Krimi immer und überall Fernsehgeschichte fürs Heimkino: Vom "Tatort" sind neue Fälle auf DVD erhältlich

Mit den "Tatort"-DVDs lässt sich die Evolution des Formats verfolgen.
03.04.2010, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Fischer

Mit den "Tatort"-DVDs lässt sich die Evolution des Formats verfolgen.

Sie können nicht ohne einander, miteinander aber auch nicht besonders gut. Seit 2002 ermitteln Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) im Münsteraner "Tatort". Aufklärungsquote 100 Prozent: Das ungleiche Paar hat sich zwar ständig in der Wolle, löst aber jeden noch so kniffligen Fall - obgleich die Staatsanwaltschaft selten den Ermittlungsmethoden der beiden zustimmt. Von Walt Disney vertrieben, tritt die WDR-Produktion im Rahmen der dritten "Tatort"-Welle mit zehn Einzeltiteln, zwei Kommissarboxen und einer Städtebox den Weg ins Heimkino an. In der vierten Welle folgen dann zehn weitere Einzeltitel, eine Kain/Ehrlicher-Box (Leipzig) sowie, der Höhepunkt, eine "Hamburg"-Box mit drei verschiedenen Ermittler(paare)n.

Die "Thiel/Boerne Box" bietet vier der bisher 16 "Tatorte", die Prahl und Liefers gemeinsam bestritten. Enthalten sind "Der Doppelte Lott", "Fakten, Fakten ...", "3x schwarzer Kater" und die erste Episode des Duos, "Der dunkle Fleck". Dass die Krimis schon einige Jahre auf dem Buckel haben, lässt sich nicht verbergen. Oft körnt das Bild im Hintergrund, gelegentlich fehlt es an Kontrast und Schärfe. Auch akustisch überzeugt die "Thiel/Boerne Box" kaum: Der flache 2.0-Klang lässt Räumlichkeit und Volumen vermissen. Immerhin sind alle Dialoge klar verständlich, und der Soundtrack hält sich ohnehin zurück.

Unter den technischen Defiziten leidet das Filmvergnügen allerdings nicht, denn der leidenschaftliche St.-Pauli-Fan Thiel und der ambitionierte Hobby-Golfer Boerne sind nicht nur hervorragende Spürnasen, sondern auch begnadete Entertainer. Eine Handvoll kurzer, aber sehr unterhaltsamer Extras finden sich ebenfalls auf den Discs, darunter Featurettes über Axel Prahl und die Gerichtsmedizinerin Silke "Alberich" Haller (ChrisTine Urspruch).

In der "Hamburg"-Box der vierten Veröffentlichungswelle gibt es ein Wiedersehen mit Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter), der 1972 im Fall "Rechnen Sie mit dem Schlimmsten" ermittelt. Auch dabei das legendäre Gespann Stoever/Brockmöller - von Manfred Krug und Charles Brauer mit unvergleichlicher Schnoddrigkeit gespielt: "Voll auf Hass" heißt der Fall, den sie 1987 lösen mussten. Welche Veränderungen im "Tatort" seitdem stattgefunden haben, zeigt der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete "Auf der Sonnenseite" (2008). An der Waterkant wird mittlerweile ein verdeckter Ermittler eingesetzt: Kommissar Batu (Mehmet Kurtulus) steht für eine deutliche Verjüngung des ARD-Krimi-Flaggschiffs.

Am 20. Mai geht der "Tatort" in seine nächste DVD-Runde.

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