Erfolgreiche Versionen beliebter Originalhits gibt es im Rock, Pop oder Schlagerbereich Als Karel Gott „Paint it Black“ coverte

„Paranoid“– der Rockklassiker von Black Sabbath wurde bei Cindy & Bert zum „Hund von Baskerville“ und Karel Gott coverte gar „Paint it Black“ von den Rolling Stones. Cover-Versionen beliebter Originalhits gibt es im Rock, Pop oder Schlagerbereich. Zu allen Zeiten versuchten sich Künstler daran, die Werke von Kollegen neu zu interpretieren. Dabei gibt es auch Coverversionen, die den Ruhm einer Band erst begründeten.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Als Karel Gott „Paint it Black“ coverte
Von Uwe Dammann

„Paranoid“ – der Rockklassiker von Black Sabbath wurde bei Cindy & Bert zum „Hund von Baskerville“ und Karel Gott coverte gar „Paint it Black“ von den Rolling Stones. Cover-Versionen beliebter Originalhits gibt es im Rock, Pop oder Schlagerbereich. Zu allen Zeiten versuchten sich Künstler daran, die Werke von Kollegen neu zu interpretieren. Dabei gibt es auch Coverversionen, die den Ruhm einer Band erst begründeten.

Bert (bürgerlich: Norbert) schrieb den deutschen Text „Der Hund von Baskerville“ höchstpersönlich. Gemeinsam mit seiner Partnerin Cindy (bürgerlich: Jutta) „rockte“ das Duo aus dem Saarland so den Black Sabbath Klassiker „Paranoid“. Damit gehört dieser Song aus dem Jahre 1969 wohl eher zu kuriosesten Coverversionen, die jemals in deutschen Landen produziert worden sind.

Mit der deutschen Version von „Paranoid“ und einem völlig neuen Text konnten Cindy & Bert immerhin einen Plattenvertrag ergattern, obwohl das Stück zur damaligen Zeit bei den Fans keinen großen Eindruck hinterließ. Auf jeden Fall gehört die Single des deutschen Schlagerduos heute zu den gesuchten Raritäten auf Schallplattenbörsen, ebenso wie die Version von „Paint it Black“ von den Rolling Stones, die Karel Gott 1971 unter dem Titel „Rot und schwarz“ veröffentlichte. Dabei sind diese Cover der Rock-Klassiker nur zwei Beispiele für viele.

Persönlicher Stempel

Zu jeder Zeit versuchten sich Künstler daran, die Werke von Kollegen zu interpretieren. Über die Gründe kann nur gemutmaßt werden. Für manche ist es einfach bequem einen populären Song in einer neuen Sprache vorzustellen, andere wollen offensichtlich einer bekannten Nummer ihren persönlichen Stempel aufdrücken.

Der Songpoet Cat Stevens kann sich bestimmt heute noch darüber freuen: Sein „Wild World“ aus dem Jahre 1970, das er auf dem Album „Tea for the Tillermann“ veröffentlichte, wurde im Laufe der vergangenen 43 Jahre gleich mehrfach zum Hit. Jimmy Cliff coverte den Song 1971, Barry Ryan wie 18 weitere Künstler ebenfalls. Andy Allo landete auch noch im Jahre 2012 mit „Wild World“ eine hohe Platzierung in den Charts, die Cat Stevens Tantiemen für die Songrechte in die Kasse spülte.

David Hasselhoff ist bis heute davon überzeugt, dass sein Hit „Looking for Freedom“ die innerdeutsche Mauer mit zum Einsturz brachte und somit Ost- und Westdeutschland vereinte. Immerhin sang er seinerzeit mit blinkender Jacke an der Berliner Mauer diesen Hit, den damals ganz Deutschland feierte. Fakt ist allerdings, dass es sich bei der Pop-Nummer um eine Coverversion handelt, die bereits 1978 – also weit vor dem Mauerfall – von einem gewissen Marc Seaberg aus Deutschland eingesungen und veröffentlicht wurde. Das Stück erreichte Platz 14 der Charts, während sich Hasselhoffs Neuauflage wochenlang auf Platz eins in Deutschland, Österreich und der Schweiz hielt. Auch Elvis-Fans müssen tapfer sein: „Hound Dog“, einer der klassischen Elvis Songs aller Zeiten, stammt nicht aus der Feder des Meisters des Rock’n Roll. Das war in den 50er Jahren auch nicht weiter ungewöhnlich. Viel interessanter ist dagegen die Tatsache, dass „Hound Dog“ für eine Bluessängerin geschrieben wurde, die sich über ihren untreuen Mann beschwerte. Der von Jerry Leiber und Mike Stoller komponierte Song wird von „Big Mama Thornton“ viel frustrierter vorgetragen und am Ende wird der „Hound Dog“ (Jagdhund) gnadenlos rausgeworfen.

Selbst das herzzerreißend innig geködelte „Mama“, das „Heintje“ 1967 in der Fernsehshow „Der goldene Schuß“ sang und damit vielen Müttern die Tränen in die Augen trieb, ist kein Lied, das eigens für den damals 12 Jahre alten Jungen aus Holland geschrieben wurde. „Mama“ heißt im Original nur leicht abgewandelt „Mamma“ und wurde von einem gewissen Cesare Andrea Bixio 1938 in Italien komponiert. Beniamino Gigli machte „Mamma“ schon 1940 in Italien zum Hit.

Sinead o’Connor, coverte „Nothing Compares to U“ von Prince. Marusha interpretierte 1994 den Welthit „Somewhere over the rainbow“ aus dem Jahre 1939, damals gesungen von Julie Garland, neu, ebenso wie der stark übergewichtige Israel Kamakawiwo‘ole. George Michael wiederum mixte den Temptation-Klassiker „Papa was a Rolling Stone“ mit dem Seal-Song „Killer“ zu einer neuen Version. Dabei gibt es keine Gewähr, dass die Neuauflage eines Charts-Erfolges erneut die Massen begeistert. Diese Erfahrung musste Popstar Britney Spears machen, die 2002 den Song „I Love Rock’n’ Roll“ coverte.

Das Lied war 1975 erstmals von der Band Arrows in England aufgenommen worden. Die Version von Britney Spears wurde 2010 von einem Musikkritiker unter die 50 schlechtesten Songs aller Zeiten gewählt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+