Jungs auf der Spielweise James Cameron lüftet in der "Extended Collector's Edition" auf DVD und Blu-ray Disc die Geheimnisse Pandoras

Während die 3D-Version auf sich warten lässt, blicken die neue DVD- und BD-Box von "Avatar - Aufbruch nach Pandora" hinter die Kulissen.
06.11.2010, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Fischer

Während die 3D-Version auf sich warten lässt, blicken die neue DVD- und BD-Box von "Avatar - Aufbruch nach Pandora" hinter die Kulissen.

Den erfolgreichsten Film aller Zeiten auch zu Hause in 3D zu genießen, bleibt zunächst den Kunden eines einzigen Elektronikkonzerns vorbehalten - eine mittlerweile gängige Marketingpraxis. Nur wer die 3D-tauglichen Fernseher und Blu-ray-Player des japanischen Herstellers Panasonic kauft, kann sich James Camerons "Avatar - Aufbruch nach Pandora" (2009) auch vom Sofa aus räumlich ansehen. Alle anderen schauen in die 2D-Röhre, oder besser auf den Flachbildschirm. Wobei die "Extended Collector's Edition" mit einer Vielzahl an Bonusmaterial und drei Schnittfassungen des Blockbusters ein recht annehmbarer Trost ist. Auf drei Blu-ray Discs (oder alternativ drei DVDs) verraten Cameron und das "Avatar"-Team ab 15. November alle Geheimnisse Pandoras.

"Wir haben alles reingepackt, was wir hatten", verkündete Cameron stolz bei der Präsentation der Blu-ray Box. Dafür hatte der Filmemacher extra nach Los Angeles eingeladen: Filmkomponist James Horner, für "Titanic" mit dem Oscar ausgezeichnet, berichtete von der Zusammenarbeit mt Cameron: "James gab mir eine Menge Input, er wusste genau, was er will. Aber es waren keine Anweisungen." "Eher Verhandlungen", wie Cameron anmerkte, der sich in Horners Vortrag geschlichen hatte.

James Cameron und Produzent Jon Landau tollten wie kleine große Jungs auf ihrer Spielwiese herum: An zehn Stationen hatten sie die Filmcrew versammelt. Set-Designer, Kameraleute und Effektspezialisten verrieten, wie die anspruchsvolle Megaproduktion entstand.

Die Blu-ray Box sei "geek heaven", ein "Streberparadies", sagten sie. Und haben damit nicht unrecht. Das Bonusmaterial der "Avatar"-Box beantwortet (fast) alle Fragen - über Motion Capture, virtuelle Kameras, Simulcams ... Auch wenn die Antworten der Experten nicht in jedem Detail verständlich sind: Sie machen den Zauber Pandoras greifbar. Und der liegt ja definitiv nicht in der flachen Geschichte der Öko-Fabel.

"Was Du Dir vorstellen kannst, das kannst Du auch umsetzen", erzählte Cameron in den Hallen der Beatrice Studios. Sein Motto wurde dort greifbar: Auf verschiedenen Bühnen ließ er Schauspieler im Motion-Capture-Anzug auftreten, die gefilmt und simultan in die Fantasiewelt Pandora "gebeamt" wurden. Was im Film organisch und Science Fiction-realistisch aussieht, ist ein komplexer Prozess, den Cameron und sein Team teilweise ganz neu erfunden haben.

"Eine Menge Dinge machen mehr Sinn", versprach Cameron, dass die Extras detailliert erklären, wie genau die technischen Innovationen, die "Avatar" zum Kinomeilenstein machten, funktionieren. Sogar eine neue Sprache wurde erfunden: Der Linguist Paul Frommer schuf sie in nur sechs Monaten. "Vor ein paar Wochen wurde ich zu einem Mini-Kongress, von Leuten, die Na'vi lernen wollen." Ein Dutzend Sprachinteressierte aus den USA und Europa hatten sich an der Ostküste der USA getroffen.

Neben technischen Erklärungen und Hintergrund-Anekdoten gibt es übrigens auch eine familienfreundliche Tonspur (Englisch) ohne F-Wörter, die Cameron nicht ganz uneigennützig auf die BD packte: "Mein eigenes Kind lief den ganzen Tag fluchend rum. Als ich schimpfte, bekam ich nur zur Antwort: 'Dad, das habe ich aus Deinem Film'. Ich musste also etwas tun, auch um Ärger mit meiner Frau zu umgehen."

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