Die Show von The Rascals sorgt für einen proppenvolles Haus im Aladin / 2016 wird die Glocke gerockt Als der Rock ’ n ’ Roll nach Bremen kam

Bremen. Im Hintergrund flimmern die historischen Schwarz-Weiß-Bilder aus Bremen und dem weiteren Weltgeschehen in den Fünfziger und Sechzigern über die Leinwand, vorne rocken die alten Herren, was das Zeug hält, und zwischendrin wirbeln attraktive Gogo-Tänzer über die Bühne. Mit einer Rock’n’Roll-Show ging die Bremer Band „The Rascals“ im Tivoli des Aladin auf eine musikalische Zeitreise und sorgte für ein volles Haus.
19.12.2015, 00:00
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Als der Rock ’ n ’ Roll nach Bremen kam
Von Uwe Dammann

Im Hintergrund flimmern die historischen Schwarz-Weiß-Bilder aus Bremen und dem weiteren Weltgeschehen in den Fünfziger und Sechzigern über die Leinwand, vorne rocken die alten Herren, was das Zeug hält, und zwischendrin wirbeln attraktive Gogo-Tänzer über die Bühne. Mit einer Rock’n’Roll-Show ging die Bremer Band „The Rascals“ im Tivoli des Aladin auf eine musikalische Zeitreise und sorgte für ein volles Haus.

Der Saal war nicht nur proppenvoll, sondern auch vor der Bühne und in den Seitengängen standen die Fans der Rascals. Nicht wenige von ihnen wagten außerdem eine tänzerische Rock’n’Roll-Einlage vor der Bühne – mit Überschlag und allem was, dazu gehört. Jüngere Musikfans könnten sagen: Wehe, wenn die Alten losgelassen werden. Aber irgendwie trifft es das: Obwohl nicht wenige der Bandmitglieder auch schon die 70 erreicht haben, will offensichtlich keiner sich einen ruhigen Lenz im heimischen Ohrensessel gönnen, sondern stattdessen lieber handfesten Rock’n’Roll live vor Publikum spielen.

Jerry Lee Lewis, Fats Domino, Little Richard, Bill Haley, Elvis Presley – die Hits der großen, alten Rock’Roller standen im Mittelpunkt des Abends. Wenn dann „Slippin’ And Slidin’“ von John Lennon oder ein Song von Bob Seeger gespielt wurde, war das im Rahmen dieses Programms schon fast neuzeitliche Musik.

Aber genauso ist auch die Show konzipiert. „Wir machen Musik von alten Leuten für alte Leute“, moderierte Harald Steinbrink launig den Abend an und wandelte damit das berühmte Zitat des früheren Tagesschausprechers Wilhelm Wieben zum Auftakt des legendären Beat-Clubs im Jahre 1965 ab. Steinbrink erzählte immer wieder zwischen den einzelnen Musikstücken über Kindheit und Jugendjahre in den Fünfzigern und Sechzigern in Bremen – als das Freibad noch Badeanstalt hieß, das Kino Lichtspielhaus, und die Jungs brav einen Diener machten und die Mädchen einen Knicks.

Lang ist es her, aber genau deshalb funktioniert auch dieser Abend. Genau wie die Musiker sind auch ihre Fans ein wenig in die Jahre gekommen und lassen sich gern noch einmal in die Zeit von Petticoat, Elvis und Kofferradio zurückführen. Gemäß dem Motto: Wenn wir schon alt werden, dann wenigstens mit Spaß dabei. Und Spaß machte die Show zweifellos. Zur Musik gibt es wenig zu sagen. Die Band spielt soliden, druckvollen einfachen Rock – nicht mehr und nicht weniger, die Songs sind große Hits, Überraschungen fehlen. Die Bläser im Hintergrund – drei Saxofone, eine Trompete – geben dem Ganzen eine zusätzliche, gelungene Klangfarbe und für Hingucker sorgen die drei Tänzer – zwei junge Frauen und ein Mann. Das Projekt „The Rascals Rock’n’Roll-Show“ wurde bereits vor einigen Jahren geboren. Jürgen Freitag, Bassist der Band, hatte die Idee dazu und trommelte die früheren Mitstreiter zusammen. „The Rascals“ waren Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre in Bremen eine echte musikalische Größe und durften unter anderem bei dem Endausscheid eines Wettbewerbs zu den „German Beatles“ die Bremer Farben vertreten.

Einer der Bandgründer war seinerzeit Günter Rohlfs, der auch beim Auftritt im Aladin als Leadgitarrist und Sänger so etwas wie der musikalische Taktgeber der Truppe war. Die Show wurde bislang lediglich auf kleineren Bühnen in Bremen und im Umland vorgestellt. Angesichts des großen Erfolges werden die Bühnen allerdings derzeit immer größer. Das Tivoli im Aladin war bereits proppenvoll, und nun wagen sich „The Rascals“ im nächsten Jahr noch eine Stufe höher. Am 9. November 2016 wollen sie ihre Show im großen Saal der Glocke aufführen. Karten im Vorverkauf gibt es bei Nordwest-Ticket.

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