Die zehn dicksten Eier im Feiertags-Programm Wilde Ostern

Meister Lampe bekommt Konkurrenz: An Ostern sorgen allerlei Vier- und Zweibeiner für tierische Unterhaltung.
04.03.2010, 00:00
Lesedauer: 5 Min
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Von Ute Nardenbach

Meister Lampe bekommt Konkurrenz: An Ostern sorgen allerlei Vier- und Zweibeiner für tierische Unterhaltung.

Klar dürfen Hasen und Hühner im Feiertagsprogramm nicht fehlen. Doch den Bildschirm erobert in diesem Jahr während des verlängerten Osterwochenendes (02. bis 05.04.) noch allerlei exotischeres Getier: Drachen, Mammuts und Predaliens legen die Privatsender dem Fernsehpublikum ins TV-Nest. RTL lässt gleich die ganze Arche durchs Bild treiben. Die meisten Viecher traben sogar zum ersten Mal durchs deutsche Fernsehen. Das verspricht frohe Ostern und tierische Unterhaltung.

Ei Nummer eins - "Himmel und Huhn" (2005, Free-TV-Premiere, Freitag, 02.04., 20.15 Uhr, SAT.1): An Ostern müsste er eigentlich Angst haben, dass man ihm die Eier klaut. Doch Hühnchen Junior, der kleine Antiheld im Federkleid aus dem Trickfilm "Himmel und Huhn", befürchtet, wie einst schon die berühmten Gallier, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Mit Technik auf höchstem Niveau bauten die Macher von Disney eine Retro-Cartoonwelt, in der Hühnchen Junior und seine schrägen Freunde ihre kleine Stadt vor Aliens retten. Das gefällt nicht nur, aber besonders den kleinen Zuschauern.

Ei Nummer zwei - "Evan Allmächtig" (2007, Free-TV-Premiere, Freitag, 02.04., 20.15 Uhr, RTL): Mit der freien Neuinterpretation des biblischen Arche-Baus will RTL an Karfreitag nicht etwa für besinnliche Stimmung sorgen. Die Fortsetzung des Erfolgsfilms "Bruce Allmächtig", in der US-Star-Komiker Steve Carell den Part von Jim Carrey übernimmt, beschert dem Publikum eher launige Momente. Eine "Komödie von göttlichen Ausmaßen", wie im Werbeslogan versprochen, ist der Film über einen Nachrichtensprecher, der von Gott (Morgan Freeman) zum Bau einer Arche aufgefordert wird, zwar nicht. Zum harmonischen Familienfilm taugt der tierische Spaß allemal.

Ei Nummer drei - "Aliens vs. Predator 2" (2007, Free-TV-Premiere, Freitag, 02.04., 22.05 Uhr, RTL): Wild geht es bei RTL weiter. Die Kinder sollten allerdings spätestens um zehn Uhr ins Bett geschickt werden. Denn dann folgt mit "Aliens vs. Predator 2" ein sinnfreies Duell der intergalaktischen Unsympathen. Neben den im Titel genannten Spezies tritt hier auch ein sogenanntes Predalien auf. Bei dem gar nicht liebenswerten Wesen handelt es sich um keinen Hybriden, sondern um ein Alien, das sich pfiffigerweise von einem Predator ausbrüten lässt und sich gleich auch einige nützliche Fähigkeiten von seinem Wirt aneignet. Diese drei Monster tragen schließlich ihren blutigen Kampf auf irdischem Territorium aus. Gar nicht feierlich!

Ei Nummer vier - "Brücke nach Terabithia" (2007, Free-TV-Premiere, Samstag, 03.04., 20.15 Uhr, ProSieben): Wesentlich familienfreundlicher wird's am Samstag. Die Jugendroman-Verfilmung "Brücke nach Terabithia" überzeugt mit hochwertigen Spezial-Effekten und einer feinfühligen Geschichte. Das Fantasy-Abenteuer dreht sich um einen heranwachsenden Jungen, der mit dem Tod und Gefühlen wie Trauer und Schuld konfrontiert wird. Aus seinem Alltag bricht er aus in ein Fantasiereich. Walden Media ("Die Chroniken von Narnia") und Disney lassen mit Hilfe von WETA (Mitbegründer: Peter Jackson) eine verblüffend real erscheinende Fabelwelt mit bizarren Lebewesen entstehen.

Ei Nummer fünf - "Ice Age 2 - Jetzt taut's" (2006, Sonntag, 04.04., 20.15 Uhr, RTL): Mammut zum Ersten - Es ist selten, aber bei "Ice Age 2 - Jetzt taut's" Wirklichkeit: Der zweite Teil ist um Klassen besser als sein Vorgänger. Mit der Wiederholung der überaus gelungenen Fortsetzung will RTL die Herzen der Zuschauer am Ostersonntag erwärmen. Sid, das ebenso beknackte wie redselige Faultier, Säbelzahntiger Diego und Manni, das missmutige Mammut, die erneut von Otto Waalkes, Thomas Fritsch und Arne Elsholtz gesprochen werden, sind mittlerweile ein echtes Team. Als erste Warnungen verkündet werden, dass die sie umgebenden gigantischen Gletscher in kürzester Zeit schmelzen werden und eine große Flut droht, packt sie die nackte Angst. Der lange Marsch zu einem legendären Boot, das allen Tieren eine Rettung sein soll, wird für die "krasse Herde" zu einer Tour de Force, die für den Zuschauer viel Situationskomik bereithält.

