Die Komödie „Bocksprünge“ erzählt von einem absurden Beziehungsgeflecht / Autorenfilm ist ohne staatliche Förderung ausgekommen Der Seitensprung als Selbstverständlichkeit

Bremen. Die Kinokomödie „Bocksprünge“ ist ein kleiner Exot unter den Filmproduktionen. Regisseur Eckhard Preuß ist nicht nur der Hauptdarsteller des Films, sondern hat auch das Drehbuch mitverfasst.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Arne Bode

Die Kinokomödie „Bocksprünge“ ist ein kleiner Exot unter den Filmproduktionen. Regisseur Eckhard Preuß ist nicht nur der Hauptdarsteller des Films, sondern hat auch das Drehbuch mitverfasst. Darüber hinaus verzichtet die Produktion komplett auf die sonst typische Filmförderung. Das Ergebnis ist eine absurd-amüsante Komödie mit Ecken und Kanten, die Regisseur und Hauptdarsteller am Donnerstagabend im Cinema Ostertor vorstellten.

Udo, gespielt von Eckhard Preuß, ist kein Casanova im eigentlichen Sinne. Er ist weder besonders attraktiv noch sonderlich galant noch ein Frauenversteher. Dennoch kommt er bei den Frauen gut an. Udo ist mit Doris (Jule Ronstedt) verheiratet und hat zur gleichen Zeit eine Affäre mit deren bester Freundin Maya (Julia Koschitz). Um das Beziehungsgeflecht noch komplizierter zu machen, hat Mayas Freund Silvan (Benjamin Sadler) ebenfalls eine Affäre. Von dieser Ausgangslage ausgehend entspinnt sich ein komödiantischer Reigen, in der eine Affäre nach der anderen ans Tageslicht kommt. In „Bocksprünge“ verkommt der Seitensprung zur Selbstverständlichkeit. Eckhard Preuß hat als Co-Autor ein fantasievolles Drehbuch abgeliefert, das voller Begebenheiten steckt, die immer wieder ein Stück weit an der Realität vorbeischrammen.

So manche Szene wirkt dabei einfach nur gewollt und irreal. Das man den Film trotz so mancher Schwäche im Drehbuch gerne sieht, liegt nicht zuletzt an den Schauspielern, die ihren Rollen das nötige Quantum Glaubhaftigkeit verleihen. Das sorgt für einen schrägen Humor, der immer am Rande seichter Tragik vorbei- schifft. „Es ist schön, wenn man eine klare Form von Humor schaffen kann“, sagt Regisseur Preuß dazu. „Wenn zu viele Personen an der Drehbuchentwicklung mitwirken, werden daraus Mischprodukte.“Preuß hat Udo mit viel Liebe zum Detail entwickelt. „Ich hatte Udo schon zuvor in einem Kurzfilm porträtiert. Als ich zum Set kam, war er mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es eine echte Erlösung war, ihn endlich lebendig werden zu lassen.“ „Bocksprünge“ ist dabei nicht, wie die meisten größeren Filmproduktionen, durch Filmförderung oder durch öffentlich-rechtliche Sender finanziert worden. „Unsere Finanzierung ist aus der Not geboren. So, wie ich den Film machen wollte, das ging mit Großproduzenten und ihren Vorstellungen nicht zusammen“, sagt Preuß. „Bocksprünge“ ist als Autorenfilm konzipiert: Eckhard Preuß hat von der ersten Idee über die Entwicklung des Drehbuchs bis hin zur Regie alles allein entschieden. Bezahlt wurde der Film letztendlich durch Gelder aus seinem Freundeskreis. Entstanden ist so eine schräge Komödie, die sich nicht den Konventionen des Mainstreams unterwirft.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+