Entenhausen wird auf 100 Quadratmetern begehbar

Erika Fuchs übersetzte Donald Duck vom Englischen ins Deutsche – so wurde aus Duckburg Entenhausen. Überhaupt holte sie Comics aus der Schmuddelecke.
04.10.2013, 00:00
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Entenhausen wird auf 100 Quadratmetern begehbar

Alexandra Hentschel hat sich von der Kaaboom-Ausstellung inspirieren lassen.

Christina Kuhaupt

Erika Fuchs übersetzte Donald Duck vom Englischen ins Deutsche – so wurde aus Duckburg Entenhausen. Überhaupt holte sie Comics aus der Schmuddelecke. Das würdigt das neue „Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst“. Es soll spätestens im Sommer 2014 eröffnen – im oberfränkischen Schwarzenbach an der Saale, wo Fuchs lange lebte. Museumsleiterin Alexandra Hentschel, aufgewachsen in Thedinghausen, holte sich Anregungen in der Weserburg-Ausstellung „Kaboom! Comic in der Kunst“. Mit Alexandra Hentschel sprach Matthias Sander.

Frau Hentschel, hat Sie die Ausstellung „Kaboom!“ für Ihr Museum inspiriert?

Hentschel: Sehr. Comics sind ja hierzulande nicht so angesehen, trotz der Arbeit von Erika Fuchs. Darum ist es spannend, wie Comics in angesehener Kunst verarbeitet werden. Da gibt es ja noch mehr Beispiele als Roy Lichtenstein. Beeindruckend fand ich die Manga-Rolle, die eine scheinbar endlose Kette an Lautmalereien zeigt...

... wie „Poof! Zakzakzak, Swak“. Warum gebührt Erika Fuchs ein Museum?

Sie hat dafür gesorgt, dass die Comics aus der Schmutz- und Schundecke herauskommen. In Deutschland wurde ja eine Zeit lang darüber diskutiert, Comics aus Jugendschutzgründen zu verbieten. Das Micky-Maus-Magazin, dessen Geschichten Erika Fuchs als Chefredakteurin allesamt übersetzte, wurde dabei jedoch ausdrücklich ausgenommen. Außerdem hat diese Frau unsere Sprache stark geprägt. Man kann sich gar keine SMS vorstellen ohne „Erikativ“: Ächz, Stöhn, Seufz!

Hat Erika Fuchs wirklich Klassiker wie Friedrich Schiller in ihre Übersetzungen einfließen lassen?

Ja, sie lässt etwa Tick, Trick und Track in Anlehnung an den Rütlischwur sagen: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr.“ Im Donald-Duck-Original zitierte Carl Barks Shakespeare, aber in dieser Häufung kamen keine Klassiker vor.

Wie wird Ihr Museum im oberfränkischen Schwarzenbach aussehen?

Der erste Raum wird die Comic-Geschichte erzählen. Der zweite zeigt den Kosmos Entenhausen, begehbar, auf 100 Quadratmetern. Dann werden wir auch Fuchs’ Leben schildern, als Comic gezeichnet. Der vierte Raum ist ihren Übersetzungen gewidmet. Sie hat zum Beispiel viele Alliterationen verwendet. Für den letzten Raum bitten wir Künstler, ihre Auseinandersetzung mit Entenhausen zu zeichnen. Die Micky-Maus-Hefte haben viele Zeichner beeinflusst. Und es wird eine Bibliothek geben.

Die Schau „Kaboom! Comic in der Kunst“ in der Weserburg ist noch bis zum Sonntag geöffnet, täglich zwischen 11 und 18 Uhr.

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