In Bestform ... Gesichter, Highlights, Innovationen bei der Übertragung der XXX. Olympischen Sommerspiele aus London (27.7. bis 12.8.)

Höher, schneller, breiter: So gut wie bei den XXX. Olympischen Sommerspielen in London war das TV- und Online-Publikum noch nie versorgt. Mit ARD, ZDF und Eurosport können die Zuschauer keine sportliche Sternstunde mehr verpassen.
17.07.2012, 00:00
Lesedauer: 6 Min
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Von Petra Esselmann

Höher, schneller, breiter: So gut wie bei den XXX. Olympischen Sommerspielen in London war das TV- und Online-Publikum noch nie versorgt. Mit ARD, ZDF und Eurosport können die Zuschauer keine sportliche Sternstunde mehr verpassen.

Die Wettervorhersagen sind mies, der Reiter von Totilas ist krank. Das sollte den deutschen Zuschauern die Vorfreude auf die XXX. Olympischen Sommerspiele in London aber nicht verderben! Trotz britischer Regengüsse und auch ohne deutsches Wunderpferd rechnen sich die Deutschen einige Medaillenchancen aus. Weil gewinnen aber auch nicht alles ist, gibt es noch ein paar gute Gründe mehr, zwischen dem 27. Juli und dem 12. August bei ARD, ZDF und Eurosport einzuschalten. Das Erste, das im täglichen Wechsel mit dem ZDF sein Programm den Spielen widmet, hat sich für die Berichterstattung nicht weniger als "The best games ever" zum Ziel gesetzt! Eurosport will mit seinen Fernsehpreis-Gewinnern Sigi Heinrich und Dirk Thiele und einer breit aufgestellten Experten-Riege mithalten. Die Zuschauer selbst können Rekorde im Wett-Zappen und Synchron-Streamen aufstellen.

Die erste Rahmenbedingung für das Live-Erlebnis sportlicher Sternstunden ist schon mal durch den Austragungsort gegeben: nur eine Stunde Zeitverschiebung zwischen Deutschland und London! So können zum Beispiel die Schwimmsport-Fans Britta Steffen und Paul Biedermann abends zur besten Sendezeit live die Daumen drücken. Und am letzten Tag der Wettkämpfe während eines gemütlichen Sonntagsfrühstücks Lena Schöneborn beim Modernen Fünfkampf anfeuern. Solche Highlights finden sich bei ARD und ZDF natürlich im TV-Programm. Doch egal, ob die Präferenzen der Zuschauer eher beim Kunst- und Turmspringen der Männer oder beim Freistil-Ringen der Frauen liegen - sie sind den Entscheidungen der Programmdirektoren nicht mehr hilflos ausgeliefert. Keine Sekunde müssen sie mehr verpassen.

ARD und ZDF wollen erstmals bis zu sechs Livestreams gleichzeitig anbieten (auf sportschau.de/olympia beziehungsweise www.zdfsport.de). So kann der User sein Olympia-Programm auf PC, Smartphone und Tablet selbst gestalten. Zu insgesamt 260 Stunden Live-Sendezeit im Fernsehen (bei den Spielen in Peking 2008 waren es ungefähr 300) kommen so etwa 60 Stunden Liveprogramm täglich online hinzu. Die Inhalte sollen bei schneller Netzanbindung auch gleichzeitig und zeitversetzt abgerufen werden können. Auch Eurosport will "24 Stunden nonstop, live, 100 Prozent in HD" und ebenfalls erstmals "auf allen Bildschirmen im TV, Web und Mobil" die Olympischen Spiele abdecken. Das Online-Angebot über den Eurosport Player ist allerdings kostenpflichtig.

