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Hurricane 2019: Diese Bands empfiehlt die Redaktion

Musikalisch präsentiert das Hurricane-Festival einen wilden Mix aus Rock, Pop, Hip-Hop und Indie. Welche Bands ihr in diesem Jahr nicht verpassen solltet, seht ihr in unserer Bildergalerie.
20.06.2019, 11:30
Lesedauer: 5 Min
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Von WK
Hurricane 2019: Diese Bands empfiehlt die Redaktion

Trettmann

Wer auf einen weiteren Auftritt der Toten Hosen verzichten kann, sollte am späten Freitagabend vor der Mountain Stage stehen, wo der unwahrscheinlichste deutsche Popstar die Songs zu seiner Cinderella-Story spielt. Trettmann war einst ein sächselnder Reggae-Treppenwitz. Dann gelang ihm mit Mitte 40 seine persönliche Neuerfindung und das vielleicht verdichteste Popalbum seit Peter Fox’ „Stadtaffe“. Über Beats wie Game-Boy-Melodien singt er über seine DDR-Kindheit, den Mauerfall und die Momente, als in den Jahren darauf aus enttäuschten Hoffnungen Hoffnungslosigkeit geworden ist. Ab 23 Uhr tritt Trettmann den Beweis an, dass Erwachsenwerden auch im deutschen Hip-Hop funktioniert. (Nico Schnurr)

Trettmann spielt am Freitag um 23 Uhr auf der Mountain Stage.

picture alliance/Britta Pedersen/ZB/dpa

Ob große Stadionband oder Geheimtipp, das Hurricane-Festival hat zwischen Rock, Pop, Hip-Hop oder Indie musikalisch jede Menge zu bieten. Welche Bands sich unser Reporterteam auf jeden Fall ansehen wird und ihr auf keinen Fall verpassen solltet, seht ihr in unserer Bildergalerie.

Tame Impala performs at the Alive Festival in Portugal

Tame Impala

Wer nach Trettmann runterkommen will, ist bei Tame Impala richtig. Die Songs der australischen Band sind musikgewordene Lavalampen. Mit schönstem Retro-Anstrich, ein bisschen kitschig, aber nicht zu sehr, blubbern die Psych-Pop-Perlen so vor sich hin, bis sie nach acht Minuten im Nirgendwo verhallen. Hinter der Wand aus Filtern ist Rock bei Tame Impala nur noch eine Fußnote. Manchmal klingen sie, als würden Pink Floyd ein Unterwasserkonzert geben. (Nico Schnurr)

Tame Impala spielt am Samstag um 0.30 Uhr auf der River Stage.

Foto: Jose Sena Goulao / dpa
Interpol  
 Die New Yorker haben ähnlich wie die Editors eine 80er-Jahre-Waverock-Vorleibe in die Jetztzeit implantiert. Und wie die Briten kämpfen um den perfekten Grat zwischen Indie-Wurzeln und Mainstream-Akzeptanz. Den Fans der frühen Stunde war das aktuelle Album „Marauder“ zu seicht, der großen Masse aber noch immer zu sperrig. Genau dieses Spannungsverhältnis macht Interpol zu einer der interessantesten Bands auf dem diesjährigen Hurricane. (Lars Fischer)  
 Interpol spielen am Sonntag ab 17.45 Uhr auf der River Stage.

 

Interpol

Die New Yorker haben ähnlich wie die Editors eine 80er-Jahre-Waverock-Vorleibe in die Jetztzeit implantiert. Und wie die Briten kämpfen um den perfekten Grat zwischen Indie-Wurzeln und Mainstream-Akzeptanz. Den Fans der frühen Stunde war das aktuelle Album „Marauder“ zu seicht, der großen Masse aber noch immer zu sperrig. Genau dieses Spannungsverhältnis macht Interpol zu einer der interessantesten Bands auf dem diesjährigen Hurricane. (Lars Fischer)

Interpol spielen am Sonntag ab 17.45 Uhr auf der River Stage.

Foto: Lars Fischer
The Cure  
 Beim letzten Hurricane-Auftritt von The Cure 2012 hatte Robert Smith schlechte Laune – was wahrscheinlich öfter vorkommt. Er hätte gerne wie üblich drei Stunden gespielt, hatte aber nur zwei. So könnte es auch dieses Jahr knapp werden mit der Spielzeit, gilt es doch den 30. Geburtstag des Meisterwerks „Disintegration“ gebührend – der Stimmung entsprechend aber natürlich nicht euphorisch – zu feiern. (Lars Fischer) 
 The Cure spielen am Sonntag ab 19.45 Uhr auf der River Stage.

The Cure

Beim letzten Hurricane-Auftritt von The Cure 2012 hatte Robert Smith schlechte Laune – was wahrscheinlich öfter vorkommt. Er hätte gerne wie üblich drei Stunden gespielt, hatte aber nur zwei. So könnte es auch dieses Jahr knapp werden mit der Spielzeit, gilt es doch den 30. Geburtstag des Meisterwerks „Disintegration“ gebührend – der Stimmung entsprechend aber natürlich nicht euphorisch – zu feiern. (Lars Fischer)

The Cure spielen am Sonntag ab 19.45 Uhr auf der River Stage.

