Die gebürtige Bremerin Karin Kaper hat einen Dokumentarfilm über die East Side Gallery in Berlin gedreht Die größte Galerie der Welt

Bremen. Das erhaltene Stück Berliner Mauer im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist 1,3 Kilometer lang und gilt als größte Open-Air-Galerie der Welt. Die East Side Gallery ist Denkmal, Streitobjekt und Attraktion für Berlin-Besucher.
07.01.2015, 00:00
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Die größte Galerie der Welt
Von Uwe Dammann

Das erhaltene Stück Berliner Mauer im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist 1,3 Kilometer lang und gilt als größte Open-Air-Galerie der Welt. Die East Side Gallery ist Denkmal, Streitobjekt und Attraktion für Berlin-Besucher. 25 Jahre nach dem Mauerfall kommt nun eine Filmdokumentation ins Kino.

Internationale Künstler haben seit 1990 dieses Stück Mauer am ehemaligen Todesstreifen mit Kunst versehen. Zu den bekanntesten Bildern gehört der „sozialistische Bruderkuss“ zwischen Honecker und Breschnew oder der Trabi, der die Mauer durchbricht. Nun will die Stadt Berlin hier Wohnungen und Büroräume errichten. Dafür müssen Teile der bemalten Mauersegmente entfernt werden. Was die Kunst- und Kulturszene der Hauptstadt, aber auch viele Besucher auf die Barrikaden bringt. Genau um diesen Konflikt geht es in dem Dokumentarfilm „Berlin East Side Gallery“, den die gebürtige Bremerin Karin Kaper gemeinsam mit Dirk Szuszies realisiert hat. Die frühere Schauspielerin lebt seit den 1980er-Jahren in Berlin. Der bundesweite Kinostart ist am 8. Januar. In Bremen läuft der Film ab dem 12. Januar im Cinema Ostertor. „Als im Jahr 2009 die Sanierungsarbeiten an der East Side Gallery begannen, wurden wir von einem Bauingenieur auf das Vorhaben aufmerksam gemacht“, sagt Karin Kaper, die bei der am 12. Januar im Cinema Ostertor dabei sein wird. Die Geschichte der East Side Gallery zog die Filmemacher sofort in ihren Bann. Und da es bisher keine filmische Dokumentation des Projektes gab, gingen sie ans Werk und begannen mit den Arbeiten für den Dokumentarfilm, der ohne öffentliche Finanzierung oder Förderung realisiert wurde.

Die rund zweistündige Dokumentation bietet einen Einblick in die Gesamtgeschichte des Symbols für Freiheit und Menschenrechte. Kommentarlos erhebt sich ein vielstimmiger Chor: unterschiedlichste Akteure nehmen vor der Kamera Stellung zu Hintergründen und Konflikten. Karin Kaper und Dirk Szuszies haben viele Künstler und alle an der Restaurierung und Sanierung im Jahr 2009 Beteiligten als einziges Filmteam von damals bis heute begleitet. Archivmaterial der Künstler von 1990 ermöglichen zudem einen authentischen Rückblick. In einem Bürgerentscheid 2008 hatten sich 87 Prozent der Wahlberechtigten im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gegen eine Bebauung des Spreeufers und des ehemaligen Todesstreifens an der East Side Gallery ausgesprochen. Dennoch entstehen dort nun Hochbauten, für die bemalte Mauersegmente entfernt wurden. „Der Kampf der Künstlerinitiative East Side Gallery gegen die Interessen großer Investoren steht dabei beispielhaft für die weitverbreitete verfehlte Stadtentwicklung in den Ballungszentren“, sagt Karin Kaper. Aus ihrer Sicht leisten die Künstler aus diversen Ländern einen ungewöhnlichen Beitrag zur Aufarbeitung der deutsch-deutschen Teilung und der damit verbundenen Gedenkkultur. „Im Kern ist der Film eine Hymne an die Freiheit“, sagt Kaper.

12. Januar, 18.30 Uhr, Cinema Ostertor.

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