"Live geht vor", so die Maßgabe des federführenden ZDF. Es gilt, 302 Entscheidungen in 26 Sportarten zu verfolgen. Trotzdem gehört es auch dazu, Stimmung und Fakten links und rechts der Wettkampfarenen und Medaillenspiegel aufzugreifen. Das ZDF liegt zum Beispiel mit dem "Morgenmagazin"-Boot auf der Themse vor Anker. Vom 6. bis 10.8. will man dann täglich in der voraussichtlich verregneten englischen Hauptstadt wenigstens den "Olympic Sunrise" feiern (ab 5.30 Uhr), unter anderem mit einem täglichen Blick ins Deutsche Haus. Falls sich jetzt der eine oder andere Gebührenzahler über diese Extravaganz schon wieder ärgern könnte: ARD und ZDF betonen auch, der konsequente öffentlich-rechtliche Sparkurs habe vor Olympia nicht haltgemacht. Im Vergleich zu Peking wurde die Personalstärke etwa um 200 Kräfte reduziert.

Einer, der für die ARD im Königreich natürlich unverzichtbar ist, heißt Rolf Seelmann-Eggebert. Das Erste hat seinen Adelsexperten und Großbritannien-Kenner für unterhaltsame Hintergrundberichte erneut nach London beordert. Beim ZDF soll eine "Doping Task Force" das leidige Thema abdecken, während in London das strengste Anti-Doping-Programm in der Geschichte der Olympischen Spiele zur Anwendung kommen soll. Weil nicht nur die körperliche Form über die sportliche Leistung entscheidet sondern auch die mentale, setzt das Zweite diesmal einen Schwerpunkt beim Thema Sportpsychologie. Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann, bekannt von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, erhält eine tägliche Rubrik und wird sich bei entsprechenden Themen auch live im Studio äußern.

Bei den Kommentaren und Analysen dürfen sich die Zuschauer auf altbewährte Gesichter und Stimmen verlassen. Die Moderatoren im Studio des ZDF heißen Rudi Cerne und Michael Steinbrecher. Die beiden Routiniers führen durch das Programm aus Live-Schalten, Analysen, Gästen im Studio, Hintergrundberichten und Porträts. Dazu gibt es stündliche Olympianachrichten (mit Jana Thiel) und eine spätabendliche Zusammenfassung.

Bei der ARD teilen sich Gerhard Delling und Michael Antwerpes den Olympia-Anchorman-Posten. Das stündliche "Olympia-Telegramm" kommt hier von Alexander Bommes. Eurosport setzt unter anderem auf das bewährte Duo Dirk Thiele und Sigi Heinrich, die für ihre Berichterstattung 2008 in Peking den Deutschen Fernsehpreis erhielten. Der Sportkanal berichtet bereits ab dem 25. Juli live über die ersten Vorrundenspiele im Fußball. Eurosport startet mit dem "English Breakfast" (gegen 6.30 Uhr) in den olympischen Tag (bis zu 14 Stunden Live-Sport täglich) und verbreitet aktuelle Kurznachrichten unter dem Titel "London Eye".

In Sachen prominente Experten setzt das Erste wieder einmal auf Franziska van Almsick - übrigens als einzige prominente Fachfrau im Programm. Das ZDF leistet sich mehrere Experten: Christian Keller beim Schwimmen, Ronny Ziesmer kommentiert Turnen, und Philipp Crone ist beim Hockey dabei. Eurosport hat unter anderem Leichtathletin Heike Drechsler (Expertenblog online) und Schwimmer Thomas Rupprath (Kommentar vor Ort) angeheuert. Die beiden Olympiasieger und früheren Weltrekordler Maurice Greene, US-amerikanischer Leichtathlet, und Pieter van den Hoogenband, niederländischer Schwimmer, sind für die täglichen Analysen im Eurosport Live-Studio zuständig ("Together to London", gegen 22.30 Uhr).

Das Erste beginnt seine Sendetage täglich um 9.05 Uhr und schaut bis 9.45 Uhr auf frühere Olympische Spiele zurück ("Olympische Geschichte(n)"). Im Anschluss beginnen in der Sendung "Olympia Live" die Wettbewerbe des Tages. Sie reichen mitunter bis etwa eine Stunde nach Mitternacht. Das ZDF beginnt seine Live-Berichterstattung ebenfalls um 9.45 Uhr - auch hier unter dem Siegel "Olympia Live". Vom 29. August bis zum 9. September berichten ARD und ZDF dann im Wechsel von den Paralympics.

