Laternen- und die Bastelzeit Ein Licht am dunklen Abend

Ob Erntefest oder Sankt Martin: Anlässe, eine Laterne auszuführen, gibt es in den kommenden Wochen einige. Besonders viel Spaß macht das Laternelaufen mit einer selbst gebastelte Laterne.
17.09.2013, 00:00
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Von Maike Schlaht

Mit einer Ballon- oder einer Rundlaterne zum Beispiel. Bastelprofi Tina Knapp aus Burgdamm erklärt, wie’s ganz einfach geht.

„Ich geh’ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. . .“ Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm die Zeit der Laternenumzüge. Am 20. September zum Beispiel findet in Burgdamm ein großes Laternelaufen statt. Tina Knapp hat in der Bremerhavener Heerstraße ein Bastelgeschäft – sie kennt die verschiedenen Laternenarten und erklärt uns, wie man sie bastelt. Besonders gern gekauft werden Rundlaternen, erzählt Knapp.

Die Rundlaterne

Um eine Rundlaterne herzustellen, braucht man sogenannte Käseschachteln. Knapp verkauft die runden Pappschachteln mit dem großen Loch im Deckel in zwei verschiedenen Größen. „Für die großen gibt es fertige Zuschnitte, die einfach nur reingeklebt werden müssen.“ Wer kreativ sein will, nimmt statt der bedruckten Bogen Blanko-Zuschnitte. „Die kann man mit Wachsmalstiften, Acryl- oder Fingermalfarben bemalen. Oder auch mit getrockneten Blättern bekleben.“ Tusche oder Filzstift hält auf dem beschichteten Papier nicht so gut. Was auch geht: Kleine Motive wie Sterne oder Tierfiguren aus Tonpapier ausschneiden und aufkleben. Oder einfach die Robby-Vorlage von unserer Junior-Kurier-Zeichnerin Anne Rieken aus dieser Zeitung ausschneiden und auf das Transparentpapier kleben (siehe Foto-Anleitung oben).

Der transparente Bogen wird anschließend mit Flüssigkleber am inneren oder äußeren Rand der Käseschachtel befestigt. „Innen sieht man den Kleber nicht so.“ Um den Halter für die Kerze anzubringen, ritzt man zwei Schlitze in den Boden der Laterne, steckt den Einsatz hindurch und biegt die Enden um – „damit es richtig fest ist“. Nun fehlt noch der Bügel, an dem der Stab zum Tragen befestigt wird: Mit einer Pinnwandnadel zwei Löcher gegenüberliegend in den oberen Rand der Laterne stechen, einen dünnen Draht durchstecken und dessen Enden umbiegen. Als Laternenstab kann ein einfacher Holzstab verwendet werden. Oder ein Plastikstab mit einer batteriebetriebenen Lampe. Es gibt im Handel auch Teelichter und Kerzen mit Batterien – die empfiehlt Tina Knapp vor allem für kleinere Kinder. Denn: „Es kann schon mal passieren, dass eine Laterne anfängt zu brennen.“ Besonders leicht fingen die einfachen, gekauften Modelle aus Papier Feuer, sagt Bastelexpertin Knapp.

Die Ballonlaterne

Ihre Lieblingslaternen sind Ballonlaternen. Die benötigen zwar etwas mehr Zeit, sehen aber dafür schön aus. Und Kindern macht es meist Spaß, sie zu basteln. Zuerst braucht man natürlich einen Luftballon. „Am besten ohne Aufdruck, weil der sonst durchscheinen könnte.“ Den Ballon prall aufblasen, zuknoten und in einen runden Behältern stellen, damit er nicht wegweht. Als nächstes wird Transparentpapier in kleine Schnipsel gerissen. Eine Rolle reicht, meint Knapp. Es sei denn, das Ergebnis soll bunt ausfallen. Dann braucht man verschiedene Farben. Anschließend muss man Tapetenkleister wie auf der Packung beschrieben mit Wasser anrühren. Mit einem Pinsel oder mit der Hand werden dann die Papierschnipsel auf den Ballon geklebt. „Wichtig ist, dass sie übereinander lappen.“ Damit die Laterne möglichst stabil wird, sollte der Ballon mit mehreren Schichten bedeckt werden. Knapp trägt zwei Schichten nacheinander auf, lässt das Ganze einen Tag lang an einer Schnur trocknen, beklebt den Ballon noch einmal mit zwei Schichten und lässt ihn anschließend noch mal einen Tag trocknen.

Ist die Laterne getrocknet, schneidet man den Nippel ab. „Der Ballon schrumpft und löst sich von der Papierschicht.“ Nun wird ein Loch in die Laterne geschnitten, „so dass man mit der Hand gut reinkommt.“Die Luftballonreste herausholen und anschließend wie bei der Rundlaterne beschrieben vorgehen: Einen Kerzenhalter am Boden und einen Bügel am oberen Rand der Laterne befestigen. „Dann kann man den Ballon noch verzieren, wie man möchte.“ Tina Knapp benutzt gerne Glitzerstifte und malt zum Beispiel Sterne oder Herzen auf die Laterne. Wer’s gruseliger mag, kann seine Ballonlaterne auch in ein Monster verwandeln. Einen Mund mit spitzen Zähnen und große, runde Augen aus Tonpapier ausschneiden und aufkleben. Als Beine eignen sich selbst gebastelte „Hexentreppen“. Oder wie wär’s mit einem Gespenst? Dafür nur weißes Transparentpapier verwenden und nach dem Trocknen Streifen aus weißem Seidenpapier an den Ballon kleben.

Zeichnung:

Anne Rieken

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