100 Jahre Friedhofsgärtnerei Adrian

Ausgezeichnete Grabgestaltung und Service

Jacob Holtsteger wagte am 1. April 1919 einen großen Schritt: Er übernahm die Kunst- und Ziergärtnerei des verstorbenen Bremer Bankiers Johann Georg Wolde in der Deichbruchstraße.
31.03.2019, 00:00
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Von GEM
Ausgezeichnete Grabgestaltung und Service

Enger Kundenkontakt ist den Mitarbeitern der Friedhofsgärtnerei Adrian wichtig. Zum 100. Geburtstag des Unternehmens wird eine Handyapp entwickelt, über die den Auftrag- gebern Bilder von den Arbeitsergebnissen der Gärtner gesendet werden.

Friedhofsgärtnerei Adrian

Jacob Holtsteger wagte am 1. April 1919 einen großen Schritt: Er übernahm die Kunst- und Ziergärtnerei des verstorbenen Bremer Bankiers Johann Georg Wolde in der Deichbruchstraße. Dort war er jahrelang privat als Gärtner beschäftigt gewesen. Als sein eigener Chef führte Holtsteger das Unternehmen mit seinem Sohn Leonhardt. Im Herzen Hastedts zogen sie in Treibhäusern Zierpflanzen wie Geranien und Hortensien, aber auch Kakteen. Ihre Pflanzen verkauften sie auf dem Markt und an Blumenhändler, was die Kunst- und Ziergärtnerei Holtsteger bekannt machte.

Nach dem Tod des Vaters wurde Leonhardt Holtsteger alleiniger Geschäftsführer. Seine große Stütze: Ehefrau Luise. Das Paar bekam fünf Töchter – Katharina sicherte den Fortbestand des Betriebs durch die Hochzeit mit Gärtnermeister Karl-Heinz Adrian, der aus einer Landwirtsfamilie stammte. Mit ihm firmierte das Unternehmen nicht nur um, sondern änderte auch den Tätigkeitsschwerpunkt. Von der Pflanzenproduktion weg spezialisierte sich die Friedhofsgärtnerei Adrian auf Grabgestaltung und -pflege sowie den Verkauf von Blumen, Büschen und Co.

1994 trat Sohn Thorsten in die Firma ein und leitet sie seit 1997 in vierter Generation. Mit dem jungen Gärtnermeister als Inhaber erweiterte sich das Dienstleistungsangebot. „Wir bieten heute sowohl die komplette Friedhofsrahmenpflege mit Rasenmähen und Heckenschnitt als auch den Aushub sowie Verschluss von Gräbern,
Küsterdienste und Sargträgerarbeiten an“, sagt Thorsten Adrian. Die Zahl der Beschäftigten und der Wirkungskreis des Unternehmens sind gewachsen: Die aktuell 18 Mitarbeiter – darunter drei Meister, gelernte Kräfte und sechs Sargträger – arbeiten auf jedem Friedhof in Bremen und umzu. An vier Standorten – auf den Friedhöfen in Hastedt, Huckelriede, Osterholz und Arsten – ist die Friedhofsgärtnerei mit einem Büro oder Betriebshof vertreten. Das Unternehmen ist stets auf der Suche nach Nachwuchs. „Junge Menschen, die Lust auf den Beruf des Gärtners haben, sind willkommen“, sagt der Geschäftsführer.

Allerorts bietet das Team um Thorsten Adrian einen besonderen Service: „Wir nehmen uns Zeit für unsere Kunden, beraten sie individuell und führen viele persönliche Gespräche, um ein Gespür dafür zu bekommen, was gewünscht ist“, sagt er. Heute sei häufig eine Grabgestaltung gefragt, in der sich die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegelt. „Da muss man gut zuhören und kreativ sein“, erläutert Adrian.

Letzteres hat seine Friedhofsgärtnerei bereits vielfach unter Beweis gestellt – im Rahmen von Wettbewerben auf der Bundesgartenschau. Dort wurden die Beschäftigten mehrfach mit Gold ausgezeichnet. 2013 wurde Adrian als Friedhofsgärtnerei des Jahres mit dem TASPO Award geehrt. Diesen Titel erhielt die Gärtnerei unter anderem für die Zusammenarbeit mit Kindern der Kita St. Johannes in Arsten. Gemeinsam gestalteten die Fachkräfte mit den Kindern und Erziehern eine Kindergrabstätte. Dazu gehörte unter anderem der Bau und die Dekoration. Angelegt war das Grab als Strandspielplatz mit einem ewigen Licht, vielen Muscheln und einem Legoleuchtturm. Auf der Internationalen Gartenschau in Hamburg fand das Projekt viel Beachtung.

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