ProSieben öffnet "The Vampire Diaries" (ab 20.01., mittwochs, 21.15 Uhr) Twilight light

Die Serie zum Hype: Während die "Twilight"-Saga die Kinosäle erobert, gibt's für das Fernseh-Publikum "The Vampire Diaries".
01.01.2010, 00:00
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Von Ute Nardenbach

Die Serie zum Hype: Während die "Twilight"-Saga die Kinosäle erobert, gibt's für das Fernseh-Publikum "The Vampire Diaries".

Totgesagte leben bekanntlich länger und Untote wohl am längsten. Der "Twilight"-Hysterie sei Dank werden bald wohl nicht mehr nur die Teenies beim Anblick eines Blutsaugers in Verzückung geraten. Der amtierende "Sexiest Man Alive" Johnny Depp will unter die Untoten gehen sowie Kollege Brad Pitt, der mit dem Leben als Vampir ja schon Erfahrung hat. Letzterer plant gemeinsam mit der "Twilight"-Produktionsfirma Summit, den Dracula-Streifen "Vlad" zu realisieren. Depp wird in der Leinwandadaption der 60er-Jahre-Kultserie "Dark Shadows" zum Vampir-Häuptling - natürlich unter der Regie von Tim Burton. Wenig dran ist aber wahrscheinlich an dem Gerücht, dass "Twilight" auch im Fernsehen in Serie gehen wird. Halb so wild: Wer Blut geleckt hat, dem bleiben im TV ja noch "The Vampire Diaries" (ab 20.01., mittwochs, 21.15 Uhr, ProSieben).

Die Story der taufrischen Warner-Serie, die erst im September 2009 in den USA startete, kommt einem nämlich irgendwie bekannt vor: Ein Mädchen aus einer amerikanischen Kleinstadt, nicht Bella, sondern Elena (Nina Dobrev), verliebt sich in ihren neuen Mitschüler, nicht Edward, sondern Stefan (Paul Wesley), ohne zu ahnen, dass es sich bei ihm um einen Vampir handelt.

Erschwerend hinzu kommt - wie bei Stephenie Meyers erfolgreicher "Twilight"-Reihe - eine dritte Person. Das ist hier kein grundguter Werwolf, sondern ebenfalls ein Vampir. Allerdings ein Exemplar der besonders blutrünstigen und durstigen Sorte: Stefans böser Bruder Damon (Ian Somerhalder, "Lost"). Allzu viel Neues muss sich der "Bis(s)"-Fan also wirklich nicht merken.

Vorschnell sollte man nun aber besser nicht "Plagiat" rufen. "The Vampire Diaries" basieren nämlich auf einer Buchreihe von L.J. Smith, die bereits Anfang der 90-er erschien. Die Amerikaner nahmen der Serie von Kevin Williamson, der dank seiner Drehbücher zu "Scream", "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" und "Dawson's Creek" für das Projekt wohl bestens gerüstet ist, ihre Ähnlichkeit zum Kino-Abräumer nicht krumm. Im Gegenteil: Die erste Folge der Vampir-Tagebücher bescherte dem US-Sender The CW mit 4,9 Millionen Zuschauern das bislang beste Premierenergebnis. Prompt wurde eine komplette erste Staffel von 22 Folgen bestellt.

Auch wenn der Sendeplatz, mittwochs, um 21.15 Uhr, zwischen den "Desperate Housewives" und der neuen Krankenhausserie "Hawthorne" mit Will-Smith-Gattin Jada Pinkett-Smith vielleicht nicht ganz günstig gewählt ist, dürfte dank des allgemeinen Vampir-Hypes auch das deutsche Publikum Blut lecken. Die Teenies werden ihre Untoten wohl auch zwischen den beiden Serien für ein etwas reiferes Publikum finden. Zumal man natürlich drei äußerst attraktive Hauptdarsteller gecastet hat. Wie bei "Twilight" schon mal die halbe Miete.

Auch sonst findet sich einiges, was die Herzen des jungen Publikums höher schlagen lassen wird. Neben der Dreiecks-Vampir-Geschichte und mysteriösen, aber nicht Horror-Film reifen Todesfällen gibt's auf der High School und um sie herum nämlich so allerlei typische Teenie-Probleme: Beziehungs-Stress, Eifersucht, Drogen und Familiendramen. Und obendrauf noch jede Menge Geheimnisse. So waren etwa beide Vampir-Buben vor knapp 150 Jahren in dieselbe Dame verschossen, die Elena auch noch zum Verwechseln ähnlich sah.

An der recht hochwertigen Inszenierung gibt es auch nicht viel zu meckern. Gut, wenn Damon inmitten von Nebelschwaden erscheint und sich vorher noch von einer unheimlichen Krähe ankündigen lässt, ist das vielleicht etwas zu dick aufgetragen. Aber das lässt ihn Bruder Stefan in der Pilotfolge auch gleich wissen. Man hat also durchaus Sinn für Selbstironie.

Wenn "The Vampire Diaries" tatsächlich zur TV-Pflichtlektüre werden, findet sich hierzulande vielleicht auch endlich ein Platz im Free-TV für die HBO-Produktion "True Blood". Die wurde unlängst bei den "Scream Awards" als "Beste TV-Serie" ausgezeichnet. Ebenso bekamen die beiden Hauptdarsteller (Anna Paquin, Stephen Moyer) den "Grusel-Oscar". Anna Paquin, die in jungen Jahren bereits einen Academy Award gewann ("Das Piano"), erhielt für ihre Darstellung in der Vampir-Serie 2009 zudem einen Golden Globe.

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