Ausstellung in Hamburg zeigt preisgekrönte Pressefotos Bilder von Brennpunkten

Hamburg. Die besten Pressefotos der Welt zeigen vor allem dramatische und aufwühlende Bilder, voller Leid, Armut und Verzweiflung aufgrund von Terror und Gewalt, Unfällen und Naturkatastrophen. Das zentrale Thema: die Flüchtlingskrise.
04.05.2016, 00:00
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Hamburg. Die besten Pressefotos der Welt zeigen vor allem dramatische und aufwühlende Bilder, voller Leid, Armut und Verzweiflung aufgrund von Terror und Gewalt, Unfällen und Naturkatastrophen. Das zentrale Thema: die Flüchtlingskrise. Ab Mittwoch zeigt Gruner und Jahr in einer Ausstellung diese Siegerbilder des World Press Photo Award im Hamburger Pressehaus am Baumwall.

Wenn der 48-jährige Australier Warren Richardson von der Zeit erzählt, als er mit Flüchtlingen an der ungarisch-syrischen Grenze übernachtete – zwischen Hoffnung und Angst, Zukunft und Vergangenheit, dann zeigt sich, wie bewegt der Fotojournalist immer noch von diesem Moment ist. Seine Stimme klingt leise, sein Blick ist ernst. „Tagelang habe ich Tausende von Flüchtlinge mit der Hoffnung auf Überleben gesehen“, sagt der Australier.

Fünf Tage übernachtete er mit einigen Flüchtlingen an der Grenze zwischen Horgoš (Serbien) und ­Röszke (Ungarn). Sie suchten einen Weg Richtung Ungarn. Im Juli 2015 hatte der Staat mit dem Bau eines vier Meter hohen Zauns entlang der gesamten Grenze zu ­Serbien begonnen, damit der Grenzübertritt nur noch an offiziellen Übergängen möglich war. Gemeinsam mit einer Gruppe von Flüchtlingen versteckte sich Warren Richardson nachts vier Stunden in einem Apfelgarten vor Grenzpolizisten. „Im Dunkeln sah man gar nichts“, erzählt er.

28. August: Ein Mann hatte es bereits über die serbisch-ungarische Grenze geschafft. Es war ungefähr drei Uhr morgens, als ihm ein kleines Kind durch ein Loch im Stacheldrahtzaun gereicht wurde. Der Fotograf drückte ab. „Ich konnte den Blitz nicht nutzen, weil die Polizei versuchte, die Flüchtlinge zu finden. Um sie nicht zu verraten, stand mir nur das Mondlicht zur Verfügung.“

Dieser Moment, den Warren Richardson einfing, wurde zum besten Pressefoto des Jahres 2015 ausgezeichnet. „Es geht mir nicht darum, dass mein Foto gesehen wird oder berühmt wird“, sagt der Australier. „Ich fühle mich bereichert, diese Menschen ­kennenzulernen.“ Die Familie sah der 48-Jährige nie wieder. „Ich würde gerne wissen, wo sie sind“, sagt der Fotograf.

Neben dem Bild von Warren Richardson zeigen viele der ausgezeichneten Fotografien dramatische Augenblicke. Niclas Hammarström aus Schweden gewann den dritten Preis der Kategorie „Harte Fakten“ mit dem Foto von einem toten Mann, der bei ­einer Bandenschießerei in San Pedro Sula (Honduras) erschossen wurde. Schon Hammarströms Porträt einer von Granatsplittern getroffenen Elfjährigen aus Aleppo war 2014 vom Kinderhilfswerk Unicef zum Foto des Jahres gekürt worden. Sehr bewegend sind auch die Bilder von Sameer al Doumy, der schwere Bombenangriffe im von der Opposition kontrollierten Osten der Ghuta, am Rand von Damaskus, einfing. Abd Doumany aus Syrien zeigt in seiner bewegenden Reportage hilfesuchende Kinder, die während der Bombardierung der Stadt Duma (Provinz Damaskus) schwer verletzt und verwundet wurden. „Wir haben 82 951 Bilder zugeschickt bekommen. Das ganz große Thema war Syrien und die Flüchtlingsströme“, so Kari Lundelin vom World Press Photo Award. Eine international besetzte Jury aus 18 Experten hat die besten Bilder aus dem vergangenen Jahr ausgewählt.

Gruner und Jahr zeigt zum 22. Mal die Siegerfotos der 41 Fotografen aus 21 Ländern. Zu sehen sind dramatische Bilder von den Brennpunkten der Welt, aber auch ergreifende und bewegende Fotografien aus den Bereichen Sport, Kultur, Umwelt und Wissenschaft.

Vom 4. bis 29. Mai im Pressehaus Gruner und Jahr, Am Baumwall 11, 20 459 Hamburg; Geöffnet: Montag bis Sonntag 10-18 Uhr, Mittwoch 10-20 Uhr, Eintritt frei
„Ich fühle mich bereichert, diese Menschen ­kennenzulernen.“ Warren Richardson, Fotograf
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