Tatort-Kritik: Der Fall Reinhardt Viel Psycho, wenig Krimi

Köln. In der aktuellen Tatort-Folge "Der Fall Reinhardt" bekommen es die Ermittler Ballauf und Schenk mit einem Serienbrandstifter zu tun. Doch die Geschichte entwickelt sich in eine ganz andere Richtung.
22.03.2014, 06:00
Lesedauer: 1 Min
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Viel Psycho, wenig Krimi
Von Birgit Bruns

Köln. In der aktuellen Tatort-Folge bekommen es die Kölner Ermittler Max Ballauf (Klaus J.Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmär Bär) mit einem Serienbrandstifter zu tun. Bei seiner letzten Tat sind drei Kinder ums Leben gekommen. Oder steckt dieses Mal etwas anderes dahinter? „Der Fall Reinhardt“ ist ein ziemlich abgedroschenes Psychogramm einer gefallenen Vorzeige-Familie. Krimi-Spannung kommt leider nicht auf.

So bleibt der doppeldeutige Titel nahezu das Einzige, was den aktuellen WDR-Tatort auszeichnet. Die Geschichte schleppt sich dahin, die Kommissare quälen sich und die Zuschauer durch Verhöre, die letztlich aber niemanden voran bringen. Entsprechend vorhersehbar ist auch das Ende. Die überzeugenden schauspielerischen Leistungen von Susanne Wolff und Ben Becker als Eltern, die trotz heiler Fassade bereits seit Jahren dem Abgrund entgegen schliddern, können die lahme Geschichte leider nicht retten.

Auch der sehr eindrückliche Start in den Krimi bleibt leider völlig in der Luft hängen. Dabei ist die Bildsprache zu Beginn wirklich gelungen: Eine verzweifelte Frau im Nachthemd hockt am nebelverhangenen Rheinufer und schreit nach ihrem Mann. Ihr Haus im Hintergrund ist völlig ausgebrannt, aus einem Kinderbett ragt ein verkohltes Ärmchen hervor. Doch gerade dieser emotionale Beginn lässt den Rest des Krimis umso zäher erscheinen. Es passiert einfach nichts mehr.

Das Zwischenmenschliche erhält ebenfalls einen Dämpfer: Kriminalassistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) ist in der vergangenen Kölner Episode den Filmtod gestorben und folglich nicht mehr da. Statt der erfrischenden Blondine, die sich im Karneval schon mal von einem „Frosch“ schwängern lässt, sitzt nun der farblose Tobias Reisser (Patrick Abozen) im Vorzimmer der Kommissare und hilft ihnen bei den Ermittlungen. Stets zuverlässig, völlig unaufgeregt. Das passt zwar zu dieser zähen Tatort-Episode. Es ist aber leider eine weitere vertane Chance, durch einen interessanten Charakter Schwung in die Geschichte zu bringen.

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