ARTE adelt vom 18. bis 30. Juli zehn Ausnahmemusikerinnen zu "Queens of Pop" Long live the Queens

Es kann nur eine geben: Wer allerdings ARTEs "Queen of Pop" wird, entscheidet der Zuschauer.
24.06.2011, 00:00
Lesedauer: 5 Min
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Von Katharina Raab

Es kann nur eine geben: Wer allerdings ARTEs "Queen of Pop" wird, entscheidet der Zuschauer.

Der King of Pop ist tot. Und noch scheint kein Nachfolger gefunden, der würdig ist, Michael Jacksons Platz in der Musikgeschichte einzunehmen. Auch ARTE lässt die Finger vom männlichen Popolymp und widmet sich stattdessen der stimmgewaltigen Weiblichkeit: Mit der interaktiven Porträtreihe "Queens of Pop" beleuchtet der Kultursender im Rahmen des Programmschwerpunkts "Summer of Girls" die Musikgeschichte aus Frauensicht. Von Montag, 18. Juli, bis Freitag, 29. Juli, immer um 18.30 Uhr, rücken zehn Thronanwärterinnen jeweils 30 Minuten lang in den Fokus. Es ist keine willkürlich vom Sender ausgewählte Riege ruhmreicher Regentinnen, sondern die demokratische Auslese der ARTE-Zuschauer, die aus hundert Pop-Ikonen wählen durften. Am Samstag, 30. Juli, 20.15 Uhr, folgt schließlich die Krönungszeremonie während einer Live-Veranstaltung in Hamburg. Denn wie schon die Rangordnung im Bienenstock zeigt: Es kann nur eine Königin geben.

Wer die Wahl hat, hat auch die Qual, schickt ARTE doch ausschließlich Goldkelchen ins königliche Abstimmungsrennen. Geplant ist eine Rankingshow der Superlative, eine elitäre Version von "Deutschland sucht den Superstar", in der selbstredend nur Originale auftreten. Und es ist natürlich eine Geste der Verehrung. ARTE verbeugt sich vor den größten Diven des Pop - allesamt Ausnahmetalente und schillernde Projektionsflächen weiblicher Identität.

Zweifellos, eine "Königin des Souls" ist Aretha Franklin bereits. Den Titel musste sich die afroamerikanische Künstlerin in den 60er-Jahren am Gipfelpunkt des schwarzen Civil Rights Movements hart erarbeiten. Aretha Franklin setzte sich weitsichtig gegen Diskriminierung jedweder Art ein und sang mit samtener Stimme für ein neues afroamerikanisches Selbstbewusstsein. "Respect", ihre stets präsente Hymne der Toleranz, wird 1967 ein Millionenseller. Doch ist die "Queen of Soul" auch eine "Queen of Pop"? Die ARTE-Zuschauer nickten eifrig. Aretha Franklin geht am 18. Juli als Erste ins Rennen um die Krone.

Etwa zeitgleich wie Aretha Franklin, machte sich noch ein anderes Gesangstalent auf, die Charts der USA zu erobern. Auch Diana Ross hat bereits einen Titel vorzuweisen, der dem Ausmaß ihrer Karierre sicher gerecht wird. Wer bereits zur "Entertainerin des Jahrhunderts" gekürt wurde, dem steht doch auch der Beinname "Queen of Pop" gut zu Gesicht. Verdient hätte ihn die heute 67-Jährige allemal, blickt sie doch auf stolze 40 Karrierejahre zurück, die mit den Supremes beim Hitlabel Motown in Detroit begannen. "Ain't No Mountain High Enough" - seit 1970 schlägt sich Diana Ross alleine durchs Musikgeschäft. Ob es für die Thronbesteigung bei ARTE reicht? Der Sender widmet dem glockenhellen Gesangswunder eine Doku am Dienstag, 19. Juli.

Mit silbernen Plateaustiefeln stöckelte Donna Summer zum schlagenden Beat ihrer Hits über die Bühnen der 70er-Jahre. Doch bevor sie begann, mit Hymnen wie "Love To Love You Baby", "Hot Stuff" oder "She Works Hard For The Money" die Discoszene der USA zu beherrschen, gab die heute 62-Jährige in München Ende der 60-er im Musical "Hair" den Hippie. Obwohl immer etwas unterschätzt, gehört Donna Summer mit weltweit 120 Millionen verkauften Platten zur Divenelite, wie ARTE am Mittwoch, 20. Juli, zeigt.

Etwas weniger massentauglich, aber nicht minder genial ist Kate Bush, die am Donnerstag, 21. Juli, bei ARTE ihren Auftritt hat. Die zerbrechliche Britin siedelte ihre musikalische Welt stets abseits des Mainstreams an und erfand sich selbst, diesem Parameter folgend, immer wieder neu. Dank ihres exzentrischen Auftretens, ihrer extravaganten Stimme und empfindsamen Liedern machte sie dennoch Karriere. Mit zarten 19 Jahren hat sie mit "Wuthering Heights" in ihrer Heimat den ersten Nummer eins Hit, der von einer Frau geschrieben wurde. Bush ist fortan der Star der aufkommenden "New-Romantic"-Welle, die Anfang der 80-er die Charts flutete.

