Kater Ernie unterwegs Das Einmaleins der Katze

Kater Ernie ist mittlerweile so berühmt wie ein bunter Hund. Mit seinen Besuchen in Bremer Institutionen sorgt er für Aufsehen. Dieses Mal war Ernie zu Besuch im Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche.
09.09.2022, 10:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Das Einmaleins der Katze
Von Felicitas Schwanemann

Kater Ernie ist nicht nur vielen Bremerinnen und Bremern bekannt, auch in der ­Kinderzeitung wurde er schon häufiger vorgestellt. Die rötlich getigerte Maine-Coon-Katze hat es in der Hansestadt zu tierischer Berühmtheit geschafft. Sie besucht nämlich gern Bremer Sehenswürdigkeiten und Institutionen. Begleitet wird Ernie dabei von seinen Katzeneltern Dagmar und Torsten ­Nürnberger. Das Ehepaar nahm den Kater vor zehn Jahren bei sich auf. Damals war die kleine Katze arg verwahrlost und sehr krank. Familie Nürnberger bekam Ernie 2012 über die Bremer Katzen­hilfe. Das ist ein Verein, der sich um herumstreunende Katzen kümmert.

Nach seiner Genesung erkundete Ernie zuerst seinen Stadtteil Habenhausen, „unser Garten hat ihm nicht mehr gereicht“, berichtet ­Torsten Nürnberger. Und mit den Jahren erweiterte er seinen Radius. Mittlerweile hat Ernie nicht nur die Baumwollbörse, das Ausbildungsschiff ­Alexander von Humboldt oder das Metropol-Theater besucht, er hat auch eigene Accounts bei Facebook und Instagram, die seine Katzeneltern mit Bildern und Geschichten rund um die neusten Abenteuer von Ernie regelmäßig füllen. Über 900 Follower hat der Kater auf Instagram und mehr als 1100 verfolgen die tierischen Geschichten auf Facebook. Zuletzt war Ernie in der Bremischen Bürgerschaft und im St. Petri Dom – wo Katzen eigentlich verboten sind. Zu den Terminen fährt die Katze immer mit der Straßenbahn, denn Ernie ist ­Besitzer einer eigenen Kundenkarte der BSAG.

Natürlich ist Ernie als echter Bremer Kater auch Werder-Fan. „Wir haben uns riesig über den Aufstieg gefreut“, erzählt der Katzenvater. „Falls Werder noch einmal die Meisterschaft gewinnt, dann taufe ich Ernie um in Wernie! Wirklich!“

Sein Zuhause teilt sich Ernie mit unzähligen Disneyfiguren. Seine beiden Eltern sind nämlich nicht nur Katzenhalter, sondern auch begeisterte Sammler und Comicleser. Mickey Maus, Goofy, die Minions – zahlreiche niedliche Kerle aus Film, Buch und Fernsehen bevölkern das Haus von Familie Nürnberger – und Ernie ist mittendrin!

Seinen letzten Besuch stattete der ­Kater dem Bremer Zentrum zur Therapie der ­Rechenschwäche (ZTR) in Schwachhausen ab. Dort wird allen Kindern und Jugendlichen Hilfe angeboten, die etwa Angst vor der nächsten Matheklausur haben. Ganz nach dem Motto: Das ZTR hilft, wenn Zahlen zur Qual werden. Auf kreative, spielerische und fantasievolle Art wird rechenschwachen Schulkindern die Angst vor Fehlern genommen. Dabei handelt es sich jedoch nicht eine Nachhilfe, sondern um therapeutische Hilfe.

Denn Rechenschwäche ist eine Lernstörung. Doch was genau ist das eigentlich? Der Fachausdruck dafür lautet Dyskalkulie, das ist ­Latein und bedeutet übersetzt etwa so viel wie „nicht berechnen können“. Das ZTR beschreibt das so: „Bei dieser ­Lernstörung sind das Verstehen, Erlernen und Anwenden mathematischer Grundkenntnisse beeinträchtigt. Das Verständnis für Mengen, Zahlen, den Zahlaufbau und die Grundrechenarten fehlt. Deshalb können die Kinder darauf systematisch aufbauende Gedanken nicht nachvollziehen. Zusätzliches Üben ist meistens vergeblich, da das logische Fundament fehlt; das nur schematisch Gelernte ist schnell wieder vergessen. Eltern und Lehrkräfte verzweifeln dann häufig, weil sich bei den Schülerinnen und Schülern meist keine nachhaltigen Lernfortschritte einstellen.“

Doch es gibt Hilfe. Der erste Schritt ist das frühe Erkennen der Rechenschwäche. Das ZTR hat dazu ein Verfahren entwickelt, mit dem das mathematische Denk- und ­Wissensprofil festgestellt werden kann. Wird eine Rechenschwäche diagnostiziert, kann mit einer gezielten und individuellen Therapie den Betroffenen geholfen werden.

Kater Ernie war auf jeden Fall überzeugt vom Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche und hat einiges gelernt. Mal sehen, wohin sein nächster Besuch gehen wird.

Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche, Argonnenstraße 3, 28211 Bremen, weitere ­Informationen im Internet unter www.rechenschwaeche-bremen.de

Wer über Ernies Aktivitäten auf dem Laufenden gehalten werden möchte, für den lohnt sich ein Blick auf das Instagramprofil des Katers @katererniebremen oder auf die Facebook-Seite „Kater Ernie Bremen“.

Mehr zum Thema