Kommentar über Filmförderung

Endlich eine klare Position beziehen

Der Großteil der geförderten Filme ist ähnlich konventionell und mittelmäßig wie Produktionen, die keine Förderung erhalten, kritisiert Iris Hetscher.
02.08.2019, 21:40
Lesedauer: 1 Min
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Endlich eine klare Position beziehen
Von Iris Hetscher
Endlich eine klare Position beziehen

Das Kino bekommt durch Streaming-Dienste immer größere Konkurrenz.

Andrea Warnecke/dpa

Die deutsche Art, Filme zu fördern als unübersichtlich zu bezeichnen, ist untertrieben. Die Bundesländer geben Geld, da wird belohnt, dass in Bremen, Bayern, Sachsen gedreht wird. Der Bund unterstützt, was er kulturell für wichtig hält, die Summe ist gerade aufgestockt worden. Und dann gibt es die Abgaben der Filmwirtschaft: Kinobetreiber, Verleiher, Homevideoanbieter, Fernsehanstalten, Streamingdienste. Wer wie von dem Gesamtvolumen von 445 Millionen Euro profitiert, ist in umfangreichen Regelwerken festgeschrieben.

Das System ermöglicht allerdings nicht nur Highlights wie „Toni Erdmann“ oder Sperriges wie „Systemsprenger“. Der Großteil der Filme ist ähnlich konventionell und mittelmäßig wie Produktionen, die keine Förderung erhalten. Da mutet es kurios an, wenn Kulturstaatsministerin Monika Grütters Pathos bemüht und findet, die kulturelle Filmförderung halte die „Demokratie wach“. Das Problem ist eher, dass immer weniger Menschen das Überangebot an Filmen in den Kinos sehen will. Monika Grütters sollte zum Thema Streaming – ein Grund für den Besucherrückgang, gleichzeitig eine Chance für junge Kreative – endlich klar Position beziehen.

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