Tatjana Nivilinszky ist die Leiterin der Gesangsschule Stimm-Oase – Zur Osterzeit bietet sie einige Workshops an

Der Körper als Instrument

Weyhe-Lahausen. Am Keyboard spielt sie ein paar Akkorde an. Bass, Trommeln oder Mikrofone gehören aber ebenso zu den Dingen, mit denen Gesangspädagogin Tatjana Nivilinszky leidenschaftlich arbeitet.
18.03.2018, 00:00
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Von Torge Meyer
Der Körper als Instrument

Tatjana Nivilinszky leitet die Gesangsschule Stimm-Oase, hat aber auch hinter dem Mikrofon einiges zu bieten.

Picasa und TORGE MEYER, Torge Meyer

Weyhe-Lahausen. Am Keyboard spielt sie ein paar Akkorde an. Bass, Trommeln oder Mikrofone gehören aber ebenso zu den Dingen, mit denen Gesangspädagogin Tatjana Nivilinszky leidenschaftlich arbeitet. Für sie ist Musik nicht einfach nur ein Hobby, sondern eine Berufung. „Wenn ich jemanden singen höre, weiß ich sofort, woran es liegt, wenn bestimmte Töne nicht getroffen werden“, erzählt sie. Die Musikerin betreibt in ihrem Haus in Lahausen die Gesangsschule Stimm-Oase. Dort bietet sie professionelles Stimmtraining an. „Jeder, der daran interessiert ist, seine Gesangskünste zu verbessern, ist hier richtig“, betont sie. Und die Bandbreite der Menschen, die zu ihr kommen, ist groß: Solokünstler, Bands, Chöre, Musikstudenten, Berufsmusiker, Berufssprecher, Führungskräfte und Schauspieler gehören dazu, Profis ebenso wie Amateure.

Nach Angaben der Leiterin wird die Gesangsschule von Menschen aus ganz Deutschland besucht. „Der Körper – des Sängers Instrument“, heißt es auf dem Flyer der Stimm-Oase. Dies sieht die 48-Jährige als ihren Schwerpunkt an. Seit vier Jahren leitet Nivilinszky in dem Weyher Ortsteil ihre Schule und ist seit 25 Jahren als Gesangspädagogin unterwegs. Doch bis heute war es ein langer Weg. „Eigentlich wollte ich Meeresbiologin werden“, erzählt sie. Ihre Mutter hatte ihr zu Gesangsunterricht geraten, da sie immer so leise gesprochen habe. Erst sei sie Teil einer Gruppe gewesen. Aus dieser habe man sie aber kurze Zeit später herausgenommen. „Damals dachte ich, der Grund dafür war, weil ich so schlecht singe“, merkt Nivilinszky an. Später stellte sich aber heraus, dass dies nicht der Fall war.

Die Leiterin erinnert sich noch gut an früher. Ihre damalige Gesangslehrerin meldete Nivilinszky bei einem Vorsingen bei der Hochschule für Künste in Bremen an. Nicht wissend, bei was für einer Veranstaltung sie sang, überzeugte Nivilinszky und besuchte fortan die Bremer Einrichtung. Von der Gastdozentin Júlia Hamari ist ihr Talent, so die Leiterin, dann entdeckt worden. Die ungarische Sängerin legte ihr damals nahe, auch Gesangspädagogin zu werden. In der Hochschule unterstützte die Studentin ihre Mitschüler mit eigenen Methoden und überzeugte Hamari damit so sehr, dass sie Nivilinszky als ihre Assistentin beschäftigte. „Ich gehe ins Körpergefühl meines Gegenübers ein“, erzählt die Gesangspädagogin. Sie wendet nach eigenen Angaben ein Training an, das sich nicht nur auf den Stimmapparat fokussiert, sondern auf den gesamten Körper. „Singen ist Leistungssport“, erklärt sie. „Jeder funktioniert anders und muss individuell gefördert werden“, gibt die Leiterin weiter an, die detailliert auf ihr Vorgehen diesbezüglich eingeht: Im Vorfeld klärt die Gesangstrainerin die Krankheitsgeschichte jedes Teilnehmers ab. Hierbei wird unter anderem darüber gesprochen, ob und welche Medikamente von den Schülern eingenommen werden. Der Musikstil, der von den jeweiligen Schülern gesungen werden möchte, sei ebenso ein wesentlicher Faktor. „Für Metal braucht man eine andere Atemtechnik als für Musical“, erzählt sie.

Nachdem sie durch ihr Engagement als Assistentin einen Schülerstamm aufbauen konnte, machte sich Nivilinszky als Gesangspädagogin selbstständig. „Eigentlich war ich damals der Meinung, man könne mit dieser Gesangspädagogik kein Geld verdienen, doch später erwies sich das als Irrtum“, erzählt die Leiterin. Ihre Gesangsschule Stimm-Oase eröffnete sie im Jahre 2007 in Ganderkesee. „Als ich vor vier Jahren nach Weyhe zog, sind mir alle meine Schüler treu geblieben", sagt Nivilinszky. Die Leiterin freut sich besonders über einen: Nick Hämmerling, der seit zehn Jahren dabei ist. Laut ihren Angaben fährt er trotz Blindheit mit dem Zug zur Gesangsschule. „Jedes Mal, wenn er uns besucht, reist er dafür aus Hamburg an“, erzählt die Pädagogin. Wie sie berichtet, plant er, Kompositionslehre zu studieren. Hierbei möchte die Leiterin ihn so gut wie möglich unterstützen.

In den Osterferien bietet Tatjana Nivilinszky Workshops an. Hierfür sind drei Termine geplant. Der erste ist am Dienstag, 20. März, von 15 bis 17 Uhr. In diesem Workshop unter dem Titel „Atme dich frei“ will die Pädagogin die Verspannungen der Winterzeit wegtrainieren. Am Freitag, 30. März, wird in der gleichen Zeit der Workshop „Atemrunde in der Natur“ stattfinden. „Für mich ist das ein ganz neues Ding“, merkt die Leiterin an. Nach ihren Angaben ist eine Art Kohlfahrt ohne Alkohol geplant. Bei schlechtem Wetter möchte man einen anderen Termin finden. Einen Tag später, am Sonnabend, 31. März, findet der letzte Workshop „Tonfindung“ statt. Zur gleichen Uhrzeit wie die anderen Angebote sollen die Teilnehmer einer Kombination aus Ohrschule und Stimmapparat begegnen. Für die Workshops ist eine Voranmeldung unter 0 42 03 / 78 96 63 nötig.

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