Isa Fischer zeichnet Bremer Häuser und Straßen Gesichter einer geliebten Stadt

Bahnhofsvorstadt. Besucher der DKV-Residenz an der Contrescarpe können Bremen ganz in Ruhe betrachten und sind dabei garantiert geschützt vor Regen und Kälte. Dafür hat Isa Fischer viele Stunden im Freien verbracht.
01.12.2013, 00:00
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Von Anke Velten

Besucher der DKV-Residenz an der Contrescarpe können Bremen ganz in Ruhe betrachten und sind dabei garantiert geschützt vor Regen und Kälte. Dafür hat Isa Fischer viele Stunden im Freien verbracht. Ihre Motive hat sie auf Spaziergängen entdeckt und sie bei Wind und Wetter, mit Zeichenblock und Tuschfeder festgehalten. „Häuser – Plätze – Häfen“ lautet der Titel ihrer Ausstellung. Isa Fischers Bilder zeigten „Bremen, wie es lebt und wie es schöner nicht sein kann“, hat Bürgerschaftspräsident Christian Weber einmal formuliert.

Isa Fischer, Jahrgang 1966, ist Bremerin, hat in ihrer Heimatstadt studiert. Sie lebt mit ihrer Familie am Weidedamm und arbeitet in ihrem Atelier im Ostertor als Grafikdesignerin. In ihrem beruflichen Alltag entwirft sie für ihre Auftraggeber unter anderem Firmenlogos, Broschüren und Plakate. Anfang 2012 beauftragte sie sich selbst mit einem ambitionierten Projekt: Innerhalb von sechs Monaten zeichnete sie insgesamt 100 Bremer Häuser.

Es gibt wohl nicht viele Bremerinnen und Bremer, die sich ihre Stadt länger und genauer angeschaut haben. Mindestens 400 Stunden, schätzt Isa Fischer, waren es für die Serie, die unter dem Titel „Hausgezeichnet“ im Paula-Becker-Haus gezeigt worden ist. Und danach wurden es noch deutlich mehr Stunden, denn Ausstellungsbesucher orderten bei der Künstlerin Wunschbilder. Fischers Werke hängen inzwischen nicht nur in Privathäusern in Schwachhausen und Findorff, Hemelingen oder Huchting. Unternehmen ließen sich ganze Bilderzyklen anfertigen, die Ehrenplätze in Foyers und Sitzungsräumen gefunden haben. Einer der ersten Auftraggeber war die DKV-Residenz: Das Bild, das Isa Fischer vom Mäuerchen des Alten Gymnasiums aus gemalt hat, war ein Geschenk an die rund 160 Bewohner, erzählt Residenzdirektor Sven Beyer, der sich seitdem zu den Fans der Künstlerin zählt. Die große Resonanz habe ihre kühnsten Erwartungen übertroffen, sagt Isa Fischer. Und sie sei ermutigt worden, die „100 Bremer Häuser“ in dem liebevoll gestalteten Bildband zu veröffentlichen, der anlässlich der Vernissage erstmals vorgestellt wurde.

In der neuen Ausstellung sind vertraute Orte wie Dom, Schütting und Theater am Goetheplatz zu sehen, typisch Bremisches aus dem Viertel oder Zufallsentdeckungen am Wegesrand, die das Auge der Künstlerin eingefangen hat. Unerschöpfliche Inspirationsquelle war der Hafen mit seinen Schuppen und Speichern, Containern und Lastkränen. Die kolorierten Zeichnungen sind realistisch bis ins kleinste architektonische Detail.

Die Gesichter ihrer Stadt zeichnet Isa Fischer mit zärtlichen Federstrichen, in den Farben von Sandstein und Rotklinker, des Grüns der Straßenbäume und wässerigen Graublaus des Himmels. Und was die Betrachter anspricht und berührt, ist offensichtlich mehr, als das bloße Auge sieht. Eine „impressionistische Herangehensweise“ bescheinigte der Lehrer Heinrich Lintze, einer der Laudatoren, der Künstlerin. Es seien subjektive Momentaufnahmen, die Stimmungen und Atmosphäre einfangen. Und eines werde deutlich, beobachtete der zweite Laudator, Eggert Peters: „Man sieht, wie sehr sie Bremen liebt.“

Das Buch „100 Bremer Häuser“ ist für 26,90 Euro unter anderem bei Buchhandlung Sattler, Schwachhauser Heerstraße 13, erhältlich. Weitere Informationen und Kontakt zur Künstlerin gibt es über www.hausgezeichnet.info, per E-Mail an atelier@isafischer.de oder telefonisch unter 243 80 37. Die Ausstellung in der DKV-Residenz , Am Wandrahm 40-43, ist bis zum 10. Januar, täglich zwischen 11.30 und 17 Uhr zu sehen.

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