Ex-Box-Weltmeister Sven Ottke trainiert Olympia-Sieger Lars Riedel fürs "Promiboxen" (ProSieben, Samstag, 31.3., 20.15 Uhr) Nur nicht wild drauflosprügeln

Wer in den Ring steigt, sollte wenigstens eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie Boxen funktioniert. Lars Riedel lässt sich für seine Showkampf gegen Evil Jared Hasselhoff von Sven Ottke coachen.
15.03.2012, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Rupert Sommer

Wer in den Ring steigt, sollte wenigstens eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie Boxen funktioniert. Lars Riedel lässt sich für seine Showkampf gegen Evil Jared Hasselhoff von Sven Ottke coachen.

Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: Nur 14 Tage bleiben Ex-Boxweltmeister Sven Ottke (44), um einen ganz besonderen Schützling wettkampftauglich zu machen. Der sympathisch-knurrige Berliner hat sich von seinem alten Kumpel Lars Riedel (44), seines Zeichens Ex-Olympiasieger im Diskuswerfen, überreden lassen, ihm die Grundregeln des Boxens praktisch näherzubringen. Am Samstag, 31. März, steht der fünffache Weltmeister nämlich vor einer besonders harten Prüfung: Er steigt in der Sportshow "Das große ProSieben Promiboxen" (ab 20.15 Uhr) gegen Evil Jared Hasselhoff (40) von der Bloodhound Gang in den Ring. Und dort möchte sich der Zwei-Meter-Hüne aus Berlin gegen den US-Musiker natürlich nicht blamieren. Andernfalls würde auch Trainer Ottke handgreiflich werden, wie er augenzwinkernd androht.

teleschau: Herr Ottke, Sie trainieren ja Lars Riedel fürs ProSieben-Promiboxen. Wie muss man sich das eigentlich vorstellen? Kann man aus jedem einigermaßen sportlichen Menschen einen Boxer machen?

Sven Ottke: Sie wollen eine ehrliche Antwort hören?

teleschau: Ja, natürlich.

Sven Ottke: Wir werden jetzt hart trainieren. Mal sehen, wie das nach 14 Tagen Training dann aussieht. Ob Lars wirklich talentiert ist, muss sich noch zeigen. Und ob er dazu in der Lage ist, das aufzunehmen, was ich ihm beizubringen versuche. Aber ich bin da sehr zuversichtlich. Schließlich ist er ein ehemaliger Profi-Sportler und weiß ungefähr, was auf ihn zukommt.

teleschau: Hat Lars Riedel überhaupt keine Vorerfahrungen - einmal abgesehen davon, dass er Leistungssportler war?

Ottke: So weit ich weiß, hat er noch nie wirklich geboxt.

teleschau: Und Kraft zu haben, genügt noch nicht?

Ottke: Nee, keinesfalls. Wir werden aber keine Experimente machen. Ich versuche, ihm so einigermaßen die Abfolge links-rechts-gerade beizubringen. Es geht mir nicht um wilde Sachen - wie Aufwärtshaken oder seltene Kombinationen. Er soll aus der geschlossenen Deckung heraus boxen. Wenn im Ring 200 Kilo voreinander stehen, geht es darum, wer mehr Respekt vor dem anderen hat - oder sogar ein wenig Angst vor dem Gegner.

teleschau: Was ist Ihre Einschätzung: Ist es eine aussichtslose Aufgabe, aus Lars Riedel einen Boxer zu machen oder steckt in ihm ausreichend Kampfgeist?

Ottke: Er ist ein Top-Sportler. Da brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Und er will sich nicht blamieren - auch klar. Er hat Willenskraft und möchte auch zeigen, dass er gut trainiert in den Ring steigt. Einen Sportler zu betreuen, ist ja noch die leichteste Aufgabe.

teleschau: Es hätte Ihnen auch blühen können, Micaela Schäfer zu trainieren.

Ottke: (lacht) Oh Gott. Kein Kommentar dazu.

teleschau: Was ist denn das Hauptproblem bei einem potenziellen Boxer von der Statur, die Lars Riedel hat? Sorgen Sie sich um mangelnde Schnelligkeit?

Ottke: Er hat den Vorteil, dass er mit seinen zwei Metern recht groß ist. Auch kraftmäßig ist er sehr gut beieinander. Jetzt muss ich nur sehen, inwieweit er diese Vorteile auch ausspielen kann. Am Sandsack links-rechts-gerade zu schlagen, ist für ihn vermutlich kein Problem. Spannend wird es, ob er das umsetzen kann, wenn er einen Mann, ein lebendiges Ziel, vor sich hat. So ein Kampf ist in erster Linie eine Frage der Psyche. Auf den Sack kann jeder einprügeln.

teleschau: Sein Gegner ist ein ganz schöner Frechdachs...

Ottke: Er ist ein Musiker von der Bloodhound Gang. Ob er wirklich was kann oder nur Faxen macht, kann ich nicht beurteilen. Ich lass mich überraschen.

teleschau: Hat man Sie zu dem etwas ungewöhnlichen Trainer-Job lange überreden müssen?

Ottke: Ich kenne Lars schon lange sehr gut. Er ist, wenn man so will, fast schon ein Freund. Wir sehen uns zehnmal im Jahr. Eines Tages hatte Lars mich dann angesprochen. Darauf hab ich ihm nur geantwortet: Keine Frage, wenn du das machen möchtest, dann machen wir das!

teleschau: Fitness dürfte kein Thema sein.

Ottke: Die sollte er haben, und wenn er die nicht hat, dann kann ich auch nicht helfen.

teleschau: Man hat Ihnen selbst oft nachgesagt, dass sie jemand sind, der im Ring oft länger abwartet und den Gegner müde werden lässt.

Ottke: Man muss immer erst gucken, was läuft. Was nützt es mir, in den Ring zu steigen und wild loszuschlagen? So etwas halte ich für relativ kopflos.

teleschau: Es ist aber doch anzunehmen, dass Leute, die keine echte Ahnung vom Boxen haben, erst einmal genau das machen werden?

Ottke: Jeder versucht meistens, sein Heil im Angriff zu suchen. Solche Leute wollen möglichst schnell Wirkung erzielen, um das Ding zu einer Entscheidung zu bringen. Andere wissen, dass es sich lohnt, über die volle Distanz zu gehen, um richtige Treffer zu landen und auch mal gutes Boxen zu zeigen.

teleschau: Unterschätzen viele, wie lange so ein Boxkampf dauern kann?

Sven Ottke: 100-prozentig! Dreimal drei Minuten in einem Wettkampf können sehr lang werden. Gerade die dritte Runde ist dann mörderisch. Wenn die Jungs 100 Kilo wiegen, werden sie zum Schluss aneinandergelehnt herumstehen und kaputt sein.

teleschau: Hand aufs Herz: Was muss man als Profi von Veranstaltungen wie dem Promi-Boxen halten? Tut Ihnen das nicht innerlich ein wenig weh, so etwas zu sehen?

Ottke: Man muss es mit einem Augenzwinkern sehen. Wir reden hier gerade vom Boxen. Ob das, was wir dann im Fernsehen sehen, etwas mit Boxen zu tun haben wird? Lassen wir uns überraschen!

teleschau: Haben Sie denn schon eine Siegesfeier mit Lars Riedel geplant?

Ottke: (lacht) Wenn er nicht gewinnt, dann bekommt er ein paar auf den Popo.

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