Foto: Lars Fischer
Mares Vivas Festival - Wolfmother

Wolfmother

Mit den Songs „Woman“ und „Joker & the Thief“ schrammelte sich die australische Band Wolfmother direkt mit ihrem gleichnamigen Debütalbum in den Rockolymp. Seitdem sind 14 Jahre vergangen, von der Urbesetzung ist nur Sänger Andrew Stockdale geblieben. Allein seine quietschig-quengelige Stimme garantiert aber, dass auch der vierte Hurricane-Auftritt der Hardrocker, die an Led Zeppelin erinnern, wieder ein großartiger wird. (Helge Hommers)

Wolfmother spielen am Sonntag ab 17.15 Uhr auf der Forest Stage.

Foto: Jose Coelho/ dpa
2019 All Points East Festival London Joe Talbot of Idles performing on stage at the 2019 All Points

The Idles

Den Samstag gilt es am Mittag mit der britischen Band der Stunde zu starten. Selten polterte Gift und Galle spuckender Post-Punk so brachial und positiv zugleich wie bei den Idles. Bassläufe wie Schläge in die Magengrube, Gitarren wie zerspringendes Glas. Darüber bellt Frontmann Joe Talbot stadiontaugliche Slogans gegen Machos und Abschottungsfantasien. „No one is an island“ lautet das Motto, wenn die Briten ab 13.45 Uhr auf der River Stage gegen die Brexit-Realität anspielen. (Nico Schnurr)

The Idles spielen am Samstag ab 13.45 Uhr auf der River Stage.

Foto: Richard Gray EMPICS PUBLICATION/ Imago
121 Me First and the Gimme Gimmes singer Spike Slawson von SwinginÖ Utters bassist Jay Bentley

Me First & The Gimme Gimmes

„The next one is a cover …“ lautet das Motto bei Auftritten von Me First and the Gimme Gimmes. Das Spezialgebiet der Band sind Punkrock-Cover, insbesondere von Stücken aus den 60er und 70er Jahren. Da alle Musiker der Gruppe noch in anderen bekannten Bands aktiv sind, bekommt ihr auf jeden Fall noch eine kleine Überraschung im Line-Up geboten. (Lasse Timmermann)

Me First & The Gimme Gimmes spielen am Samstag ab 21.30 Uhr auf der Mountain Stage.

Foto: imago
Der Schweizer Musiker Julian Pollina alias Faber live in der Schüür Luzern Schweiz Europa *** The

Faber

Wenn Julian Pollina aka Faber seine von Weltschmerz gezeichneten Weisheiten („Bleib dir nicht treu, sei niemals du selbst/Wenn du dann am Boden bist, weißt du wo du hingehörst“) ins Mikro grölt oder haucht, klingt er nach durchzechter Kneipennacht, nach zu vielen Zigaretten, nach Melancholie. Auch seine Stimme erinnert an ein seit Jahren abgenutztes Reibeisen – obwohl der Schweizer erst 26 Jahre jung ist und erst ein einziges, dafür aber famoses Album veröffentlicht hat. (Helge Hommers)

Faber spielt am Sonntag ab 17.15 Uhr auf der Mountain Stage.

Foto: Imago
Frank Turner

Frank Turner & The Sleeping Souls

Es gibt kaum einen Club, in dem Frank Turner nicht zu Gast war. Kein Wunder, kommt der gebürtige Brite doch mittlerweile auf mehr als 2000 Konzerte. Selbst gespielt wohlgemerkt. Ob Ballade oder Mitsing-Nummer, mit seinem Mix aus Indie, Singer-/Songwriter und Punk transportiert Turner eine unbändige Lebenslust. Auf der Bühne zeigt er sich immer gut gelaunt. Das steckt an. (Sarah Haferkamp)

Frank Turner spielt am Samstag ab 15.45 Uhr auf der Forest Stage.

Foto: Manuel Lopez/KEYSTONE/dpa
Foo Fighters

Foo Fighters

Das Beste kommt zum Schluss: Mit den Foo Fighters beendet am Sonntagabend die vielleicht beste Live-Band der Welt das diesjährige Hurricane Festival. Die Amerikaner um Frontmann und Multi-Talent Dave Grohl stürmen mit ihren Alben seit fast 25 Jahren regelmäßig die Charts, Hits wie „Learn to fly“, „Everlong“ und „Pretender“ kennt jeder Fan der Rock-Musik. Noch beeindruckender als die Alben sind die Live-Auftritte, bei denen die Band nicht nur ihr volles Potenzial entfaltet, sondern auch eine schier unglaubliche Energie auf das Publikum überträgt. Meist spielt die Band bis zur völligen Verausgabung und lässt sich auch nicht von Unfällen aus dem Takt bringen. Als Dave Grohl bei einem Konzert in Schweden im Jahr 2015 von der Bühne fiel und sich das Bein brach, kehrte er kurz darauf auf Krücken zurück und setzte das Konzert fort. Im vergangenen Jahr versagte einem erkrankten Dave Grohl bei „Rock am Ring“ die Stimme: Drummer Taylor Hawkins und das Publikum sprangen kurzerhand als neue Sänger ein. (Max Seidenfaden)

Die „Foo Fighters“ spielen am Sonntag ab 22 Uhr auf der Forest Stage

Foto: Britta Pedersen/ dpa
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