Kinder Zusätzliche Schwimmkurse sollen Pandemie-Folgen bekämpfen

Wegen der coronabedingten Bäderschließungen konnten weit weniger Mädchen und Jungen ihr Seepferdchen- oder Bronze-Abzeichen machen als noch 2019. Viele Städte haben deshalb Schwimm-Offensiven gestartet. Die DLRG hat noch weitere Forderungen.
23.05.2022, 13:56
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Die Pandemie hat für Tausende Kinder in Niedersachsen das Schwimmenlernen verzögert - zusätzliche Kurse in den kommenden Monaten sollen Abhilfe schaffen. Bundesweit hätten rund 1,5 Millionen Kinder nicht wie üblich schwimmen gelernt, sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Martin Holzhause, am Montag der dpa. „Die vielen Initiativen, die überall stattfinden, helfen dabei, diesen "Rückstau" zur verkürzen.“ Allerdings sei zu befürchten, dass in den betroffenen Jahrgängen die Zahl der Nichtschwimmer dauerhaft höher liegen werde. Schon vor Corona konnten laut einer DLRG-Studie 60 Prozent aller Kinder am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen, das heißt sie hatten noch nicht das Bronze-Abzeichen.

Die Stadt Hannover stellte am Montag eine Zwischenbilanz ihrer Aktivitäten in städtischen Bädern vor. Um die Corona-Folgen abzumildern, werden zusätzliche Kurse angeboten, erstmals auch in Freibädern. Zudem wird das seit April für die Öffentlichkeit gesperrte Stadionbad genutzt. Seit Januar hätten städtische Schwimmlehrerinnen und -lehrer mehr als 300 Seepferdchen-Abzeichen ausgegeben und rund 120 Bronze-Prüfungen abgenommen, hieß es. In den kommenden Wochen biete die Stadt weitere 130 Kursplätze an, es gebe noch freie Plätze.

Schon vor der Pandemie waren in ganz Niedersachsen die Wartezeiten für Seepferdchen- oder Bronzekurse vielerorts lang. Die Stadt Emden zum Beispiel stellte nun im März ihre Schwimm-Offensive vor, die Region Hannover im April. Die DLRG startete bereits im Sommer 2021 eine bundesweite Kampagne. Darüber hinaus unterstützt das Land Niedersachsen Angebote in Sportvereinen im Rahmen des Projekts „Niedersachsen lernt schwimmen“.

Dauerhaft sei das Problem aber nur zu lösen, wenn der Schwimmunterricht in den Schulen auch flächendeckend angeboten werde, sagte kürzlich DLRG-Präsidentin Ute Vogt zum Start der DLRG-Schwimmkampagne 2022. Notwendig seien eine Aufstockung des ausgebildeten Personals in den Schulen sowie mehr Schwimmbäder. Die neue DLRG-Schwimmkampagne mit dem Motto „Weil Schwimmen Leben rettet“ läuft bis zum Ende des Jahres.

Das Frühschwimmerabzeichen (Seepferdchen) ist laut DLRG noch kein Nachweis für sicheres Schwimmen. Erforderlich für das Freischwimmerabzeichen (Bronze) sind unter anderem ein Kopfsprung vom Beckenrand, Strecken- und Tieftauchen, 15 Minuten schwimmen (mindestens 200 Meter) sowie die Kenntnis von Baderegeln.

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