Unterstützung von Schwellen- und Entwicklungsländern bei der Errichtung geschlossener Müllverwertungssysteme. (dpa)

Mehr zum Thema
Neun verschiedene Kunststoffe: Forscher entdecken zum ersten Mal Mikroplastik im Menschen
Neun verschiedene Kunststoffe
Forscher entdecken zum ersten Mal Mikroplastik im Menschen

Plastik in Gewässern aber auch in Böden wird immer mehr zum Problem. Forscher haben winzige ...

 mehr »

job4u - Das Ausbildungsportal
job4u - Das Ausbildungsportal

job4u ist die regionale Plattform, wenn es um Lehren und Lernen geht. Neben dem WESER-KURIER, der Handelskammer und der Handwerkskammer Bremen machen sich hiesige Firmen für junge Leute stark. 

Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 7 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/bedeckt.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 40 %
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...
Anzeige