"37°: Guten Morgen, Feierabend!" Arbeiten, wenn andere schlafen

Biorhythmus adé: Nachts zu arbeiten, bedeutet auch, das eigene Leben auf den Kopf zu stellen. Eine neue Ausgabe der "37°"-Dokureihe zeigt, wie herausfordernd der Alltag mit Nachtschicht wirklich ist.
23.09.2022, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von teleschau - Franziska Wenzlick

Mehr als fünf Stunden am Stück schläft Julian selten. Sechsmal pro Woche schlägt sich der 24-Jährige die Nächte um die Ohren und arbeitet auf dem Hamburger Fischgroßmarkt. In jeder seiner zwölfstündigen Schichten gilt es, tonnenweise Fisch aus Skandinavien zu ordern, filetieren und an die Kunden im Großraum Hamburg weiterzuverkaufen. Soziale Kontakte? Fehlanzeige. Als frischgebackener Geschäftsführer des familienbetriebenen Fischgroßhandels Heidi-Fisk hat die Arbeit für Julian oberste Priorität. Dass sein Beruf ihn zwingt, gegen seinen Biorhythmus zu arbeiten, nimmt der junge Mann dafür in Kauf.

Für die ZDF-Reportage "37°: Guten Morgen, Feierabend!" hat der Filmemacher Volker Schmidt-Sondermann Menschen wie Julian während ihrer Nachtschichten begleitet. 3,7 Millionen Berufstätige in Deutschland arbeiten bis zu ihrem persönlichen Limit, wenn der Rest der Republik längst schläft. Sei es in der Notaufnahme, in der Schwerindustrie oder, wie in Julians Fall, auf dem Hamburger Fischmarkt: Wie der Film deutlich macht, kann von einem normalen Alltag nirgendwo die Rede sein. Jede Nacht bringt neue, aber auch altbekannte Herausforderungen mit sich - etwa die "Stunde der toten Augen", die laut Kaltwalzwerk-Schichtmeisterin Carolin meist um 3 Uhr eintritt und vor allem eins bedeutet: Durchhalten.

"37°: Guten Morgen, Feierabend!" - Di. 27.09. - ZDF: 22.15 Uhr

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren