Nick Frost spielt in "Attack The Block" (Kinostart: 22.09.) eine Nebenrolle - mal wieder Der Nerd in der Nahrungskette

Nick Frost ist ein Rudeltier. Auch in der Alien-Horrorkomödie "Attack The Block" (Kinostart: 22.09.).
16.09.2011, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine Metzger

Nick Frost ist ein Rudeltier. Auch in der Alien-Horrorkomödie "Attack The Block" (Kinostart: 22.09.).

Nick Frost ist der Kerl in der zweiten Reihe. Der Sidekick. Der Pausenclown. Auch jetzt wieder: In der Alien-Horrorkomödie "Attack The Block" (Kinostart: 22.09.) gibt Frost in einer Nebenrolle den Dealer Ron, der sein Produkt am liebsten selbst verpafft, statt es zu verkaufen. Genrefans lieben ihn für genau diese Auftritte - sollten sich aber vielleicht schon bald mit dem Gedanken anfreunden, dass der 39-Jährige auch anders kann.

In "Shaun Of The Dead" (2004) war er erst der Mitbewohner, dann der Hauszombie der Hauptfigur, in "Hot Fuzz" (2007) der etwas schlichte Kollege des smarten Cops, in "Paul - Ein Alien auf der Flucht" (2011) ein Sci-Fi-Fan auf der Suche nach Außerirdischen. Jede dieser Rollen spielte er an der Seite von Simon Pegg.

Im Interview auf Pegg angesprochen, reagiert Frost erst mal - Pardon - frostig: "Oh, der alte Trottel." Ein Scherz, das wird gleich darauf klar, als er die Freundschaft selbst als "romantisch" bezeichnet. "Wir sind seit fast 20 Jahren zusammen. Er ist mein heterosexueller Lebenspartner!" Die Anfänge dieser Partnerschaft beschrieb er einmal so: "Er machte dieses Geräusch aus 'Star Wars' - den kleinen Roboter, den Chewy vertreibt, der macht dieses be-bipdibip-Geräusch. Und seit ich 'Star Wars' gesehen hatte, hatte niemand dieses Geräusch mir gegenüber gemacht. Ich war ein Einzelkind gewesen, das in einem Wandschrank hockte und sich das selbst vormachte. Wir verstanden uns einfach." Liebe unter Nerds eben.

Die beiden wohnten zeitweise sogar zusammen und bauten sich einen gemeinsamen Freundeskreis auf, in dem man oft zusammenarbeitet. Edgar Wright, der "Shaun Of The Dead" inszenierte, gehört dazu - ebenso wie Joe Cornish, der jetzt für "Attack The Block" verantwortlich ist. Die Rolle des Ron schrieb er Frost auf den Leib. "Für einen Schauspieler ist das natürlich sehr schmeichelhaft", sagt der. Angst, die Erwartungen seines Kumpels zu enttäuschen, hatte er nicht: "Als ich das Skript las, sah ich gleich, dass er die Rolle so geschrieben hatte, wie ich normalerweise rede. Das hat meine Arbeit sehr erleichtert." Man kennt sich eben.

Den wichtigsten Trick für die Zusammenarbeit mit Freunden verrät Frost auch gleich: "Man muss zwischen dem Arbeitsverhältnis und dem normalen Verhältnis trennen. Sobald der Drehtag vorbei ist, kann man wieder rumblödeln und alles ist wie immer. Aber am Set ist Joe der Boss. Man muss seinen Platz in der Nahrungskette akzeptieren und sich entsprechend verhalten. Es wäre schlechter Stil, ihn vor der gesamten Crew einen Deppen zu nennen. Damit würde ich den Respekt untergraben, den er als Regisseur einfach braucht." Nach einer kurzen Pause setzt er schmunzelnd hinzu: "Na ja, vielleicht würde ich ihn kurz zur Seite nehmen und ihn dann einen Deppen nennen."

Hat es sich da einer vielleicht ein bisschen bequem gemacht in seinem gemütlichen Nest voller bekannter Gesichter? Der frischgebackene Familienvater Frost - sein Sohn kam im Juni zur Welt - widerspricht: "Ich kann mir gar nicht leisten, wählerisch zu sein. Ich arbeite sehr gerne mit meinen Freunden zusammen und habe Glück, dass so viele von ihnen Regisseure, Drehbuchautoren oder Produzenten sind. Das macht die Arbeit sehr leicht für mich. Aber ich bin genauso glücklich damit, in die Welt hinauszugehen und neue Freunde zu finden."

Gerade hat er damit angefangen: In der Märchenverfilmung "Snow White And The Huntsman" (Kinostart: 31.05.2012) wird Frost einen der sieben Zwerge spielen. Von Joe Cornish, Edgar Wright oder Simon Pegg keine Spur. Und wenn er in "Die Abenteuer von Tim und Struppi" (Kinostart: 27.10.) noch einmal gemeinsam mit Simon Pegg auftritt, dann immerhin als gleichberechtigter Partner im Detektivduo Thomson und Thompson. Sieht so aus, als sei sein Platz in der Nahrungskette doch noch nicht ganz festgelegt.

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