Bremen

17-jährige Bremerin mit Folk-Pop erfolgreich

Bremen. Zuerst wusste sie gar nicht, worum es geht. Dann erklärte ihr die Anruferin aus Berlin, dass sie eine der Auserwählten von 137 Bewerbern ist.
23.10.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
17-jährige Bremerin mit Folk-Pop erfolgreich
Von Kathrin Aldenhoff
17-jährige Bremerin mit Folk-Pop erfolgreich

Noch macht sie vor allem alleine Musik. Später will Ashabia aber eine ganze Band haben.

Frank Thomas Koch

Bremen.

Zuerst wusste sie gar nicht, worum es geht. Dann erklärte ihr die Anruferin aus Berlin, dass sie eine der Auserwählten von 137 Bewerbern ist. Und dass sie einen Auftritt in Berlin haben wird. Dabei hatte Margret Odametey gar nicht mehr an den Bundeswettbewerb „Treffen junge Musik-Szene“ gedacht.

Die 17 Jahre alte Sängerin lächelt breit, als sie davon erzählt: „Ich habe schon so oft Demos verschickt, ich hatte das ganz vergessen.“ Eingereicht hat sie Proben ihrer Musik unter dem Künstlername Ashabia. Der ist abgeleitet von ihrem zweiten Vornamen und kommt, wie ihr Vater, aus Ghana. Seit etwas mehr als zwei Jahren spielt sie Gitarre und singt ihre eigenen Songs. „Seitdem habe ich meinen Stil verändert. Früher habe ich mehr Soul gesungen, heute ist es eher Folk-Pop.“

Anfang November wird sie als Preisträgerin des Wettbewerbs mit fünf anderen Solisten und fünf Bands aus ganz Deutschland ein öffentliches Konzert im Haus der Berliner Festspiele geben. Daneben finden Workshops statt, Mitglieder der Jury unterrichten die Nachwuchsmusiker im Songschreiben, in Gesangstechnik oder im Improvisieren. Der Song, den Ashabia singen wird, heißt „Shelter“, sie hat ihn Ende vergangenen Jahres geschrieben.

Auf den Auftritt freut sie sich sehr. „Das ist schon etwas Großes.“ Trotzdem wird sie sich nicht besonders darauf vorbereiten. Sie spielt sowieso jeden Tag zwei bis drei Stunden auf ihrer Gitarre und singt. Und die Aufregung komme erst kurz vor dem Auftritt, meist eine halbe Stunde davor. „Aber sobald ich anfange zu spielen hört das auf, und ich fühle mich wohl.“

Kein Wunder: Schon seit sie acht Jahre alt ist, steht Ashabia auf der Bühne und singt. Auch ihre Eltern machen Musik, als Kind begleitete sie ihren Vater zu Bandauftritten. „Künstler zu sein war für mich normal“, erzählt sie. Im vergangenen Jahr hat sie die Schule abgebrochen, sie hatte keine Lust mehr auf Regeln, wollte Musik statt Abitur machen. Seitdem hat sie verschiedene Auftritte absolviert, Songs geschrieben und auch ein paar Stunden Gesangsunterricht genommen. Damit ist nun aber wieder Schluss. „Ich habe Angst, dass ich durch den Unterricht etwas von meinem eigenen Stil verliere“, sagt Ashabia.

In ihren Songs versucht sie, Gefühle und Zustände zu beschreiben, die sonst nicht beschrieben werden. „Ich schreibe Texte, um das in ein Bild zu fassen.“ Oft seien das eher negative Gefühle. Was aber nicht daran liegt, dass die 17-Jährige ein trauriger Mensch ist: „Das Fröhliche kann ich einfach ausdrücken in meinem Leben. Das andere nicht.“

In Norden, wo sie aufgewachsen ist, machen nicht viele Musik, erzählt sie. Viele haben ihre Entscheidung nicht verstanden, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Aber Ashabia weiß, was sie will: „Von meiner Musik leben können und herumreisen, das ist mein Traum.“ Weil es so weit noch nicht ist, macht sie seit Oktober an einer privaten Schule in Bremen eine Ausbildung zur Tanz- und Bewegungspädagogin.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+