Elektronik-Pionier Klaus Schulze wird nicht mehr auftreten / CD mit Lisa Gerrard erschienen Abschied von der Bühne

Die Veröffentlichungsflut Klaus Schulzes stellt selbst überzeugte Fans auf eine harte Probe. Der Elektronik-Pionier, dessen Experimentierwille ein ganzes Musikgenre begründete und ihn zumindest in der internationalen Wahrnehmung auf eine Stufe mit Wegbereitern wie Kraftwerk und Tangerine Dream stellt, kann sich noch immer auf eine treue Gefolgschaft verlassen.
12.01.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Lars Fischer

Die Veröffentlichungsflut Klaus Schulzes stellt selbst überzeugte Fans auf eine harte Probe. Der Elektronik-Pionier, dessen Experimentierwille ein ganzes Musikgenre begründete und ihn zumindest in der internationalen Wahrnehmung auf eine Stufe mit Wegbereitern wie Kraftwerk und Tangerine Dream stellt, kann sich noch immer auf eine treue Gefolgschaft verlassen.

Diese beäugt allerdings kritisch, wenn sich der Großmeister der Synthesizer und Sequenzer auf die Zusammenarbeit mit anderen Künstler einlässt, insbesondere wenn es sich dabei um Vokalisten handelt.

Auch seine Kooperation mit Lisa Gerrard, deren unvergleichliche Stimme die Werke ihrer Band Dead Can Dance prägt, hat viele Kritiker auf den Plan gerufen. Elektronik-Nerds teilen sich ihr Spezialgebiet nur ungern mit Dark Wavern und Neoklassizisten.

Technik und Spiritualität gehen allerdings homogener miteinander um, als befürchtet wurde. Auf verschiedenen CDs und DVDs wurden die 2008 entstandenen Aufnahmen dokumentiert – beinahe lückenlos und in dieser Fülle leider auch überstrapazierend.

Mit der auf drei Teile angelegten Reihe „Big In Europe“, deren erstes Set erneut eine CD und zwei DVDs beinhaltet, wird nun die Tour im September 2009 nachbetrachtet, die mit einem historischen Auftritt in Warschau begann. Klaus Schulze und Lisa Gerrard spielten zum 70. Jahrestag des sowjetischen Überfalls auf Polen im Hof des Königsschlosses vor geladenen Gästen. Eine durchaus skurrile Konzertsituation, die beide allerdings mit großer Erhabenheit meisterten.

Die epischen, zurückhaltenden Elektronik-Klangflächen nutzt die Australierin, um sie mit improvisierten Gesängen in einer Fantasiesprache meist sehr andächtig zu veredeln. Für Klaus Schulze war diese Tournee, bei der bereits ein Auftritt in Essen aufgrund seiner Erkrankung abgesagt werden musste, wohl die letzte seiner langen Karriere. Nach zwei weiteren Auftritten in Tokio im Jahr 2010 hat der 66-jährige Musiker jetzt öffentlich bekannt gegeben, keine Konzerte mehr spielen zu wollen.

Klaus Schulze & Lisa Gerrard „Big In Europe Vol. 1“ CD + 2 DVDs, MIG, Hannover

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