Theologe feiert 90. Geburtstag

Ein Fest für Jürgen Moltmann

Altstadt. Jürgen Moltmann, der 1953 eine Pastorenstelle in Wasserhorst antrat, hat in der Bremer Zeit seine Habilitationsarbeit geschrieben und als Professor in Tübingen Karriere gemacht. Am 8.
14.04.2016, 00:00
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Ein Fest für Jürgen Moltmann

Jürgen Moltmann und Elisabeth Moltmann-Wendel beim Bremenbesuch 2001.

Jochen Stoss

Jürgen Moltmann, der 1953 eine Pastorenstelle in Wasserhorst antrat, hat in der Bremer Zeit seine Habilitationsarbeit geschrieben und als Professor in Tübingen Karriere gemacht. Am 8. April ist der einflussreiche deutsche Theologe 90 Jahre alt geworden. Von Freitag bis Sonntag, 15. bis 17. April, wird er nun mit einem „Fest der Freundschaft“ in Bremen geehrt. Das Wochenende steht unter dem Motto „Leben im weiten Raum der Gottesgerechtigkeit“.

Es beginnt am Freitag, 15. April, um 19 Uhr mit einem Empfang im Rathaus mit Bürgermeister Carsten Sieling. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, wird die Laudatio auf den Mann halten, der eine Theologengeneration mitgeprägt hat. Am Sonnabend, 16. April, läuft dann im Domkapitelhaus das Symposium „Ewigkeit und ewiges Leben“, und am Sonntag, 17. April, wird es um 10 Uhr einen Festgottesdienst in Jürgen Moltmanns ehemaliger Kirche in Wasserhorst geben. Pastor Renke Brahms, der Schriftführer in der Bremischen Evangelischen Kirche, wird predigen.

Der gebürtige Hamburger Jürgen Moltmann war von 1953 bis 1957 Seelsorger und Pastor von Wasserhorst. Es war seine erste und sollte seine einzige Pfarrstelle bleiben. „Im Oktober 1953 kamen wir um drei Uhr morgens mit einem kleinen Lastwagen über den Deich gefahren, denn wir hatten nichts außer ein paar Büchern und einem kleinen Motorrad, mit dem ich dann fünf Jahre durch die Gemeinde brauste“, erinnerte er sich 2003 in einem Interview mit unserer Kollegin Erika Thies.

Seine Frau Elisabeth Moltmann-Wendel, die 1951 in Göttingen promoviert hatte, ist eine der bekanntesten Vertreterinnen Feministischer Theologie in Deutschland – und wie ihr Mann in Bremen unvergessen. 2007 hat sie in Unser Lieben Frauen den Vortrag „Als Frau und Mann geschaffen – Wie das Christentum das Frauenbild und Männerbild geprägt hat“ gehalten.

Als Professor arbeitete Jürgen Moltmann in Wuppertal, Bonn und Tübingen. Er ist Ehrendoktor von 15 Universitäten, seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt. International bekannt geworden ist er 1964 mit seiner Schrift „Theologie der Hoffnung“. Nun erscheint sein neues Buch „Hoffnung für eine unfertige Welt“, in dem er aktuelle Fragen aus dem Blickwinkel eines überzeugten Christen betrachtet und seine Vision der Zukunft beschreibt.

MF·XIK

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