ESC-Vorentscheid Deutschlands Lied für Israel

Sieben Künstler kämpfen um das Ticket zum Eurovision Song Contest. Am Freitag treten sie live beim deutschen Vorentscheid „Unser Lied für Israel“ in der ARD gegeneinander an. Wir stellen die Kandidaten vor.
21.02.2019, 15:14
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Deutschlands Lied für Israel
Von Alexandra Knief

Wer singt „Unser Lied für Israel“? Und vor allem: Was für ein Lied wird es überhaupt sein? Die Macher des deutschen Vorentscheids für den ESC (Eurovision Song Contest, 18. Mai, Tel Aviv) machen es in diesem Jahr besonders spannend: Die sieben Kandidaten, die noch im Rennen sind, präsentieren ihre jeweiligen Songs erst am 22. Februar live in der ARD (20.15 Uhr). Vergangenes Jahr wurden die Lieder bereits einige Tage zuvor veröffentlicht. Über die Beiträge, aus denen das Publikum, die Eurovisions- und die Experten-Jury am Freitag ihren Favoriten aussuchen, gibt es also im Vorfeld noch nicht viel zu sagen. Anders sieht es bei den Kandidaten aus.

Makeda („The Day I Loved You Most“)

Die Bonnerin Makeda (28), heißt mit vollem Namen Makeda Michalke. Sie wurde bereits drei Mal zum Casting für den ESC-Vorentscheid eingeladen und hat eine Band mit dem Namen Steal a Taxi. Alica Keys gehöre zu den Künstlern, die sie dazu inspiriert haben, Musik zu machen. Ihr Ziel für den Wettbewerb: Einen Song präsentieren, der den Menschen Identifikationspotenzial bietet. Einigen Medienberichten zufolge will sie dies mit einer Ballade erreichen.

BB Thomaz („Demons“)

Mit viel Feuer und Soul in der Stimme präsentiert sich die Düsseldorferin BB Thomaz (Béatrice Thomas, 34) und verspricht auf der Bühne ein „emotionales Feuerwerk“. Sollte die Fitnesstrainerin und Mutter es bis nach Isreal schaffen, freut sie sich jetzt schon auf ein beeindruckendes Bühnenoutfit, verrät sie auf eurovision.de.

Und es würde ihr auch gefallen, spinnt sie mit einem Augenzwinkern weiter, wenn sie einfach von sechs Männern auf der Bühne herumgetragen wird ohne selbst viel machen zu müssen – so wie Mariah Carey. Wie auch Michael Schulte, der vergangenes Jahr für Deutschland beim ESC antrat und den vierten Platz belegte, nahm auch Thomaz an der Castingshow „The Voice of Germany“ teil.

S!isters („Sister“)

Quasi noch in letzter Sekunde nachgerückt ist das Duo S!sters, bestehend aus Carlotta Truman (19) aus Hannover und Laurita (26) aus Wiesbaden. Beide haben kraftvolle Stimmen, die aus der Masse herausstechen. Laurita stand schon als Background-Sängerin für Stars wie Sarah Connor oder Stefanie Heinzmann auf der Bühne, beide tummelten sich schon als Kinder in diversen TV-Gesangswettbewerben. Ihr Song „Sister“ wurde von einem internationalen Team extra für den ESC komponiert und dem NDR angeboten.

Lilly Among Clouds („Surprise“)

Ist der Künstlername der Würzburger Songwriterin Elisabeth Brüchner (30). Ihre Musik lässt sich wohl am ehesten in die Kategorie authentischer, emotionaler Indie-Pop stecken. Tänzer, verrät Brückner im Kandidatenporträt, will sie nicht so gerne mit auf ihrer Bühne haben. Sie selbst habe allerdings kein Problem damit, sich beim Singen auch zu bewegen. Ihre Antwort auf die Frage, was sie macht, wenn sie den Vorentscheid gewinnt: „Erstmal verdutzt gucken“.

Linus Bruhn („Our City“)

Der Hamburger Linus Bruhn (20) ist der nächste Kandidat aus der Riege der „Voice of Germany“-Teilnehmer. Außerdem kann er noch die Rolle des jungen Tarzan im gleichnamigen Musical in seinem Lebenslauf verzeichnen, den Sieg bei einer TV-Show als Imitator von Justin Bieber und mehr als 200 000 Follower bei Instagram. Der Song, den er beim Vorentscheid präsentiert, sei schneller als die eher balladesken Lieder, die er bisher geschrieben hat, verriet Bruhn im NDR-Interview. Auf komplizierte Tanzchoreos auf der Bühne hat er dennoch nicht so Lust – obwohl er sogar den Moonwalk beherrscht.

Aly Ryan („Wear Your Love“)

Aly Ryan heißt eigentlich Alexandra Eigendorf (23), kommt aus Oberursel und verbrachte Teile ihrer Kindheit in Moskau, wo ihre Eltern als Auslandskorrespondenten arbeiteten. Die sagen, verriet Ryan einmal in einem Interview, dass sie schon angefangen habe zu singen, da konnte sie noch nicht einmal sprechen. Heute lebt sie in Los Angeles. Ihren bisher größten Erfolg hatte sie 2017 mit dem Lied „No Parachute“. In ihren bisherigen Musikvideos setzt Ryan vor allem auf elektronische Sounds, knallige Farben und Sex-Appeal. Im Gegensatz zu vielen ihrer Konkurrenten, sind Castingshows, wie sie sagt, nichts für sie. Und sie ist ehrlich: Den ESC, verrät sie im Kandidatenporträt, habe sie seit 2010 nicht mehr geguckt. Die richtige Kandidatin sei sie dennoch.

Gregor Hägele („Let Me Go“)

Gregor Hägele (19) aus Stuttgart zählt zu den jüngsten Teilnehmern. Auf eine seiner Kontrahentinnen trifft er am Freitag nicht zum ersten Mal: Im Halbfinale der siebten Staffel „The Voice of Germany“ flog Hägele gegen BB Thomaz raus. Langsame und intime Lieder sprechen ihn besonders an, verriet er in einem Fragebogen im „Euro-Voice“-Magazin. Vieles spricht dafür, dass er auch selbst mit einer Ballade an den Start geht.

Info

Zur Sache

Wer darf teilnehmen?

Dem Vorentscheid geht ein mehrstufiges Auswahlverfahren voraus. Aus fast 1000 Vorschlägen hat ein Team des NDR eine Vorauswahl von 198 Beiträgen getroffen. Diese wurden daraufhin von den 100 Mitgliedern der sogenannten Eurovisions-Jury bewertet. Die 50 besten Acts erhielten daraufhin noch das Urteil einer aus 20 Personen bestehenden internationalen Fachjury. Die 20 in beiden Wertungen am besten beurteilten Kandidaten wurden zu einem Workshop eingeladen. 15 davon produzierten in einem weiteren Workshop Musikvideos, aus denen die zwei Jurys ihre Finalteilnehmer auswählten. Diese nahmen schließlich an einem Song-Writing-Camp teil, in denen ihre Vorentscheid-Songs entstanden sind. Über den finalen Sieger stimmen neben den beiden Jurys am Freitag auch die Fernsehzuschauer ab.

Weitere Informationen

Unser Lied für Isreal: Freitag, 22. Februar, um 20.15 Uhr in der ARD, mit Auftritten von Udo Lindenberg, Lena und Michael Schulte.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+