Ei Nummer sechs - "10.000 B.C." (2008, Free-TV-Premiere, Sonntag, 04.04., 20.15 Uhr, ProSieben): Mammut zum Zweiten - Konkurenz macht Manfred und Co. Roland Emmerichs effektgeladenes Urzeit-Abenteuer bei ProSieben. "10.000 B.C." ist ebenfalls keine Geschichtsstunde: Hier jagen die Urzeitmenschen fleißig Mammuts, obwohl sie nie gemeinsam die Erde bewohnt haben. Worauf es ankommt, sind vielmehr große Gefühle: 10.000 Jahre vor Christi Geburt entwickelt sich eine zarte Romanze zwischen dem gewöhnlichen Stammesjungen D'leh (Steven Strait) und der schönen Evolet (Camilla Belle). Die eigentlichen Stars des Films sind aber die Mammuts und ein Furcht einflößender Säbelzahntiger.

Ei Nummer sieben - "Die wilden Hühner und die Liebe" (2007, Free-TV-Premiere, Montag, 05.04., 12.40 Uhr, ZDF): Am Ostermontag wird schließlich wieder gegackert. "Die wilden Hühner" bekommen es dann mit der wohl größten aller Herausforderungen zu tun: der Liebe. Die fünfköpfige Mädchenbande durchlebt wie schon in Teil eins (2005) mit dem impulsiven Charme Heranwachsender allerhand lustige und spannende Geschichten. In ihrem zweiten großen Abenteuer, das ebenfalls auf einer Buchvorlage Cornelia Funkes basiert, flirten Sprotte (Michelle von Treuberg) und ihre Freundinnen, was das Zeug hält - und lassen kaum eine Peinlichkeit, wie sie in ihrer Natürlichkeit nur zwischen pubertierenden Teenagern geschehen können, aus.

Ei Nummer acht - "Keinohrhasen" (2007, Free-TV-Premiere, Montag, 05.04., 20.15 Uhr, SAT.1): Ein besonders schönes Ei legt SAT.1 den Fernsehzuschauern am Ostermontag ins TV-Nest. Hier hoppeln die "Keinohrhasen" über den Bildschirm. Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Til Schweiger begeisterte mit seiner frischen Komödie über die Läuterung eines gefühlskalten Boulevardzeitungs-Schmierfinks großartige 6,3 Millionen Kinogänger. Ludo heißt Schweigers rasender Reporter, der ob einer seiner unmöglichen Aktionen zu 300 Stunden Sozialarbeit im Kindergarten verdonnert wird. Der Hort wird von Anna (Nora Tschirner) geleitet, die als Kind mächtig von Ludo verarscht wurde und nun die neue Machtstellung genießt. Dass sich die beiden ineinander verlieben werden, ist so sicher wie das Amen im Ostergottesdienst. Dafür ist "Keinohrhasen" aber voll bis oben hin mit witzigen Elementen. Obendrauf gibt's einen Promi-Auflauf sondergleichen.

Ei Nummer neun - "Eragon" (2006, Montag, 05.04., 20.15 Uhr, RTL): Erfolgreiche Eiersuche bei RTL. Eragon (Ed Speleers), ein argloser Bauernjüngling, findet eines Tages ein merkwürdiges blaues Ei. Dem entschlüpft ein Drachenkind namens Saphira (gesprochen von Nena) - was den jungen Mann zum Drachenreiter und somit mächtigen Gegner des Tyrannen Galbatorix (John Malkovich) und dessen Hausmagier Durza (Robert Carlyle) macht. Das Fantasy-Abenteuer "Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter" aus der Feder von Jung-Autor Christopher Paolini ist zwar nur eine Light-Version von Genre-Verwandten wie "Herr der Ringe", "Harry Potter" und "Die Chroniken von Narnia". Doch die High-Tech-Zauberer von WETA Digital ("King Kong") und Industrial Light & Magic ("Star Wars") sorgen hier knapp 100 Minuten für Ohs und Ahs.

Ei Nummer 10 - "Death Proof - Todsicher" (2007, Free-TV-Premiere, Montag, 05.04., 22.10 Uhr, RTL): Danach ist's vorbei mit Eiern, Hasen oder Hühnern. Zum Ausklang des langen Wochenendes setzt RTL vielmehr auf Unchristliches wie Titten, Ärsche und coole Autos. Und trotzdem ist "Death Proof" eigentlich ein Frauenfilm. Zumindest für jene Frauen, die man etwas profan als "cool" bezeichnen würde. Klar: Frauen rechnen nicht damit, dass diese Ansammlung von Blut, Haut und mehr oder minder intelligentem Gerede für sie gedacht sein könnte. Kein Zweifel: "Death Proof" von Quentin Tarantino riecht zunächst nach Männermovie. Aber jedes Mädchen, das sich wünscht, dass das großmäulige Geschlecht mal richtig eins auf die Schnauze bekommen sollte, ist hier glänzend aufgehoben. Besser jedenfalls als Männer, denen diese dreckig-geniale Erzählung nur empfohlen werden kann, wenn sie zur Selbstironie in der Lage sind. Bis auf kleine charmante Ausnahmen gibt es eigentlich nur einen Mann in dieser Geschichte: Kurt Russell als Stuntman Mike, der die Damen gerne mit seinem Muscle Car ins Jenseits befördert. Ach du dickes Ei!

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