Kommentar zur Frankfurter Buchmesse

Buchbranche unter Zugzwang

Die weltgrößte Literatur-Leistungsschau thematisiert zwei top-aktuelle Megathemen: Umweltschutz und Migration. Das gefällt Kulturredakteur Hendrik Werner.
15.10.2019, 18:34
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Buchbranche unter Zugzwang
Von Hendrik Werner
Buchbranche unter Zugzwang

Entspannte Anreise: Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit unterhält sich im Literaturzug von Köln nach Frankfurt mit der Schriftstellerin Herbjorg Wassmo.

Jens Kalaene / dpa

Mit einem Literaturzug ist das norwegische Kronprinzenpaar zur Buchmesse in Frankfurt am Main gereist. Es gab sich damit umweltbewusst wie Greta Thunberg bei ihrem Segeltörn gen USA. Begleitet wurden Mette-Marit und Haakon von zwei Dutzend Erfolgsautoren ihres Landes. Norwegen ist in diesem Jahr Ehrengast der weltweit größten Literaturleistungsschau, die bis Sonntag von 7500 Ausstellern aus 150 Ländern bespielt wird.

Die Art der royalen Anreise taugt in doppelter Hinsicht als Sinnbild: Zum einen nimmt die Buchbranche hierzulande nach Jahren der Stagnation wieder an Fahrt auf; erstmals seit 2012 steigt die Zahl der Käufer wieder. Zum anderen hat der Klimaschutz bei deutschen Verlagen endlich den Stellenwert, den er verdient; Papierverbrauch und Einschweißfolien stehen auf dem Prüfstand. Unter Zugzwang in Sachen Nachhaltigkeit steht die saumselige Branche seit Jahren.

Noch eine gute Nachricht: Mit dem deutsch-bosnischen Autor Saša Stanišić, dem am Vorabend der Eröffnung der Deutsche Buchpreis zuerkannt wurde, wächst der Messe beizeiten eine politische Note zu, die der Migration gilt, dem heimlichen Top-Thema des Branchentreffs.

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