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Ihr Recht - einfach erklärt
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Von einer Befristung zur nächsten

02.03.2020

Viele Arbeitsverträge sind heutzutage befristet. In welchen Fällen das erlaubt ist, erklärt die Arbeitnehmerkammer in ihrem kommenden Vortrag aus der Reihe "Ihr Recht - einfach erklärt".
Viele Arbeitsverträge sind heutzutage befristet. In welchen Fällen das erlaubt ist, erklärt die Arbeitnehmerkammer in ihrem kommenden Vortrag aus der Reihe "Ihr Recht - einfach erklärt". (Isabella Pfenninger)

„Leider ist es gar nicht so einfach, schnell aus einer Befristung rauszukommen, weil Arbeitgeber viele Möglichkeiten haben, einen Job nur für eine begrenzte Dauer zu besetzen“, sagt Ingo Kleinhenz, Rechtsberater bei der Arbeitnehmerkammer. Inzwischen wird fast jeder zweite neu eingestellte Arbeitnehmer befristet eingestellt. Aber: Grenzen und Regeln gibt es dennoch – und die lohnt es zu kennen.

„Viele glauben, dass ihre Befristung unwirksam ist, weil der Grund dafür nicht im Arbeitsvertrag steht“, nennt Kleinhenz einen weit verbreiteten Irrtum. Eine Befristung kann einen Sachgrund haben – etwa eine Elternzeitvertretung oder eine Projektarbeit – auch wenn dieser nicht schriftlich genannt ist. Aber: Einen Zeitraum,  ein Enddatum oder einen Befristungszweck muss der Vertrag schon ausweisen. Schwierig aus Arbeitnehmersicht: Solch einen Vertrag mit Sachgrund kann der Arbeitgeber mehr als dreimal verlängern, wobei der Grund nicht immer derselbe sein muss. „Wer ein Projekt oder eine Vertretung nach dem bzw. der anderen abwickelt, kann damit schnell von Befristung zu Befristung rutschen“, weiß Kleinhenz aus der Beratungspraxis.

Befristete Arbeitsverträge müssen einen Sachgrund haben.
Befristete Arbeitsverträge müssen einen Sachgrund haben. (Africa Studio)

Anders sieht es bei den Befristungen ohne Sachgrund aus: Hier hat der Gesetzgeber klare Grenzen gesetzt: Sie dürfen höchstens zwei Jahre dauern und innerhalb dieses Zeitraums nur bis zu dreimal verlängert werden. „Länger ist es dann nur noch nur in Ausnahmefällen möglich, zum Beispiel bei neu gegründeten Unternehmen oder wenn dieses in einem einschlägigen Tarifvertrag so vorgesehen ist“, so der Jurist.

Und kann eine Befristung auch unwirksam sein? Das ist durchaus möglich, etwa, wenn es tatsächlich keinen Befristungsgrund gibt: Wenn jemand als Vertretung beschäftigt wird, aber de facto niemanden vertreten muss. In solchen Fällen gilt der Arbeitsvertrag als auf unbestimmte Zeit geschlossen. Diesen Anspruch muss der Beschäftigte aber vor dem Arbeitsgericht innerhalb von 3 Wochen nach dem Vertragsende geltend machen – ein großer Schritt: Kleinhenz: „Davor schrecken viele zurück.“

Die kommende Veranstaltung der Reihe „Ihr Recht – einfach erklärt“ findet am 10. März 2020 um 18:00 Uhr im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer Bremen, Bürgerstraße 1, 28195 Bremen statt.


Leserkommentare
bremenpost am 27.11.2020 20:58
Neueröffnung "Edeka" im Weserpark:

Wie bei allen od. vielen Neueröffnungen: in den ersten Tagen werden da die Buden eingerannt - warum ...
bremenpost am 27.11.2020 20:54
Lieber Herr Schlaumayer:

ich finde es durchaus legitim, Nicht-Masken-Träger darauf anzusprechen (und damit meine ich ausdrücklich nicht ...