Ausstellung im Logenhaus an der Kurfürstenallee zeigt Arbeiten des Geehrten und der Künstlerin Helga Clauss

Förderpreis geht an Norman Sandler

Der Künstler Norman Sandler ist Preisträger des diesjährigen Kunst-Förderpreises der Stiftung Bremer Johannis-Freimaurerloge „Zum Silbernen Schlüssel“ und der H. A. Bockmeyer Stiftung. Im Logenhaus an der Kurfürstenallee wurde der mit 4000 Euro dotierte Preis jetzt zum 24. Mal verliehen. Die Stiftung der Loge will Diplomanden der Hochschule für Künste Bremen gezielt fördern.
28.11.2013, 00:00
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Von Meike Müller

Der Künstler Norman Sandler ist Preisträger des diesjährigen Kunst-Förderpreises der Stiftung Bremer Johannis-Freimaurerloge „Zum Silbernen Schlüssel“ und der H. A. Bockmeyer Stiftung. Im Logenhaus an der Kurfürstenallee wurde der mit 4000 Euro dotierte Preis jetzt zum 24. Mal verliehen. Die Stiftung der Loge will Diplomanden der Hochschule für Künste Bremen gezielt fördern.

Schon seit 1979 veranstaltet die Freimaurerloge „Zum Silbernen Schlüssel“ jährlich eine Ausstellung, die zunächst in Bremen lebenden Künstlerinnen und Künstlern gewidmet war. Seit 1990 vergibt sie auch einen Förderpreis an Diplomanden der Bremer Hochschule für Künste, deren Arbeiten seitdem im Rahmen dieser Ausstellungen ebenfalls vorgestellt werden.

Die 32. Ausstellung im Bremer Logenhaus, Kurfürstenallee 15, wurde mit einer Feierstunde und Ehrung des Preisträgers Norman Sandler eröffnet. Sie zeigt bis zum 10. Dezember dessen „Arbeiten auf Papier“ sowie Werke der Bremer Künstlerin Helga Clauss aus der Serie „Blu 2“. Clauss zeigt damit in ihrer zweiten Ausstellung im Logenhaus eine Fortsetzung von „Blue 1“. Es sind mystisch anmutende Sujets, und allgegenwärtig ist das Blau des Himmels und des Wassers beziehungsweise Spiegelungen auf seiner Oberfläche oder auch mal die schäumende Brandung des Meeres. Inspirieren lässt sich die Künstlerin durch Reisen und Naturbeobachtungen. Die Freiheit, die Grenzenlosigkeit und Wallungen der Elemente sind ihr wichtig, wenn sie in ihrem Atelier im Steintor ihre Ideen umsetzt.

Die Feierstunde im Logenhaus wurde vom Duo aus „Toujours la Piaf“, der Sängerin Annette Zillenbach und dem Pianisten Alexander Seemann begleitet. Es erklang unter anderem das Chanson „La Mer“ von Charles Trenet. Zu den Gästen der Preisverleihung gehörten der Rektor der Hochschule für Künste Herbert Grüner, Carsten Seidemann als Ehrensenator der Hochschule sowie der Vorstand der H. A. Bockmeyer Stiftung Klaus Martin. Gekommen waren auch einige Studenten, Dozenten sowie kunstinteressierte Mitglieder und Freunde der Loge. Die Moderation hatte der „Meister vom Stuhl“ und Vorstand der Stiftung „Zum Silbernen Schlüssel“ Paul Thomas Koßmann übernommen.

Die Laudatio auf Norman Sandler und seine künstlerischen Arbeiten hielt die Kuratorin und Lehrbeauftragte der HfK Yvonne Bialek. Norman Sandler wurde 1981 in Hennigsdorf bei Berlin geboren und studierte von 2003 bis 2007 an der Fachhochschule für Kunsttherapie, Kunstpädagogik und Kunst in Ottersberg. Von 2008 bis 2013 folgte das Studium an der Hochschule für Künste Bremen mit dem Abschluss der Meisterklasse bei Professor Paco Knöller. Seit 2007 waren Sandlers Werke in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen in München, Berlin und Bremen zu sehen.

Ein Kontoauszug, eine E-Mail, ein Wetterbericht – diese banalen Begleiterscheinungen des Alltagslebens sind Motive in Norman Sandlers Zeichnungen mit dem Titel „As every day“. Auf den ersten Blick scheint es sich um maschinell gefertigte Schwarz-Weiß-Ausdrucke zu handeln. Doch bei näherem Hinsehen offenbaren die Blätter, die sich als Graitzeichnungen entpuppen, eine Unregelmäßigkeit in der erwarteten Struktur. So bahnt sich die künstlerische Handschrift ihren Weg. Sandler greift das Unscheinbare auf und erhebt es in seinen Zeichnungen zum Bildmotiv, das er altmeisterlich und aufwendig auf das Blatt überträgt. Das wertlose Original wird durch die Transformation überhöht. Es entstehen Porträts des Alltags, die das Gewöhnliche wertschätzen als Zeugnis unseres Daseins. Wer kennt es nicht, das spezielle Gefühl beim Anblick der Nachrichten im elektronischen Postfach, der digitalen Zeitnahme oder der desillusionierenden Realität des Kontostandesß

Die Serie „Lights“ dokumentiert alltägliche Wohnsituationen, in denen ein Fernsehgerät zum Mittelpunkt des Bildaufbaus und zum „Beleuchter“ des Interieurs wird. Nicht das Gezeigte auf der Mattscheibe, sondern der Fernseher als Fenster zur Welt, steht im Fokus der Siebdrucke.

Norman Sandler berichtete, dass er in Bremen bleiben möchte, zumal er erst vor Kurzem gemeinsam mit seiner Freundin eine Wohnung mit Atelier in der Besselstraße im Fesenfeld bezogen hat. „Ich bin dankbar für die Unterstützung der Stiftung. Durch den Förderpreis und die damit verbundene Summe kann ich konsequent weiterarbeiten. Auch die guten Kontakte zu einigen Galerien in Bremen lassen mich optimistisch in die Zukunft schauen“, erklärte Norman Sandler.

Die 32. Novemberausstellung der Loge „Zum Silbernen Schlüssel“ mit Arbeiten von Norman Sandler und Helga Clauss läuft bis zum 10. Dezember im Logenhaus, Kurfürstenallee 15, Terminvereinbarung unter Telefon 345535

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