Konkurrenz machte ihr ab 1984 vor allem eine: Madonna. Damals promiskes Skandalchamäleon, heute steinreiche und erfolgreiche Popomi mit Hang zum Jugendwahn. Wie bis dato keine Zweite spielte Madonna - übrigens der Geburtsname der heute 53-jährigen Künstlerin - mit Weiblichkeitsbildern und kultureller Symbolik und lehrte dem prüden Amerika als "Material Girl" Offenherzigkeit. Eine Historie, die ihr bereits des Öfteren den Titel "Queen of Pop" einbrachte. Ob das die ARTE-Zuschauer genauso sehen? Am Freitag, 22. Juli, wird das Phänomen Madonna noch einmal genauestens unter die Lupe genommen.

Auch Debbie Harry hält sich seit mehreren Dekaden wacker im Musikgeschäft. Als "Blondie" wird sie Ende der 1970-er international bekannt, ist raues Punkgirl und sexy Fotomodel zugleich, das sich auch mal als Playboy-Bunny verdingte. Heute ist Debbie Harry 65, immer noch blond und immer noch auf der Bühne zu Hause. Ob das zur Popqueen reicht? Wer schwankt, schaltet am Montag, 25. Juli, bei ARTE ein.

Britney Spears, eine Königin des Pops? Wohl eher ein Prinzesschen! Und doch hat das einstige Vorzeige-Girlie durch frivole Kratzer am Engelsimage in den letzten Jahren für reichlich Furore gesorgt. Sie ist die tragische Pionierin einer Popära, die von niedlichen Schablonenstars beherrscht wird. Britney sprengte letztlich das Lolita-Korsett, fiel tief und rappelt sich nun langsam wieder auf. Eine beispielhafte Karriere des Popkosmos, die ARTE am Dienstag, 26. Juli, exploriert.

Mit einem Stimmumfang von fünf Oktaven hat sich Mariah Carey, frisch gebackene Zwillingsmama, in den Olymp der besten Sängerinnen unserer Zeit gesungen. Sie ist ein mit 200 Millionen verkauften Platten vergoldetes Talent, an dem die Tochter einer Opernsängerin bereits mit drei Jahren begonnen haben soll, zu feilen. Früher verhuschte Romantikerin lebt Carey heute nach dem Prinzip "Sex sells" und ist eine der exzentrischsten Diven, die die Popwelt zu bieten hat. Ausnahmesängerin? Sicher! Ob allerdings auch eine Popqueen in der kapriziösen Kitschkönigin steckt, stellt ARTE am Mittwoch, 27. Juli, zur Disposition.

Sie dagegen hat alle im Sturm erobert und stilisiert sich - trotz eines zarten Alters von erst 25 Jahren - stets als popkulturelles und mediales Gesamtkunstwerk: Lady Gaga. Sie treibt den Pop an den Rand der absoluten Künstlichkeit, schockt mit bizarren Outfits und grotesker Erotik und fasziniert trotzdem die Massen. Gaga regiert die Medien und die Charts: Ihr aktuelles Album "Born This Way" landete sofort auf Platz eins. Wer das Faszinosum Gaga auf dem Popthron sehen will, muss auch am Donnerstag, 28. Juli, bei ARTE einschalten.

Als "künstlerisches Ausgleichsprodukt" und als "afroamerikanisches Symbol der Obama-Ära" präsentiert ARTE am Freitag, 29. Juli, schließlich Beyoncé, einstige Destiny's-Child-Frontfrau und kurvenreicher Solostar. Mit fraulicher Eleganz, Girlpower-Botschaft und kraftvollem Stimmvolumen lässt Sie die Zeit der großen Diven wieder aufleben, ohne dabei jedoch übermütig die Bodenhaftung zu verlieren. Eine Künstlerin, in der die kontemporäre amerikanische Kultur in ihrer Vielfalt kulminiert und mit der ARTE die "Queens of Pop"-Reihe schließlich beendet.

Klassisch oder schrill? Avantgarde oder Mainstream? Diva oder Underdog? Wer soll nun die Königin sein? ARTE gibt sich auch in diesem Anliegen zeitgemäß und überlässt die Entscheidung Volk und Fans. Am Samstag, 30. Juli, 20.15 Uhr, lädt der Sender nach Hamburg zu einem Bühnenspektakel in der Fischauktionshalle, das die Frauenflagge weiter hochhält. Dabei werden angehende Popqueens wie Kate Nash oder Hanseurgestein Ina Müller, aber auch Newbies wie Mimi oder Alice Russell ihren Ikonen huldigen und jeweils ein Lied der zur Auswahl stehenden "Queens" covern. Das Voting (auf www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/Summer-of-Girls/Queens-of-Pop) läuft seit 20. Juni und noch bis zum Schlussakkord der Finalshow.

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