London weiß sich übrigens auch in Sachen Wettkampfstätten in Szene zu setzen. Eine Menge bekannter Postkartenmotive dienen als Kulisse für die Wettkämpfe. So gibt es Beach-Volleyball vor Horse Guards Parade, Triathlon im Hydepark, Tennis aus Wimbledon, Rudern in Eaton Dorney oder den Marathon durch die City. Das Zentrum der Spiele bildet allerdings der Olympia Park im Osten Londons.

Der Startschuss erfolgt mit der Eröffnungsfeier - kommentiert von Wolf-Dieter Poschmann im ZDF (Freitag, 27.7., 21.15 Uhr bis 1.30 Uhr; ab 22.00 Uhr auch bei Eurosport mit Sigi Heinrich). Die Schlussfeier (Sonntag, 12.8., 21.55 Uhr) kommentieren fürs Erste Tom Bartels, Franziska van Almsick und Rolf Seelmann-Eggebert, für Eurosport ist erneut Sigi Heinrich am Mikrofon.

Eine Auswahl von Olympia-Highlights, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Deutschland darf auf eine Medaille hoffen, wenn ...

... Britta Steffen und Paul Biedermann ins Schwimmbecken des Aquatics Centre springen (Finale 400 m Freistil Männer am Sa., 28.7., 20.50 Uhr, ZDF; Finale 200 m Freistil Männer am Mo., 30.7., 20.40 ZDF; Finale 4 x 200 m Freistil Männer am Di., 31.7., 21.46 Uhr, ARD; Finale 100 m Freistil Frauen am Do., 2.8., 21.31 Uhr, ARD; Finale 50 m Freistil Frauen am Sa., 4.8., 20.30 ARD).

... Fabian Hambüchen zeigt, wie gut seine Form ist (Finale Mannschaft Männer, Mo., 30.7., 17.30 Uhr, ZDF; Finale Reck Männer, Di., 7.8., 16.35 Uhr, ZDF).

... Michael Jung und seine Mannschaftskollegen ihre Vielseitigkeit beim Reiten unter Beweis stellen (Finale Vielseitigkeit Mannschaftsspringen, Di., 31.7., 11.30 Uhr, ARD; Finale Einzelspringen, Di., 31.7., 15.00 Uhr, ARD).

... Timo Boll an der Tischtennis-Platte zaubert und damit hoffentlich in die Finalrunden einzieht (Finale Einzel Männer am Fr., 2.8., 16.30 Uhr, ARD; Finale Mannschaft Männer am Fr., 8.8., 16.30 Uhr, ARD).

... Sebastian Bayer in der Weitsprunggrube Staub aufwirbelt (Weitsprung Männer, Sa., 4.8., 20.55 Uhr, ARD).

... Britta Heidemann den Degen schwingt (Finale Frauen am Mo., 30.7., 20.40 Uhr, ZDF; Finale Mannschaft Frauen am Sa., 4.8., 20.15 Uhr, ARD).

... Robert Harting den Diskus wirft (Finale Diskuswurf Männer am Di., 7.8., 20.45 Uhr, ZDF) und Betty Heidler den Hammer (Finale Hammerwurf Frauen am Fr., 10.8., 20.35 Uhr, ARD).

... Pascal Behrenbruch im Zehnkampf antritt (Männer, zweiter Tag am Do., 9.8., ab 10.00 Uhr, ZDF).

... die deutschen Hockeymannschaften es tatsächlich ins Finale schaffen sollten (Finale Frauen am Fr., 10.8., 21.00 Uhr, ARD; Finale Männer am Sa., 11.8., 21.00 Uhr, ZDF).

... am letzten Tag der Wettkämpfe Lena Schöneborn im Modernen Fünfkampf ficht, schwimmt, reitet, läuft und schießt (So., 12.8., ab 9.00 Uhr, ARD).

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