Aleida Assmann untersucht die Zeitwahrnehmung in der Moderne Das Ende der Zukunft

Aleida Assmann, emeritierte Anglistikprofessorin (Universität Konstanz) und umtriebige Kulturtheoretikerin zum Themenfeld Zeit und Gedächtnis, hat zwei neue Bücher vorgelegt, die brisante Fragen aufwerfen. In der spannenden Studie „Ist die Zeit aus den Fugen?“, die das Zeug zum Standardwerk hat, ergründet Assmann unterschiedliche Formen der Zeitwahrnehmung in der Moderne.
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Das Ende der Zukunft
Von Hendrik Werner

Aleida Assmann, emeritierte Anglistikprofessorin (Universität Konstanz) und umtriebige Kulturtheoretikerin zum Themenfeld Zeit und Gedächtnis, hat zwei neue Bücher vorgelegt, die brisante Fragen aufwerfen. In der spannenden Studie „Ist die Zeit aus den Fugen?“, die das Zeug zum Standardwerk hat, ergründet Assmann unterschiedliche Formen der Zeitwahrnehmung in der Moderne. Sie vertritt die These, dass jene uns seit der Kindheit vertraute Zeitkonzeption unwiderruflich abgewirtschaftet hat, die alle Erwartungen und Hoffnungen einzig und allein auf Zukünftiges ausrichtete.

Da die Zukunft vermeintliche Glücks- und Fortschrittsversprechen nicht mehr einhalte, die Gegenwart beängstigend unübersichtlich geworden sei und die Vergangenheit gespenstergleich in mannigfacher Gestalt zurückkehre, herrscht laut Assmann in unserem Kulturkreis permanente Orientierungslosigkeit. Dieses Chaos wird durch Geister der Digitalisierung zusätzlich dynamisiert. Assmann erläutert die Zeitordnung der Moderne und den Halt, den diese zu geben imstande war, an literarischen und historischen Beispielen. Ihre Antworten auf drängende Fragen nach der Krise unserer Zeitrechnung führt direkt in ein Furchtzentrum: die Sinnleere des Menschen.

Assmanns zweites aktuelles Buch widmet sich einer anderen Zeitfrage. Sie stellt nach dem Schwinden der Deutungsmacht der 68er und eingedenk des Aussterbens von NS-Regime-Zeitzeugen auf kluge Weise unsere Erinnerungskultur auf den Prüfstand.

Aleida Assmann: Ist die Zeit aus den Fugen? Hanser, München. 336 Seiten, 22,90 .

Dies.: Das neue Unbehagen an der Erinnerung. C.H. Beck, München. 231 Seiten, 16,95

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