Die Mezzosopranistin Angela Spohr Puppel zeigt Ölbilder und Gouachen im Haus Paula Becker Das Flüchtige durch das Beständige ergänzt

Bremen. Die Malerei und der Gesang haben vieles gemeinsam. So kann man in beiden Künsten Unsagbares ausdrücken, Gefühlen oder auch Erlebnissen eine Form geben, die sich schwer nur in Worte fassen lässt.
02.08.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von MEIKE ROTERMUND

Die Malerei und der Gesang haben vieles gemeinsam. So kann man in beiden Künsten Unsagbares ausdrücken, Gefühlen oder auch Erlebnissen eine Form geben, die sich schwer nur in Worte fassen lässt. Allerdings gibt es auch einen elementaren Unterschied: Wenn in der Musik das Werk allein im Moment des Vortrags – oder auch der Wiedergabe – erlebbar ist, so bleibt ein Bildwerk längerfristig bestehen.

Diese Beständigkeit des Bildes ist es, die Angela Spohr Puppel zur Malerei geführt hat. Ist die Freiburgerin doch von Haus aus ausgebildete Sängerin. Im Gesang arbeite man stark mit inneren Bildern, die einem helfen würden, den richtigen Ausdruck zu finden, erläutert Angela Spohr Puppel. Durch ein persönliches Erlebnis sei sie vor einer Reihe von Jahren an den Punkt gekommen, dass dieser flüchtige Moment ihr nicht immer ausreiche. Es entstand der Wunsch, eine weitere Ausdrucksform zu finden. So habe sie die Ölmalerei für sich entdeckt. Eine Auswahl ihrer Bildwerke zeigt jetzt eine kleine Schau im Haus Paula Becker an der Schwachhauser Heerstraße direkt neben dem Concordiatunnel. Dort wo die spätere Malerin Paula Modersohn-Becker als junge Frau mit ihrer Familie gelebt hat, findet sich seit einiger Zeit ein Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Die dort präsentierten rund 40 Arbeiten Angela Spohr Puppels – Ölbilder und Gouachen – sind in den vergangenen fünf Jahren entstanden. In expressivem Stil mit breiten Pinselstrichen, starken Umrisslinien und zum Teil buntfarbiger, zum Teil auch eher gedeckter Farbpalette sind ganz unterschiedliche Motive umgesetzt: Landschaften, Blumen, auch Personen. Mal großformatig, häufiger auch in einem schmalen Hochformat. Dabei sind manche der Figuren aus dem Liederrepertoire der Sängerin auch auf die Leinwand gewandert. So findet sich die von Heinrich Heine bedichtete und von Franz Liszt vertonte Loreley auf dunklem Grund porträtiert. Auch Schuberts Ballade vom Zwerg, nach Matthäus von Collin findet sich hier als Landschaftskomposition wieder, wie sich zudem Benjamin Brittens „Last rose of summer“ entdecken lässt. Zur Eröffnung der Ausstellung gab es zusätzlich zu dem Bilderreigen an den Wänden eine Kostprobe der berührenden Sangeskunst der Mezzo-Sopranistin. In einem knapp einstündigen Konzert entführte Angela Spohr Puppel mit Balladen von Franz Schubert, Hugo Wolf, Franz Liszt und Benjamin Britten in die Welt der Romantik. Begleitet wurde die Sängerin dabei am Flügel von dem Pianisten Michael Poliatskin.

„Angela Spohr Puppel – Sängerin und Malerin“: bis 30. August im Haus Paula Becker, Schwachhauser Heerstraße 23. Geöffnet ist donnerstags von 18 bis 21 Uhr und sonnabends von 11 bis 13 Uhr.

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