Moderne Bestattungskultur stellt vermehrt das Persönliche des Verstorbenen in den Vordergrund Der Rahmen für bleibende Erinnerungen

Der Tod eines geliebten Menschen lässt die Angehörigen oftmals in ein tiefes Loch fallen. Neben den Formalitäten sowie der Organisation der Trauerfeier und der Bestattung fehlt vielen zunächst die Zeit, um in Ruhe Abschied nehmen zu können. Dabei ist es so wichtig, dass sich die Hinterbliebenen bei all der Trauerarbeit stets auf das Wesentliche konzen-trieren: den Abschied von dem lieben Menschen, dem man im Leben so nahe gestanden hat.
21.05.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Der Tod eines geliebten Menschen lässt die Angehörigen oftmals in ein tiefes Loch fallen. Neben den Formalitäten sowie der Organisation der Trauerfeier und der Bestattung fehlt vielen zunächst die Zeit, um in Ruhe Abschied nehmen zu

können. Dabei ist es so wichtig, dass sich die Hinterbliebenen bei all der Trauerarbeit stets auf das Wesentliche konzen-trieren: den Abschied von dem lieben Menschen, dem man im Leben so nahe gestanden hat.

Die Aufgabe von Bestattern und Steinmetzen ist es dementsprechend, die Angehörigen auf ihrem ersten Weg der Trauer zu begleiten und ihnen bei wichtigen Entscheidungen zur Seite zu stehen. Dabei richten sie ihren Fokus gemeinsam mit der Familie verstärkt auf die Persönlichkeit des Verstorbenen, die es nun zu würdigen gilt und die möglichst langfristig in Erinnerung bleiben soll.

Auch wenn sich die Bestattungskultur in den vergangenen Jahren gewandelt hat, so machen die Bestatter dennoch die Erfahrung, dass die Nachfrage nach einem konkreten Ort des Abschiednehmens immer stärker gefragt ist. „Die Menschen suchen nach einer liebevollen und würdevollen Art der Bestattung mit einem geringen Pflegeaufwand“, fasst Dieter Freuer vom Bestattungsinstitut Freuer in Delmenhorst seine Erkenntnisse aus den Gesprächen mit trauernden Angehörigen zusammen.

Dieser Feststellung stimmt Rolf Ullmann von Ullmann Bestattungen in Delmenhorst zu. „Schlicht und würdevoll soll es sein“, sagt er und verweist auf individuelle und persönliche Trauerfeiern im kleinen Rahmen.

Diese Erfahrung hat auch Gerold Warrelmann vom gleichnamigen Bestattungsinstitut in Delmenhorst gemacht: „Das Individuelle wird groß geschrieben, das gilt sowohl für die Trauerfeier als auch für die spätere Grabgestaltung“, berichtet der Fachmann. Um die Wünsche seiner Kunden bestmöglich umsetzen zu können, nehmen er und seine Mitarbeiter sich viel Zeit für ein persönliches Gespräch mit den Hinterbliebenen. „Wenn es ge-wünscht ist, führen wir dieses auch gerne bei den Angehörigen zu Hause in vertrauter Umgebung“, ergänzt er.

Persönliche Erinnerungen

Auch Marion Dittrich von Dittrich-Grabmale in Kirchweyhe legt großen Wert auf den persönlichen Kontakt. „Vielen fällt es so kurz nach dem Tod schwer, über den Verstorbenen zu reden. Aber im Laufe des Gesprächs öffnen sie sich erfahrungsgemäß immer mehr und wir versuchen, durch gezielte Fragen etwas über die Persönlichkeit des Verstorbenen zu

erfahren. Auch das ist ein Teil von Trauerarbeit“, sagt sie. Ihr vorrangiges Ziel ist es, gemeinsam mit den Angehörigen einen Grabstein als Denkmal zu erstellen. „Dieser ist für die Ewigkeit und im Optimalfall gehen die Kinder und Enkel-

kinder noch Jahre später zum Grab der Verstorbenen und sagen dann mit einem Lächeln ,Ja, so war Omi‘“, erläutert

Marion Dittrich ihr Bestreben.

Die Persönlichkeit des Einzelnen versucht sie durch gezieltes Fragen nach Hobbys, Leidenschaften und Charakterzügen zu erfragen. „So haben wir schon einen schönen Stein mit einem Sonnenuntergang und Möwen entworfen – in Anlehnung daran, dass die Verstorbene gerne Urlaub auf Sylt gemacht hat“, ergänzt die Expertin. Auch bei der Auswahl des Steines, der Form und der Schrift lassen sie und ihre Mitarbeiter die Wünsche der Angehörigen mit einfließen. „Sie nehmen aktiv am Entstehungsprozess teil“, so Dittrich.

In erster Linie klassischer

waren bislang die Wünsche, die an die Bild- und Steinhauerei Arno Lange in Delmenhorst

herangetragen wurden. „Viele entscheiden sich bei uns eher für ein christliches Symbol wie ein Kreuz oder für eine Rose

auf dem Grabstein“, berichtet Martina Böer. Andererseits

haben sie allerdings mit einem Fußball, einem Musikinstrument, einem Segelschiff oder einem Golfspieler das jeweilige Hobby des Verstorbenen mit in die Gestaltung des Grabsteins eingearbeitet. „Wichtig ist immer ein persönliches Gespräch mit den Angehörigen, nur so können wir herausfinden, was ihnen und dem Verstorbenen wichtig ist und war“, fügt Böer hinzu. Die Tendenz gehe bei der Größe des Steines dabei eindeutig in Richtung der kleineren Modelle. „Diese Steine passen eher auf die beliebten kleineren und pflegeleichteren Urnengräber“, sagt sie.

Abschied vom Haustier

Individualität und Persönlichkeit spiegelt sich nicht nur in der Art des Abschiednehmens von Menschen wieder. Auch das geliebte Haustier wird

immer häufiger würdevoll zu Grabe getragen. So bietet das Kleintierkrematorium Rosengarten verschiedene Möglichkeiten der Bestattung an. Die einfühlsamen Tierbestatter versuchen gemeinsam mit den trauernden Haltern in einem persönlichen Gespräch eine schöne Abschiednahme auf die Beine zu stellen. Die Mitarbeiter kümmern sich letztendlich sowohl um die Gestaltung der Bestattung als auch um die Rückführung der Asche in den Rosengarten sowie die Beisetzung in einem Urnengrab. Und selbst bei den jeweiligen Aschegefäßen finden die Tierliebhaber eine große Auswahl je nach individuellem Geschmack vor. xfl

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