Forschung in Bremen

In Bremen wird seit Jahren zur deutschen Kolonialherrschaft geforscht. Das Institut für postkoloniale und transkulturelle Studien (INPUTS) untersucht Spuren und Effekte kolonialer Geschichte und Täterschaft weltweit.
09.07.2015, 00:00
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In Bremen wird seit Jahren zur deutschen Kolonialherrschaft geforscht. Das Institut für postkoloniale und transkulturelle Studien (INPUTS) untersucht Spuren und Effekte kolonialer Geschichte und Täterschaft weltweit. Dazu gehören die Beschäftigung mit nicht-westlichem Wissen und die Analyse kolonialer und postkolonialer Dokumente, Literatur und Filme.

Zum Beispiel wird in der der Germanistik zu Gegenwartsliteratur, die den deutschen Kolonialismus thematisiert, gearbeitet. Dazu gehört etwa Uwe Timms Roman „Morenga“ über den Krieg gegen die Herero und Nama 1904. In einer innovativen Kooperation zwischen Universität und Schule untersucht das von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Projekt „Denkwerk“ der Amerikanistik die Verquickung von Bremer Kaufleuten im transatlantischen Sklavenhandel des 19. Jahrhunderts.

In der Romanistik werden in mehreren Forschungsprojekten Themen wie Flucht und Migration zwischen Afrika, dem Maghreb und Europa in den kritischen Blick genommen und die Creative Unit „Koloniallinguistik“ dokumentiert und analysiert sprachwissenschaftliche Werke, die Kolonialisten zu den Sprachen der Ureinwohner weltweit verfasst haben.

Die beiden kürzlich im Rahmen des Exzellenzprogrammes neu berufenen Professorinnen Kerstin Knopf und Eeva Sippola führen im März 2016 eine internationale Konferenz zum Thema „Postcolonial Knowledges“ durch. 2014 wurde in Bremen die International Association of Colonial and Postcolonial Linguistics – der erste Verband zu postkolonialen Themen in den Sprachwissenschaften – gegründet, deren Sprecherin Eeva Sippola ist. Kerstin Knopf initiiert gerade ein Projekt zur deutschen Kolonisierung in Papua-Neuguinea.

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