Neu im Kino „Destroyer": Nicole Kidman spielt eine fesselnde Antiheldin

Nicole Kidman ist als verhärmte Erin Bell in „Destroyer" kaum wiederzuerkennen. Der Film ist vor allem das Porträt einer gebrochenen Frau, die vergangene Fehler in ihrem Leben nun wieder gut machen will.
13.03.2019, 21:12
Lesedauer: 2 Min
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Von Barbara Munker

Hollywood-Star Nicole Kidman ist für viele Filmfans der Inbegriff perfekter Eleganz. In dem biografischen Drama „Grace of Monaco“ verkörperte sie ihre ehemalige Kollegin Grace Kelly, in dem Blockbuster „Aquaman“ war sie unlängst mit blonder Lockenmähne als schillernde Meereskönigin Atlanna zu sehen. Doch der in Australien geborene Star kann auch ganz anders, und kann vor allem auch ganz anders aussehen.

Kidman spielte bereits gänzlich unglamouröse Rollen in Independent-Dramen wie „Der verlorene Sohn“ oder „The Killing of a Sacred Deer“. Den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann sie 2003 für „The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“: Mit großer Nase in der uneitlen Rolle der depressiven englischen Schriftstellerin Virginia Woolf war sie kaum wiederzuerkennen.

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In ihrem neuen Film „Destroyer“ ist Nicole Kidman nun in einer weiteren krassen Verwandlungsrolle ihrer langen Schauspielkarriere zu sehen. Mit aschfahler Haut, fransig-braunen Haaren und rot geäderten Augen kämpft sie sich in der Rolle der Polizistin Erin Bell durch die düstere und brutale Gangsterwelt von Los Angeles. Sie ist psychisch und physisch am Rande ihrer Kräfte angelangt. Gleichzeitig fesselt Nicole Kidman das Kinopublikum mit einer derartigen Wucht, dass man dieser kaputten US-amerikanischen Kriminalbeamtin alles abnimmt.

Thriller mit vielen Wendungen

Die Geschichte des Thrillers von US-Regisseurin Karyn Kusama (unter anderem: „Jennifers Body – Jungs nach ihrem Geschmack“, „Aeon Flux“), mit vielen Wendungen bis zum bitteren Ende, wird in Rückblenden erzählt. Vor 17 Jahren wurde Erin Bell als junge FBI-Ermittlerin mit ihrem Kollegen Chris bei einem Undercover-Einsatz in eine Drogengang eingeschleust. Die Bande wird von dem gefürchteten Gangster Silas angeführt. Bei einem missglückten Bankraub wird Silas zum Mörder, Chris kommt ums Leben und lässt Erin Bell mit Schuldgefühlen und gebrochen zurück. Außerdem ist sie schwanger.

„Du kannst ein besserer Mensch werden“, schärft Bell als Polizistin ihrer jetzt 16 Jahre alten rebellischen Tochter Shelby ein. Der Mutter-Tochter-Kontakt ist völlig gestört, die abgewrackt wirkende Ermittlerin lebt nur für ihre Arbeit. Auf eigene Faust will sie sich an den Drahtziehern der Gang von damals rächen, sie wird zu „Destroyer“ (Zerstörerin). Kusamas Krimi lebt von actionreicher Spannung und harter Brutalität, doch dank Nicole Kidman geht „Destroyer“ weit über ein Polizeidrama hinaus.

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Der Film ist vor allem das Porträt einer gebrochenen Frau, die vergangene Fehler in ihrem verkorksten Leben nun wieder gut machen will. Stets habe sie sich voller Neid und Angst durchboxen müssen, lamentiert die Polizistin in einer Szene von „Destroyer“. Nicole Kidman findet als Antiheldin dafür genau die richtige Balance – mal schlägt sie knallhart zu, mal legt sie ihre verletzte Psyche offen.

Mit ihrem Auftritt als Erin Bell holte sich die 51-jährige Schauspielerin eine Golden-Globe-Nominierung als beste Drama-Darstellerin. Bei der Gala im Januar ging Kidman zwar leer aus. Doch schon die Nominierung war eine überaus verdiente Anerkennung für ihre beeindruckende Verwandlungskunst.

Weitere Informationen

Der Film „Destroyer“ kommt in Deutschland an diesem Donnerstag in die Kinos. Weitere ­Informationen gibt es auch online unter
www.destroyer-film.de

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