Kommentar über die Oscar-Verleihung

Besser als ihr Ruf

Vom Bedeutungsverlust der Oscars war vor der 91. Verleihung vielfach die Rede. Doch siehe da: Der Festakt geriet kompakt und konsensfähig wie selten, meint Hendrik Werner.
25.02.2019, 20:15
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Besser als ihr Ruf
Von Hendrik Werner
Besser als ihr Ruf

Rami Malek wurde für seine Rolle als Freddy Mercury im Film "Bohemian Rhapsody" mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller geehrt.

Jordan Strauss /dpa

Totgesagte leben länger. Vom Bedeutungsverlust der Oscars war vor der 91. Verleihung vielfach die Rede. Vom beschädigten Nimbus des Filmgeschäfts (#MeToo; mangelnde Diversität), von der schwindenden Bedeutung des Kinos (durch Streaming-Dienste) und vom Niedergang der Gala, die diesmal ohne Moderator auskam. Doch siehe: Der Festakt geriet kompakt und konsensfähig wie selten.

Auch die Wahl der Preisträger lässt sich – gemessen am Geunke – sehen: Mit „Green Book“ und „BlacKkKlansman“ ernteten Dramen Trophäen, die sich am Rassismus abarbeiten. Alfonso Cuaróns Schwarzweiß-Epos „Roma“, eine Netflix-Produktion, erhaschte drei Goldjungen – darunter jenen für den besten fremdsprachigen Film, der Florian Henkel von Donnersmarcks Geschichtsklitterung („Werk ohne Autor“) versagt blieb.

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Mit Olivia Colman („The Favourite“) und Rami Malek („Bohemian Rhapsody“) wurden zwei charismatische Hauptdarsteller belobigt, die faszinierend instabile Charaktere verkörpern. Die farbigen Akteure Regina King und Mahershala Ali sind als beste Nebendarsteller eine treffliche Wahl. All das sind Schritte zur fälligen Erneuerung der Verleihung.

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