Scheidende Nachrichtensprecherin

Blumen und eine Runde Ouzo: Emotionaler Abschied von Linda Zervakis

Am Montag moderierte Linda Zervakis zum letzten Mal die „Tagesschau“. Wirklich verabschiedet wurde die 45-Jährige dann allerdings erst in den „Tagesthemen“ - wie angekündigt mit Ouzo.
27.04.2021, 07:45
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Von teleschau
Blumen und eine Runde Ouzo: Emotionaler Abschied von Linda Zervakis

Nach acht Jahren verabschiedete sich Linda Zervakis am Montag von der "Tagesschau".

NDR / Thorsten Jander

Es war das Ende einer Ära: Nach acht Jahren bei der „Tagesschau“ verlas Linda Zervakis am Montagabend zum letzten Mal die Nachrichten. Doch ganz so persönlich wie bei dem vor wenigen Monaten ebenfalls zurückgetretenen Jan Hofer fiel der Abschied im Rahmen der regulären Sendung nicht aus.

Pünktlich um 20 Uhr begrüßte Zervakis die Zuschauer, ehe sie, wie gewohnt souverän durch die wichtigsten Meldungen des Tages führte. Einzig das Outfit, welches die 45-Jährige für ihren letzten Auftritt wählte, setzte ein kleines Statement: Es handelte sich um ein knallrotes Jackett - genau wie in ihrer ersten Sendung am 17. Mai 2013. Am Ende verabschiedete sich Zervakis routiniert: „Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, machen Sie es gut, bleiben Sie gesund, und hier geht es gleich weiter mit dem 'ARD Extra' zur Coronalage.“

„Kein griechischer Abschied ohne Ouzo“

In den um 22.35 Uhr ausgestrahlten "Tagesthemen" wurde Zervakis dann aber doch noch gebührend verabschiedet: Moderator Ingo Zamperoni überreichte seiner Kollegin vor laufender Kamera einen großen Blumenstrauß und beteuerte: "Wir werden dich sehr, sehr vermissen!" Zervakis, die wie Zamperoni Mundschutz trug, bedankte sich und verteilte eine Runde Schnaps: „Kein griechischer Abschied ohne Ouzo“, erklärte die Deutsch-Griechin und stieß mit ihrem Kollegen an.

Bei ihren Zuschauern hatte sich Zervakis ohnehin schon verabschiedet: Am Montagnachmittag hatte sie auf Facebook und Instagram einen Screenshot ihrer allerersten „Tagesschau“-Ausgabe gepostet. Zu dem Bild, welches sie vor der Überschrift „Bundestag beschließt Regeln für Banken“ zeigt, schrieb sie, sie wisse noch genau, wie sich ihre Premierensendung im Mai 2013 angefühlt habe: „Es war eine Mischung aus kurz vor in Ohnmacht fallen, Wackelpudding in den Beinen und dieses Gefühl, wenn man weiß, dass man nur noch zwei Minuten hat, um seinen Zug zu bekommen und es eigentlich unwahrscheinlich ist, dass man seine Sitzplatzreservierung einlösen kann. Stress pur.“

„Acht aufregende und schöne Jahre“

Sie blickte zurück auf „acht aufregende und schöne Jahre“. Deswegen wolle sie „ein großes Dankeschön“ an alle ihre Kollegen aussprechen, „egal ob hinter oder vor der Kamera. Danke, dass ich ein Teil von euch sein durfte und in den Jahren bei euch sehr viel gelernt habe, das ich niemals missen möchte“. Ebenso bedankte sich Zervakis in ihrem Social-Media-Post bei den „lieben Zuschauerinnen und Zuschauern“: „Das, was mich in den letzten Tagen an Post erreicht hat, ist einfach unbeschreiblich. Aber auch schon vorher. Wahnsinn.“

Und auch auf dem Instagram-Account der „Tagesschau“ nahm Zervakis augenzwinkernd Abschied: In einem kurzen Video stellt die in Jeans und Hoodie gekleidete Zervakis zunächst ihre letzte Abmoderation der „Tagesschau“ nach. Dann sieht man, wie die Nachrichtensprecherin vom Pult zurücktritt, eine Kiste mit persönlichen Gegenständen vom Boden aufhebt und das Studio verlässt. Dazu schreibt die „Tagesschau“: „Wir verabschieden uns von Linda Zervakis. Seit 2006 ist sie Teil von ARD-aktuell, heute spricht sie ihre letzte 20-Uhr-Ausgabe.“

Gegenüber dem NDR hatte Linda Zervakis ihren Rückzug zuvor mit neuen Projekten begründet, auch wenn sie die noch nicht konkretisiert hat: „Für mich ist jetzt einfach der Zeitpunkt gekommen, tatsächlich auch nach 19 Jahren im NDR, einfach noch mal etwas Neues auszuprobieren, bevor ich zu alt dafür werde.“ Als Gesicht der ehrwürdigen Nachrichten-Institution sei sie beruflich „zum Teil schon ein bisschen eingeschränkt“ gewesen. „Da habe ich mir jetzt einfach ein bisschen mehr Spielraum geschaffen für die Zukunft.“

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