"Ich bin kein schlechter Mensch" Willi Herren kehrt am Sonntag, 05. August, 18.50 Uhr, in der ARD als Bösewicht Olli Klatt in die "Lindenstraße" zurück

Willi Herren kehrt zur "Lindenstraße" zurück, will ansonsten die Vergangenheit aber gerne ruhen lassen. Ruhiger soll seine Karriere trotzdem nicht werden.
20.07.2012, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Pia Mecklenburger

Willi Herren kehrt zur "Lindenstraße" zurück, will ansonsten die Vergangenheit aber gerne ruhen lassen. Ruhiger soll seine Karriere trotzdem nicht werden.

Mit seiner Rückkehr zur "Lindenstraße" (Sonntag, 05.08., 18.50 Uhr, ARD) hat keiner so richtig gerechnet, vor allem er selbst nicht. Doch für Willi Herren kam das Angebot wie gerufen. Schließlich will der 37-Jährige seiner bewegten Vergangenheit endlich den Rücken kehren und noch mal ganz neu anfangen. Schauspielerisch wie auch musikalisch läuft es wieder rund bei der rheinischen Frohnatur: Seine aktuelle Single "Die geile Nachbarin" ist unter Schlagerfans bereits ein Hit. Nur eine Frau an seiner Seite, die fehlt dem Single noch in seinem Leben. Ein Gespräch über Gewicht, Gerüchte und das große Glück.

teleschau: Herr Herren...

Willi Herren: Ja Mensch, wir sind doch beim "Du". Gut, dass du jetzt anrufst, ich bin nämlich gerade auf dem Weg zum Joggen. Ich muss abnehmen. Ich hab' so einen dicken Bauch bekommen, das geht gar nicht. Das merkt man dann auch auf der Bühne. Jetzt geh ich immer im Dünnwalder Wäldchen laufen.

teleschau: Du wohnst in Dünnwald, am Rande von Köln?

Herren: Ja, ich bin weg vom Zentrum, ich will meine Ruhe. Ich hab sonst genug Halli-Galli.

teleschau: Apropos Halli-Galli, wie war es auf dem Schlagermove in Hamburg? Du hattest einen ziemlich großen Auftritt.

Herren: Sensationell. Ich stand ja schon oft auf der Bühne, aber ich war überrascht, dass meine Person so bekannt ist. 500.000 Leute, und dann rufen die alle "Willi", "Willi"! Und ich hatte kaum geschlafen vorher ...

teleschau: Du warst noch in der Nacht zuvor in Fulda auf der Bühne.

Herren: Genau, ich war todmüde. Aber dann, wenn man da die Massen sieht, dann kommt das Adrenalin, und dann war da nur noch Spaß.

teleschau: Trotz Adrenalin: Hat man immer Lust auf Party? Bist Du dann einfach so - oder musst Du Dich auch mal überwinden, um die Spaßkanone Willi zu sein?

Herren: Nein, so bin ich. Das macht mir Spaß, und ich muss mich dann auch nicht verstellen. Das ist alles der Willi.

teleschau: Demnächst wirst Du ja erst mal im Fernsehen zu sehen sein. Du spielst wieder den Olli Klatt in der "Lindenstraße". Wie war die Rückkehr für dich?

Herren: Also, ich war sehr, sehr aufgeregt. Ich hatte ja vier Jahre zwangspausiert und habe auch in dieser Zeit die "Lindenstraße" nicht mehr geguckt, weil es mir so wehgetan hat, dass ich damals rausgeschmissen worden bin. Aber ich wurde sehr herzlich empfangen. Geißendörfer (Hans W. Geißendörfer, Erfinder der "Lindenstraße", d. Red.) hat mir zuvor schon immer gesagt: "Jung, krieg dein Leben in den Griff, und dann schauen wir weiter."

teleschau: Also war das Comeback seine Idee?

Herren: Ja. Und als dann der Anruf kam, war ich wirklich sprachlos. Zumal ja eine ganze Folge auf mich zugeschnitten sein wird, quasi eine "Olli-Klatt"-Folge. Da ist man dann schon stolz.

teleschau: Bleibt es bei der Folge? Oder geht es noch weiter?

