Kunst Daniel Richter verlässt Hamburg

Hamburg. Aus Ärger über die Hamburger Kulturpolitik verlässt der Maler Daniel Richter die Hansestadt und zieht mit seiner Familie nach Berlin.
19.06.2010, 11:40
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste

Hamburg. Aus Ärger über die Hamburger Kulturpolitik verlässt der Maler Daniel Richter die Hansestadt und zieht mit seiner Familie nach Berlin.

«Vom Schauspielhaus über die Kunsthalle bis zu den Entscheidungen, wahlweise die Kunsthalle oder die Fabrik dichtzumachen, eine Elbphilharmonie zu bauen. Berlin - eine Stadt, die definitiv pleite ist - macht einfach eine viel interessantere, komplexere und modernere Museumsarbeit», sagte Richter dem «Hamburger Abendblatt».

Wenn man das Geld habe, die Elbphilharmonie zu bauen, müsste man sich nicht wundern, «wenn Leute sagen, wo sind die 200 000 Euro für Brandschutzklappen in der Kunsthalle», meinte Richter.

Künstler könnten in Hamburg leben, «wenn sie entweder arm sind oder sehr erfolgreich. Dazwischen ist das Investitionsrisiko für den Hamburger Bourgeois zu groß. Es gibt wenige, sehr sympathische Mäzene, die ausgleichen, was die Stadt nicht leistet. Den anderen 3800 Millionären ist das völlig wurst, da soll man sich nichts vormachen», meinte der Maler.

Jeden Tag stehe in der Zeitung, diese Stadt sei die reichste auf dem Kontinent, und gleichzeitig wird gesagt, man sei pleite, wenn es um das angeblich so geliebte kulturelle Management geht. «Everbodys darling ist everybodys Depp, vielleicht hat die Kultursenatorin das zu sehr versucht», meinte Richter.

Richter hat in Hamburg studiert und zählt neben Neo Rauch und Jonathan Meese zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Im Herbst 2009 übernahm der Maler eine viel beachtete Schirmherrschaft über die Besetzung des historischen Hamburger Gängeviertels durch lokale Künstler. Seine Frau Angela Richter hat 2006 das Hamburger Fleetstreet-Theater gegründet. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+