WDR schasst umstrittenen Autor

Klaus Martens war angetreten, einen Pharmaskandal aufzudecken. Am Ende wurde daraus ein Medienskandal. Der WDR hat, einer Mitteilung des...
14.05.2010, 00:00
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Klaus Martens war angetreten, einen Pharmaskandal aufzudecken. Am Ende wurde daraus ein Medienskandal. Der WDR hat, einer Mitteilung des...

Klaus Martens war angetreten, einen Pharmaskandal aufzudecken. Am Ende wurde daraus ein Medienskandal. Der WDR hat, einer Mitteilung des Senders zufolge, den Autor und Redakteur aus dem TV-Programmbereich Politik und Zeitgeschehen freigestellt und überdies arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet. In einer Stellungnahme wirft der WDR seinem Mitarbeiter vor, er habe "gegen Programmgrundsätze verstoßen und falsche Angaben gegenüber dem WDR gemacht". Martens hatte im Herbst 2009 mit der ARD-Dokumentation "Heilung unerwünscht: Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern" für Aufsehen gesorgt. Im Film wird behauptet, verschiedene große Pharmaunternehmen hätten aus kommerziellen Interessen über mehrere Jahre ein hochwirksames Medikament gegen Schuppenflechte und Neurodermitis boykottiert. Als zeitnah zur Ausstrahlung das fragliche Mittel plötzlich doch auf den Markt kam und Klaus Martens überdies ein Buch zur Thematik vorlegte, wurden Zweifel an der Unabhängigkeit des Autors laut. Nach Prüfung der Vorwürfe habe sich ergeben, "dass der Mitarbeiter seine unmittelbaren Vorgesetzten, die Fernsehdirektorin und die Intendantin und damit mittelbar auch die Gremien wiederholt über den Zusammenhang von Sendedatum und Buchveröffentlichung getäuscht und in einer dienstlichen Erklärung falsche Angaben gemacht hat." WDR-Intendantin Monika Piel zeigte sich "tief enttäuscht über den Vertrauensbruch". Für sie sei "die Grundlage für eine Zusammenarbeit entfallen. Es muss klar sein, dass unsere journalistische Unabhängigkeit nicht verhandelbar ist und dass der WDR ein solches Fehlverhalten nicht duldet."

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