Ganz schön anders

Ausbildung, Studium, Beruf – die Kinder von heute haben mit diesen Begriffen schon früh zu tun, lange bevor die damit beschriebenen Lebensabschnitte für sie beginnen. Was will, was kann ich nach der Schule machen? Was gefällt mir und wofür mag ich geeignet sein? Die Vorstellungen davon mögen weit auseinander gehen.
26.02.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Ganz schön anders
Von Frauke Fischer

Ausbildung, Studium, Beruf – die Kinder von heute haben mit diesen Begriffen schon früh zu tun, lange bevor die damit beschriebenen Lebensabschnitte für sie beginnen. Was will, was kann ich nach der Schule machen? Was gefällt mir und wofür mag ich geeignet sein? Die Vorstellungen davon mögen weit auseinander gehen. Doch die Fragen und Zweifel gehören wohl für alle zum Erwachsenwerden dazu.

So haben wir es in unserer Familie gerade erlebt, als sich unsere Älteste damit beschäftigt hat, was sie nach der Schule machen kann. Inzwischen hat sie ein Studium begonnen, von dem wir Eltern noch nicht einmal wussten, dass es ein solches gibt: Fitnessökonomie. Es ist eine duale Ausbildung, die die Praxiszeit im Betrieb mit Theorie an der Uni kombiniert. Für jemanden, der gern sportlich aktiv ist und sich für Gesundheit und Ernährung interessiert, sicher passend. Nach unserer beider Ansicht können bestimmte Entscheidungen über das eigene Leben nur von jedem für sich selbst gefällt werden.

Ich bin meinen Eltern heute noch dankbar, dass sie mir in die Wahl meines Studiums und später auch in die Berufsentscheidung nie hineinredeten. Dabei haben sie mich aber immer unterstützt und nie eigene Vorstellungen durchsetzen wollen, so oft wir sonst auch unterschiedlicher Meinung waren und auch häufig stritten. Vielleicht hat dieses Verhalten meiner Eltern, vor allem meiner Mutter, auch meinen Umgang mit unseren Kindern ein wenig beeinflusst.

Unsere Große hat die ersten Schritte ins Erwachsenenleben getan. Begleitet von uns, aber nicht von uns bestimmt. Das duale Studium lässt sie ihre Begeisterung für Gesundheit und Sport mit neuem Wissen über diese Fachbereiche verknüpfen. Noch wohnt sie zu Hause, doch die Tage bei den Eltern werden weniger, in kleinen Schritten beginnt sie ihr neues Leben ohne uns. Das bringt für mich eine bislang unbekannte Rolle mit sich. Gut nur, dass ich dabei meinen Mann an meiner Seite habe, und wir alle Schritte gemeinsam gehen können. Unsere Tochter jedenfalls beweist eine Stärke, die ihr schon im Kindesalter eigen war, wenn sie uns auch manchmal Nerven kostete. Aber das Gefühl kennen sicher alle Eltern. Insofern starten wir hier alle in einen neuen Lebensabschnitt, der sich in wenigen Wochen mit dem Abitur der zweiten Tochter weiter verändern wird. Aus Eltern wird wieder ein Ehepaar.


Tipp:
Die Zeit zu zweit ist gekommen. Vielleicht an einem langen Wochenende in einem schönen Hotel an der Ostsee.

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