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Fischtown Pinguins verlieren entscheidendes Heimspiel mit 2:3

Frank Büter 10.03.2019 0 Kommentare

In einer ausverkauften Eisarena lieferten die Pinguins und die Ice Tigers sich ein packendes Duell.
In einer ausverkauften Eisarena lieferten die Pinguins und die Ice Tigers sich ein packendes Duell. (Adelmann)

Da standen sie nun an der blauen Linie, aufgereiht wie an einer Perlenkette. Minutenlang starrten die Eishockeyspieler der Fischtown Pinguins zur Fankurve. Mit hängenden Köpfen und traurigen Mienen lauschten sie den Gesängen ihres Anhangs im Fanblock der heimischen Eisarena. „Bremerhaven olé, Bremerhaven olé.“ Wieder und wieder. Dazu Standing Ovations von den Rängen. Lang anhaltender Applaus für eine Mannschaft, für die soeben die Eiszeit der Saison 2018/19 zu Ende gegangen war. Abrupt. Durch einen abgefälschten Schuss von Dane Foxe in der vierten Minute der Overtime hatten die Pinguins das entscheidende dritte Spiel in den Pre-Play-offs der DEL gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 2:3 (1:0, 0:1, 1:1) verloren.

„So ein bitteres Aus, das ist echt schade“, sagte Pinguins-Trainer Thomas Popiesch. Kurz zuvor noch hatte er in der Kabine in die Gesichter seiner Spieler geschaut und eine „brutale Niedergeschlagenheit“ gesehen. Dabei sei man voller Zuversicht in dieses Spiel gegen Nürnberg gegangen. Gegen eine Mannschaft, die seit Jahren zu den führenden Adressen im deutschen Eishockey gehört. „Wir waren Nürnberg in dieser Serie ebenbürtig“, resümierte Popiesch. Es seien enge Spiele zwischen zwei gleichwertigen Teams gewesen, in denen ein kleines Quäntchen letztlich den Ausschlag gegeben habe. „Das ist hart“, sagte Popiesch. Und fügte leise an: „Dabei haben wir in diesem Jahr noch einiges vorgehabt.“

Null Tore im Powerplay

Aus der Traum also vom erneuten Einzug ins Viertelfinale, es wäre der dritte gewesen im dritten Jahr der DEL-Zugehörigkeit. Erst das 1:3 zum Auftakt am Mittwoch vor heimischer Kulisse, dann das epische 4:3 zum Ende der zweiten Overtime am Freitagabend in Nürnberg durch den umjubelten Treffer von Maxime Fortunus, nun das 2:3 abermals in der Verlängerung und abermals in Bremerhaven – „diese Serie hat sich von der Intensität her angefühlt wie Best of seven“, sagte Nürnbergs Trainer Martin Jiranek. Und er sagte auch: „Wir hatten das Glück auf unserer Seite.“ Es gab also nicht nur warmen Beifall von den Fans, für die Fischtown Pinguins gab’s auch reichlich warme Worte vom Gegner. „Bremerhaven wird Jahr für Jahr stärker und ist für die Zukunft gut aufgestellt“, sagte Jiranek. „Respekt vor dieser Mannschaft.“

Worte, die die Enttäuschung beim Gastgeber indes nicht linderten. „Wir haben unseren Heimvorteil nicht nutzen können“, stellte Popiesch nach dem leidenschaftlichen Auftritt seines Teams ernüchtert fest. Den Grund dafür hatte der Coach schnell ausgemacht: die mangelnde Chancenverwertung. Das galt vor allem für das Powerplay, dessen Quote in dieser Serie gegen Nürnberg unterirdisch war. Genau genommen lag diese Quote bei null Prozent, sprich: Es gab in Überzahl null Tore. Deshalb meinte auch Popiesch zerknirscht: „Da hätten wir mehr draus machen müssen.“

Haben sie aber nicht. Und so kippte ein lange Zeit überlegen geführtes Spiel am Ende zugunsten des Gegners. Die Pinguins, die in diesem entscheidenden Spiel abermals gleich sechs Akteure ersetzen mussten, darunter erneut die beiden Führungsspieler Mike Moore und Jan Urbas, hatten den Kraftakt vom Freitag in Nürnberg inklusive der Rückreise per Bus in der Nacht zu Sonnabend körperlich erstaunlich gut weggesteckt. Bremerhaven war von Beginn an tonangebend, lief, rackerte und kombinierte. Defensiv gut gestaffelt und sehr aufmerksam agierend, machten die Pinguins enorm Dampf. Sie brachten die Scheibe wieder und wieder vor das Nürnberger Tor, allein: Es fehlte die Effektivität.

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Der Treffer von Chad Nehring zum 1:0 nach Vorarbeit von Alexander Friesen in der zehnten Minute sollte deshalb lange Zeit der einzige Torerfolg bleiben. „Hoch im Norden weht ein rauer Wind“, heißt es in der Hymne der Seestädter, die eine gute Viertelstunde vor Spielbeginn eingespielt worden war. Und tatsächlich wehte Nürnberg ein rauer, ein eisiger Wind entgegen. Mit zunehmender Dauer aber wussten sich die Franken zu befreien. Mehr noch: Nach einer Strafzeit gegen Mike Hoeffels wegen Hakens kam Shawn Lalonde zum Abschluss – und traf zum 1:1 (38.).

Popiesch: "Sehr stolz auf meine Mannschaft"

Ein Treffer, der dem Spielverlauf nicht entsprach, ein Treffer, der Nürnberg aber weiteren Aufwind gab. Und so war der Grundstein gelegt für ein spannendes Schlussdrittel, in dem es rauf und runter ging. Mal war Bremerhaven im Vorwärtsgang, mal war Nürnberg am Drücker. Und dann Entsetzen in der Eisarena: Nach einem Stellungsfehler von Patrick Alber stand Thomas Gilbert blank – und brachte die Ice Tigers in Führung (50.). Jetzt hieß die Devise: offenes Visier. Die Halle stand wie eine Wand hinter den Pinguins, die letzte Kraftreserven mobilisierten. Trainer Popiesch nahm Goalie Pöpperle vom Eis, brachte für die letzten 136 Sekunden einen sechsten Spieler. Alles oder nichts – das Risiko wurde belohnt. Es waren noch 29 Sekunden auf der Uhr, da traf Alexander Friesen zum umjubelten 2:2 und erzwang den Gang in die Overtime. Der Rest ist bekannt.

„Ich bin trotzdem sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte Thomas Popiesch abschließend. Auf eine Mannschaft, die sich spielerisch weiterentwickelt und die bis dato beste Hauptrunde in der DEL abgeliefert hatte. Einen Punkterekord aufgestellt und mit Rang sieben auch die bisher beste Platzierung erreicht hatte. Und es klang schon auch etwas wehmütig, als Popiesch noch anmerkte: „Unsere Eiszeit ist jetzt zu Ende.“

    +++Dieser Text wurde um 6.52 Uhr aktualisiert+++


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...