"ZDF-History: Kampf im Klassenzimmer"

Sozialistische Erziehung, reaktionäre Lehrer: So war die Schulzeit in Ost und West

Wie unterschied sich die Schulzeit in Ost und West bis zur Wende? Wie verbrachten Schüler in DDR und Bundesrepublik den Alltag im Unterricht? Die "ZDF-History"-Doku "Kampf im Klassenzimmer" klärt auf.
11.06.2021, 08:00
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Von teleschau - Maximilian Haase
Sozialistische Erziehung, reaktionäre Lehrer: So war die Schulzeit in Ost und West
Was unterschied den Schulalltag in Ost und West? DDR-Schulkinder auf dem Weg zum Unterricht im Jahr 1967.Getty Images / Ralph Crane

Langeweile, Leistungsdruck, Lehrerschrecken: An die Schulzeit erinnern sich die meisten Menschen - mal nostalgisch verklärt, mal weniger gern. Eher selten bekam man als Jugendlicher damals mit, dass der Unterricht die gesellschaftlichen Bedingungen der jeweiligen Zeit spiegelte. Das betraf insbesondere die Jahrzehnte vor der Wende: So sehr sich die subjektive Wahrnehmung der Schüler in Ost und West geähnelt haben mag, so verschieden gestalteten sich Schulpolitik und Schulalltag in DDR und Bundesrepublik. "ZDF-History" beleuchtet unter dem Titel "Kampf im Klassenzimmer" historische Entwicklungen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Zur Wort kommen dabei auch prominente Zeitzeugen wie die Schweriner Schauspielerin Katrin Sass und der Frankfurter Comedian Henni Nachtsheim.

In der DDR galt die Erziehung der Kinder zu "sozialistischen Persönlichkeiten" alles. Entscheidend waren dafür nicht nur gute schulische Leistungen, sondern auch politische Zuverlässigkeit und ideologische Festigkeit. Wer Abitur machen wollte, hatte zudem als Kind von Arbeitern oder Bauern bessere Karten. Disziplinierungen und Strafen waren an der Tagesordnung, doch öffneten sich hier und da auch Freiräume. Zeitzeugen erinnern sich in der Doku an den alltäglichen Unterricht und die Möglichkeiten, dem staatlichen Einfluss zu entgehen. Differenziert zeigt "ZDF-History" auch auf, dass das DDR-Schulsystem im Vergleich sogar einige Vorteile bot.

Denn auch im Westen war in Sachen Schule längst nicht alles perfekt. Nach dem Krieg machten zahlreiche Lehrer, die in der Wehrmacht gedient hatten und bisweilen auch Nationalsozialisten waren, den Schülern das Leben zur Hölle. Gegen die reaktionären Ansichten, die sie in den Unterricht brachten, rebellierten erst die 68er. Wobei die Bildungspolitik aufgrund der föderalen Struktur in jedem Bundesland der alten BRD anders aussah: Im "roten Hessen" der 70er-Jahre, zeigt die Doku etwa, sollte der Unterricht radikal umgestaltet werden; viele bürgerliche Eltern protestierten gegen die Einführung der Gesamtschule.

ZDF-History: Kampf im Klassenzimmer - So. 13.06. - ZDF: 23.45 Uhr

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