Herren: Ganz ehrlich, ich bin zwar ab Oktober wieder fest mit eingeplant, aber die machen das auch abhängig von den Quoten. Da müssen wir uns nichts vormachen.

teleschau: Also keine absolute Abkehr von der Musik und dem Feiern?

Herren: Nein, absolut nicht. Die Schauspielerei ist zwar meine Wurzel, aber inzwischen könnte man mich nicht mehr vor die Wahl stellen. Und es lässt sich ja beides sehr gut vereinen.

teleschau: Trotzdem, mit der "Lindenstraße" hat Deine ganze Karriere erst begonnen. Wenn Du die Zeit zwischen deinem Verlassen und der jetzigen Rückkehr betrachtest, ist das auch ein Neuanfang nach den letzten bewegten vier Jahren?

Herren: Die "Lindenstraße" ist auf jeden Fall "Back to the Roots". Aber es ist natürlich vor allem der erste Schritt zurück in die Schauspielerei. Die Angebote kommen so langsam auch zurück. Im März drehe ich zum Beispiel für meinen ersten Kinofilm: "Die Spieluhr". Ich will eben, dass die Menschen und die Medien sehen: Der ist auch noch ein guter Schauspieler und nicht nur der Party-Clown.

teleschau: Du hast mal gesagt: "Das Fernsehen ist für meine Tiefpunkte verantwortlich und kann mich auch wieder da rausziehen."

Herren: Naja, die Medien machen einen ja. Den einen Tag liebt dich die Presse, und dann zerreißt sie dich. Und ich neige nun mal leider dazu, ins Fettnäpfchen zu treten. Aber ich bin kein schlechter Mensch, wenn ich mal jemandem wehgetan habe, dann nur mir selber.

teleschau: Aber ganz unschuldig bist Du ja nicht an den Schlagzeilen, immerhin hast du Deine Probleme, speziell die Drogenerfahrungen, von RTL filmen lassen?

Herren: Ja, ich bin damals offen mit meinem Problem umgegangen. Heute würde ich das vielleicht nicht mehr so machen, aber damals war es das, was ich brauchte. Die Bilder sind wirklich hart, aber sie zeigen, was das Zeug mit einem macht. Und ich habe viele Zuschriften von Menschen bekommen, denen ich damit auch geholfen habe, nämlich: zu ihren eigenen Problemen zu stehen.

teleschau: Und wie sind deine Kinder damals damit klargekommen?

Herren: Meine Tochter (Alessia, 10, d. Red.) war noch zu klein, aber mein Sohn (Stefano, 18, d. Red.) hat das schon mitgekriegt. Da mussten wir dann sogar die Schule für ihn wechseln, mit einem anderen Namen. Aber heute steht er total zu mir. Ich hab mein Leben jetzt im Griff.

teleschau: Bei so vielen Tiefpunkten im Leben, gab es nie den Wunsch nach Normalität? Etwas Solidem?

Herren: Klar, manchmal dachte ich mir: Warum machst du diesen Mist eigentlich noch? Ich wollte ja immer Bäcker werden. Aber dann musste ich mich entscheiden: Bäckerlehre oder die "Lindenstraße"? Und ich bin einfach für die Medien geboren, das gibt mir sehr viel.

teleschau: Da es wieder bergauf zu gehen scheint: Was fehlt Dir noch zum Glücklichsein?

Heren: Ich such ja 'ne Freundin...

teleschau: Also ist das hier ein Aufruf?

Herre: Ja, schon. Ich bin seit zweieinhalb Jahren Single, und langsam hätte ich da schon gern jemanden zum Kuscheln. Auch noch mehr Kinder kann ich mir vorstellen. Viele denken ja, ich bin auch privat so ein Party-Löwe, aber das stimmt gar nicht. Ich hab zwar immer Mädels kennengelernt, aber die waren dann 21 Jahre alt, wie peinlich - ich mit meinen 37 Jahren.

teleschau: Für viele Männer in Deinem Alter ist das gar nicht so abwegig ...

Herren: Nee, das will ich nicht. Die haben dann nur Flausen im Kopf und so was.

teleschau: Was will Willi Herren denn?

Herren: Ach weißte, eigentlich will ich nur noch meine Ruhe und dass man mir manchen Fehltritt in der Vergangenheit einfach mal verzeiht!

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