Evangelische Kirchengemeinden von Lemwerder mit gelungener Reise / Teilnahme an der Hora Ein Besuch im Kloster Loccum

Lemwerder. Keine Pilgerfahrt, aber einen Gemeinde-Ausflug unternahmen die Evangelischen Kirchengemeinden von Lemwerder am vergangenen Samstag in das Kloster Loccum. Bei herrlichem Sonnenschein machte schon die Anreise gute Laune, und die kleine Reisegruppe in den zwei Minibussen kam lebhaft miteinander ins Gespräch.
01.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Lemwerder. Keine Pilgerfahrt, aber einen Gemeinde-Ausflug unternahmen die Evangelischen Kirchengemeinden von Lemwerder am vergangenen Samstag in das Kloster Loccum. Bei herrlichem Sonnenschein machte schon die Anreise gute Laune, und die kleine Reisegruppe in den zwei Minibussen kam lebhaft miteinander ins Gespräch.

Die Frühstückspause in einem Bistro in Stolzenau sorgte dafür, dass man gut gestärkt und pünktlich zur „Hora“, dem Mittagsgebet in klösterlicher Tradition, das Kloster erreichte und direkt an der Hora teilnehmen konnte. Eine Überraschung und gar nicht selbstverständlich war, dass diese vom Abt des Klosters, Horst Hirschler, dem ehemaligen Hannoveraner Landesbischof, geleitet wurde.

Im Anschluss führte die Lemwerderaner Vikarin Katrin Nele Jansen die Gruppe durch das Kloster, wobei auch der eine oder andere Blick hinter sonst verschlossene Türen getan werden konnte. Jansen ist dort nämlich sozusagen „mit einem Fuß zu Hause“, da sie das im Hause befindliche Predigerseminar besucht.

Aber auch einige der Mitfahrenden waren hervorragend vorbereitet und hatten bereits vieles über die Geschichte und Bedeutung des Klosters gelesen oder gehört. Der geschichtsträchtige Ort feiert dieses Jahr sein 850-jähriges Jubiläum.

Im Jahre 1163 wurde das Kloster Loccum von Zisterzienser-Mönchen aus Volkenroda gegründet. Sie machten das zunächst unzugängliche, abgelegene Sumpfland urbar und errichteten eine eindrucksvolle Kirche nebst Kloster- und Wirtschaftsgebäuden. In der Blütezeit, im 13. Jahrhundert, lebten bis zu 180 Mönche dort, widmeten sich dem Gebet und der Meditation und bewirtschafteten weitläufige Ländereien.

Es gibt sogar einen historischen Bezug zu Lemwerder: Die Heilig-Kreuz-Kirche im Ortsteil Bardewisch wurde von Zisterzienser-Mönchen aus dem Kloster Hude erbaut, welches wiederum eine Gründung von Marienthal bei Helmstedt war. Sowohl Volkenroda wie Marienthal aber führen sich auf Altenberg im Bergischen Land zurück. Loccum und Hude sind also sozusagen „Großneffen“.

Ist die Heilig-Kreuz-Kirche in Bardewisch auch keine Klosterkirche, so kann man doch sagen: eine kleine Schwester. Um 1600 schloss sich das Kloster Loccum der Reformation nach Martin Luther an. Die Mönche gingen jedoch nicht fort, sondern blieben.

Angehende Pfarrer zogen nach, ein Predigerseminar zu deren Ausbildung etablierte sich. Bis zum heutigen Tag gibt es einen Konvent, einen Prior und einen Abt im Kloster. Im Predigerseminar werden seit 1820 die Vikare (und seit einigen Jahrzehnten auch Vikarinnen) der Hannoverschen und der anderen evangelischen Kirchen in Niedersachsen ausgebildet.

Nach der Klosterbesichtigung genoss die Reisegruppe an der Kaffeetafel im Kloster-Cafe den ganz hervorragenden, hausgemachten Kuchen.

Bei einem Spaziergang im Klosterforst oder auf einer Bank am heimeligen Teich wurden anschließend im Gespräch die gewonnenen Eindrücke vertieft.

Mancher ging auch noch einmal für ein halbes Stündchen auf eigene Faust los, um etwas noch einmal anzuschauen, was sie oder ihn beim ersten Rundgang besonders beeindruckt hatte: Die mittelalterlichen Kunstschätze, wie den so genannten Laienaltar oder das Crucifix, das geschnitzte Chorgestühl oder den Reliquienschrein, den Kreuzgang oder den beschaulichen Garten, oder in der Johanneskapelle die modernen Ausmalungen des Künstlers Hermann Buß zum Thema „Sehnsucht“, die alle nachdenklich gestimmt und zur Diskussion angeregt hatten.

Voller schöner Eindrücke und mit dem Gefühl, reich beschenkt worden zu sein, wurde schließlich die Rückfahrt angetreten.

Es war ein Tag, der viele neue Erkenntnisse und Erfahrungen mit sich brachte und allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben wird.

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