Bibliothek Girolamini in Neapel erhält geraubte Bücher zurück – unter anderem aus Deutschland Die italienische Reise

München. Gestohlene Bücher aus dem Bibliotheksraub von Neapel haben die Heimreise angetreten. Mehr als 600 historische Bücher im Wert von bis zu drei Million Euro machten sich am Wochenende auf dem Weg von München nach Italien, zunächst nach Rom.
16.02.2015, 00:00
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Gestohlene Bücher aus dem Bibliotheksraub von Neapel haben die Heimreise angetreten. Mehr als 600 historische Bücher im Wert von bis zu drei Million Euro machten sich am Wochenende auf dem Weg von München nach Italien, zunächst nach Rom. Die bayerischen Behörden gaben die Werke zurück, die in den Jahren 2011 und 2012 aus der staatlichen Biblioteca dei Girolamini in Neapel geraubt wurden. Ursprünglich war von 543 Büchern die Rede; die Behörden korrigierten die Zahl nach oben. Kurzfristig tauchten weitere Unterlagen auf. Darum können nun 70 weitere Bücher zurückgegeben werden.

Darunter sind Werke von Wissenschaftsgrößen wie Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Isaac Newton. „Das sind einmalige Dinge, die die Welt verändert haben“, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Manfred Nötzel. Die beiden wertvollsten Bücher sind Werke von Galilei und allein schon je 200 000 Euro wert. „Das Buch ist das Gedächtnis der Welt“, sagte der neapolitanische Staatsanwalt Vincenzo Piscitelli. Ausgerechnet der ehemalige Direktor der Bibliothek, Marino Massimo De Caro, hatte sein eigenes Haus über Monate hinweg regelrecht geplündert, Tausende Bücher gestohlen – und mehr als 600 davon für rund 900 000 Euro an ein Münchner Auktionshaus verkauft.

Obwohl es nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes Videoaufnahmen von Überwachungskameras gibt, auf denen die Bücher in der Bibliothek nachts in Kisten gepackt werden, konnte der Direktor eine ganze Zeit ungehindert stehlen. Sowohl De Caro als auch der ehemalige Auktionator wurden in Italien zu Haftstrafen verurteilt. In seinem ehemaligen Auktionshaus wurden die Bücher bereits 2012 beschlagnahmt. Obwohl er zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, befindet er sich auf freiem Fuß und wartet in Deutschland auf sein Urteil in zweiter Instanz.

Die italienischen Ermittler gehen davon aus, dass Ex-Museumsdirektor De Caro der Bibliothek einen Schaden von rund 19 Millionen Euro beschert hat. Ein Großteil der rund 4000 gestohlenen Büchner sei inzwischen aber wieder aufgetaucht, etwa in italienischen Antiquariaten. Einige Bücher sind auch beschädigt. In einem 60 000 Euro teuren Buch von Kopernikus riss eine Seite beim Versuch ein, den Eigentumsstempel wegzuradieren. De Caro gab zwei Gründe für den Diebstahl an: Er habe Geld benötigt und – wenig glaubwürdig – er habe auf Missstände hinweisen wollen.

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