Der Euro-Fernsehführer Wo zur Fußball-EM im TV der Ball rollt - oder auch nicht

ARD und ZDF sind mit ihren Live-Rechten die Fernsehplatzhirsche bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine (vom 08.06. bis 01.07.). Andere Sender versuchen, aus der Bildernot eine Tugend zu machen.
18.05.2012, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Eric Leimann

ARD und ZDF sind mit ihren Live-Rechten die Fernsehplatzhirsche bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine (vom 08.06. bis 01.07.). Andere Sender versuchen, aus der Bildernot eine Tugend zu machen.

Eines kann man schon mal festhalten: Die Euro 2012 ist ein fernsehfreundliches TV-Ereignis. Keine Exklusivspiele beim Pay-TV, kein Fußball zu nachtschlafender Zeit - wie er einen bei der WM 2014 in Brasilien erwartet. Alle Partien der am 08.06. mit dem Spiel Polen gegen Griechenland beginnenden EM (18.00 Uhr, ARD) werden entweder um 18.00 oder 20.45 Uhr angepfiffen. Sämtliche Begegnungen sind live bei ARD, ZDF oder ihren Spartenkanälen zu verfolgen. Die deutsche Mannschaft greift erstmals am Samstag, 09.06., um 20.45 Uhr, ins Turnier ein. Im ukrainischen Lemberg findet das erste Gruppenspiel gegen Portugal statt, die ARD überträgt. Weitere deutsche Vorrundenpartien stehen an am Mittwoch, 13.06., 20.45 Uhr, in Charkiw gegen die Niederlande (ZDF) und am Sonntag, 17.06., 20.45 Uhr, wiederum in Lemberg gegen Dänemark (ARD).

Sollte die deutsche Mannschaft in dieser schweren Gruppe B Erster werden, fände ihr Viertelfinalspiel am Freitag, 22.06., um 20.45 Uhr, in Danzig statt. Als Zweitplatzierter würde man am Tag zuvor um 20.45 Uhr in Warschau antreten müssen. Doch nicht nur diese Kerntermine machen die Fußball-EM im TV aus. Die Sender sind im Fußballfieber, und wer keine Live-Rechte besitzt und dennoch dem Fußball verbunden ist, hat sich für die Zeit zwischen 8. Juni und dem Endspiel am 1. Juli in Kiew mehr oder weniger "kreative Lösungen" überlegt.

Fußball total bei ARD und ZDF. Bereits ab 5.30 Uhr beginnen die öffentlich-rechtlichen Sender mit ihrer Berichterstattung in den Sportblöcken der Morgenmagazine. Wenn um 18 Uhr die erste Partie des Tages auf dem Programm steht, gönnt man sich vor allem beim ZDF satten Vorlauf. So greift das Zweite bereits um 16.15 Uhr mit dem "ZDF-EMstudio" ins Geschehen ein. Katrin Müller-Hohenstein und Experte Oliver Kahn melden sich zum ersten Mal am Sonntag, 10.06., live von der Seebrücke in Heringsdorf auf Usedom, wo für etwa 1.000 Zuschauer ein Stadion im Ostseestrand errichtet wurde.

Etwas weniger üppig plant die ARD. Nur eine Stunde vor Anpfiff des Eröffnungsspiels geht das Erste am Freitag, 08.06., um 17 Uhr, auf Sendung - auch, um die Eröffnungsfeier nicht zu verpassen. An den weiteren ARD-Spieltagen beginnen die Sendungen gar erst um 17.10 Uhr. Gerhard Delling, Matthias Opdenhövel und Reinhold Beckmann stehen mit ihrem Experten Mehmet Scholl direkt an der Seitenlinie - moderiert wird also im Gegensatz zum ZDF direkt aus den Stadien. Den ARD-Spieltag abrunden wird in altbekannter Weise Waldemar Hartmann. Er startet "Waldis Club" um 23.15 Uhr - das bierlaunige Talkformat dauert 30 Minuten.

Um 23.15 Uhr schließt dagegen der ZDF-Fußballstrand seine Tore. Das Dranbleiben an Sendetagen des ZDF lohnt jedoch, da das Thema Euro 2012 in mitunter interessanten Reportage- und Doku-Formaten fortgesetzt wird. So läuft am Sonntag, 10.06., der Film "Immer Richtung Osten" von Wolfgang Büscher, der 700 Kilometer zu Fuß von Breslau nach Lemberg wanderte. Einen Tag später, Montag 11. Juni, ist ebenfalls um 23.15 Uhr der Film "Liga der Millionäre - Fußball in der Ukraine" von Dietmar Schumann zu sehen.

Interessant ist, was sich einschlägige Sender wie Eurosport, SPORT1 oder die Fußball-Bezahlkanäle von Sky für die Zeit der Euro 2012 überlegt haben - da im Prinzip alle ihre Stammzuseher auf ARD und ZDF fixiert sein werden. SPORT1 setzt auf sein sonntägliches Flaggschiff "Doppelpass", wo während der EM-Zeit Experten wie Thomas Strunz und Thomas Helmer mit Moderator Jörg Wontorra talken. Die Nachrichtensendung "EM aktuell" berichtet bereits ab 21. Mai täglich ab 18.30 Uhr über die EM - zum Beispiel aus den beiden deutschen Trainingslagern auf Sardinien und in Südfrankreich. Zusätzlich überträgt SPORT1 sämtliche Pressekonferenzen des DFB ab 12.15 Uhr.

Während SPORT1 keinerlei Rechte an Live-Bildern besitzt, einigte sich Eurosport mit der UEFA auf eine zeitversetzte Ausstrahlung der Partien. Alle 31 Begegnungen sollen als Wiederholung - teilweise mehrfach - im Programm zu sehen sein. Dazu analysiert Eurosport-Chefredakteur Stefano Bernabino die Begegnungen im Studio mit Experten wie Arsène Wenger, Thomas Berthold, Fredi Bobic, Rafael Benitez und Patrick Kluivert.

Im Gegensatz zu den letzten Fußball-Weltmeisterschaften berichtete der Abosender Sky auch in der Vergangenheit nicht live von Europameisterschaften. Das wird auch diesmal so bleiben. Aber natürlich behandelt der Nachrichtensender Sky Sport News HD das Thema intensiv nachrichtlich - ohne Livebilder. Immerhin gibt es auch hier die Pressekonferenzen der deutschen Nationalmannschaft zu sehen sowie weitere Berichte aus dem deutschen Lager.

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