Inklusion Ohne Barrieren

Fritz aus der Fernsehsendung Löwenzahn hatte einen Unfall und sitzt nun für einige Zeit im Rollstuhl. Das bringt so manches Problem mit sich. Zum Glück lernt er Julia kennen.
03.12.2021, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Ohne Barrieren
Von Olga Gala

Guido Hammesfahr ist Schauspieler und schlüpft für die Sendung Löwenzahn schon seit 15 Jahren in die Rolle von Fritz.

Bald erscheint eine besondere Folge Löwenzahn, erzähl mal.

Guido Hammesfahr: Fritz hat einen Unfall und sitzt deshalb erst mal im Rollstuhl. Er muss gucken, wie er in sein Zuhause kommt – da geht es ja nur über eine der Treppen hinein. Wie er es schafft, sein Zuhause barrierefrei zu machen, und welche Schwierigkeiten ihm begegnen, davon handelt die Folge.

Warst du wirklich verletzt oder hast du das nur gespielt?

Guido Hammesfahr: Ich habe die Rolle gespielt.

Wie bist du mit dem Rollstuhl zurechtgekommen?

Guido Hammesfahr: Ich hatte mal eine Operation und saß deswegen schon mal im Rollstuhl. Daher konnte ich mit dem Ding schon ganz gut umgehen. Ich habe innerhalb der paar Tage trotzdem einiges gelernt und hatte danach ganz schön Muskelkater in den Armen, weil das Rollstuhlfahren doch eine ganz eigene Bewegung ist.

Was war das Schwierigste für dich?

Guido Hammesfahr: Sehr schwer fand ich, den Bordstein rückwärts runterzufahren. Man musste sich relativ weit vorlehnen, damit man den Kipppunkt findet. In der Folge bauen wir eine Rampe, um den Bauwagen barrierefrei zu machen. Um die hochzukommen, muss man das Gewicht relativ weit nach vorne bringen. Das unterschätzt man. Runterfahren war leichter als hoch.

Welche Barrieren und Schwierigkeiten sind dir im Rollstuhl begegnet?

Guido Hammesfahr: Große Bordsteinkanten, Treppen, Zugänge zu verschiedenen Haltestellen, an die man nur sehr schwer kommt. Ich finde, das ist schon eine ganze Menge. Zugang zu Toiletten ist auch ein Problem. Gibt es überhaupt behindertengerechte Toiletten? Wenn man selbst im Rollstuhl sitzt, kriegt es dann noch mal auf eine ganz andere Art und Weise mit.

Was müsste passieren, damit sich das ändert?

Guido Hammesfahr: In den letzten Jahrzehnten hat sich einiges zum Positiven geändert, aber der Weg ist noch nicht zu Ende gegangen. Die Richtung des gesellschaftlichen Wandels mit der Inklusion als Ziel finde ich sehr gut und richtig. Aber das muss ständig wachsen und man muss aufpassen, dass man die Dinge schützt und weiterentwickelt.

Du hast es schon erwähnt – ihr baut eine Rampe, um den Bauwagen barrierefrei zu gestalten. Bleibt die Rampe jetzt?

Guido Hammesfahr: Die muss wieder weichen. Das ist beim Bauwagen immer so: Er sieht in der nächsten Folge wieder so aus wie früher. Die Abenteuer fangen wieder von vorne an. Aber die Zeit, die wir mit der Rampe hatten, haben wir ausgenutzt und sind ganz oft da runtergefahren. Das war wie eine kleine Abfahrtgaudi.

Hinweis: Die Löwenzahn-Folge ist am 5. und am 12. Dezember im TV zu sehen.

Info

Inklusion bedeutet...

... Menschen mit Behinderung sollen in die Gesellschaft einbezogen werden und die gleichen Chancen haben wie Menschen ohne Beeinträchtigung. In der Schule bedeutet das zum Beispiel, dass Kinder mit Behinderung und Kinder ohne Behinderung gemeinsam lernen.

Barrierefrei bedeutet...

... dass es möglichst keine Hindernisse gibt. Menschen mit Behinderung begegnen im Alltag nämlich vielen Hürden und Hindernisse, die nicht sein müssten. Das können Stufen zum Eingang in das Schulgebäude sein oder eine Toilette, in die kein Rollstuhl passt. Barrierefreiheit ist übrigens nicht nur für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, wichtig. Eine Fernsehsendung kann barrierefrei sein, wenn es Untertitel für Menschen gibt, die nicht hören können. Auch Internetseiten können barrierefrei gestaltet sein, etwa indem sich die Schriftgröße verändern lässt. Das hilft Menschen, die eine Sehbehinderung haben.

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